> > > Beethoven, Ludwig van: Violinsonaten op. 30 Nr. 1-3
Donnerstag, 2. Dezember 2021

Beethoven, Ludwig van - Violinsonaten op. 30 Nr. 1-3

Überzeugender Schlussstein


Label/Verlag: Accent
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der vierte und letzte CD der Gesamteinspielung von Beethovens Werken für Violine und Klavier von Hiro Kurosaki (Violine) und Linda Nicholson (Klavier) bietet Musizieren auf höchstem Niveau.

Mit der vorliegenden CD runden der Geiger Hiro Kurosaki und die Pianistin Linda Nicholson ihre bei Accent erschienene Gesamteinspielung von Ludwig van Beethovens Kompositionen für Violine und Klavier ab. Auch bei diesem vierten Teil – er enthält die drei Sonaten op. 30 (Nr. 1 A-Dur, Nr. 2 c-Moll, Nr. 3 G-Dur) – haben die beiden erfahrenen Vertreter des historisch informierten Musizierens ein der Musik entsprechendes zeitgenössisches Instrumentarium ausgewählt, um dadurch den Potentialen der Werke so gut wie möglich klanglich entsprechen zu können. Und in der Tat passen der silbrige Klang des Fortepianos von Caspar Katholnick (Wien um 1805) und der feine, leicht geschärfte Ton der Violine von Franz Geissenhof (Wien 1801) ausgezeichnet zusammen. Die Sonaten wirken dadurch eine ganze Spur gelöster als in der Wiedergabe mit modernem Instrumentarium, ohne dass dabei die dramatischere Färbung des viersätzigen Mittelstücks in c-Moll verloren geht.

Besonders Kurosakis und Nicholsons Auffassung der beiden rahmenden Kompositionen kommt die Instrumentenwahl entgegen: Die A-Dur-Sonate entfaltet sich im Kopfsatz als Werk voller leichtfüßiger Eleganz, in die sich die Passagen ernsteren Tonfalls aus der Durchführung wie von selbst einzupassen scheinen und dem Hauptthema schließlich in der Reprise eine ungewohnte Zartheit zuwächst. Diesen Tonfall greifen die Interpreten mit der differenzierten Melodieformung des 'Adagios' auf, dabei – wie auch im vorausgegangenen 'Allegro' – die Balance zwischen den Instrumenten optimal bewahrend. Das Finale schließlich überzeugt durch einen zwischen entspannter Haltung und Brillanz pendelnden Zugang, der dazu genutzt wird, der abwechslungsreichen Variationenfolge unterschiedliche musikalische Charaktere einzuschreiben.

Während all diese Elemente in der G-Dur-Sonate gleichfalls ausführlich zum Zuge kommen – so beispielsweise in der klanglich souverän musizierten Stimmenverflechtung im Kopfsatz oder in dem schon übermütig angestimmten Kehraus-Charakter des Finalsatzes –, zeigt das c-Moll-Mittelstück des Sonaten-Triptychons, dass Kurosaki und Nicholson auch andere Farbwerte beherrschen: Nicht nur die dem Hauptthema des eröffnenden 'Allegro con brio'-Satzes innewohnende Dramatik, sondern auch der Kontrast zum pointiert angestimmten, marschartigen Seitenthema werden hier dezidiert herausgearbeitet und ziehen sich wie interpretatorische Leitgedanken durch die Wiedergabe des gesamten Werkes. Gerade solche Elemente sorgen letzten Endes auch dafür, dass die CD zum wohl gerundeten Schlussstein einer ansprechenden und empfehlenswerten Gesamtaufnahme der Beethoven’schen Kompositionen für Violine und Klavier wird.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Beethoven, Ludwig van: Violinsonaten op. 30 Nr. 1-3

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Accent
1
01.07.2010
Medium:
EAN:

CD
4015023242142


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Accent

Schon bei der Gründung des Labels 1979 durch Andreas Glatt war klar, dass ACCENT sich fast ausschließlich mit Alter Musik in historischer Aufführungspraxis beschäftigen würde. Die Künstler, die für ACCENT aufnehmen oder aufgenommen haben, gehörten von Anfang an zu den renommiertesten Interpreten der "Alte-Musik-Szene": darunter die Brüder Barthold, Sigiswald und Wieland Kuijken, René Jacobs, Jos van Immerseel, Maria Cristina Kiehr mit La Colombina, Paul Dombrecht, Marcel Ponseele mit seinem Ensemble Il Gardellino, aber auch jüngere Künstler wie Ewald Demeyere und sein Bach Concentus, das Ensemble Private Musicke mit Pierre Pitzl oder das Amphion Bläseroktett. Der ACCENT-Katalog möchte den neugierigen Musikfreund auf eine Reise durch die Welt der Alten Musik mitnehmen. Dabei wird er, neben ausgewählten Standardwerken, nicht selten Stücken begegnen, die kaum im Konzertbetrieb oder auf CD anzutreffen sind. Erstaunlicherweise stammen sie nicht nur von wenig bekannten Komponisten, sondern auch von so großen Namen wie Johann Sebastian Bach oder Georg Philipp Telemann. Diese Raritäten werden für ACCENT nicht allein um ihres Seltenheitswerts aufgenommen, sondern vielmehr, weil sie wichtige, bislang sträflich vernachlässigte Werke sind, deren Entdeckung zu einem persönlichen Anliegen der Interpreten wurde.


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