> > > Dvorak, Antonin: Sinfonien Nr 7 & 8
Samstag, 21. September 2019

Dvorak, Antonin - Sinfonien Nr 7 & 8

Rundes Ganzes


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Naxos legt eine vor allem hinsichtlich der orchestralen Transparenz überzeugende Einspielung von Dvoráks Sinfonien Nr. 7 und 8 vor.

‚Soeben beschäftigt mich eine neue Sinfonie (für London), und wohin immer ich mich wende, habe ich nichts anderes im Sinn als eben meine Arbeit, welche aber auch so sein soll, dass sie die Welt in Bewegung versetzt, und sie wird es auch, so Gott will, tun.‘ So schreibt Antonín Dvorák an seinen Freund Antonín Rus im Jahre 1884. Bei der neuen Sinfonie handelte es sich um die siebte in d-Moll op. 70, komponiert 1884 bis 1885. Ob diese tatsächlich die Welt zu verändern mochte, bleibe dahingestellt. Zweifellos aber dominiert in diesem Werk eine Art Dramatik, die man bei Dvorák auf diese Weise nicht so kennt; da erinnert die Musik manchmal an Brahms. Tatsächlich stand Dvorák während der Komposition seiner Siebten Sinfonie in einem sozusagen edlen Wettstreit mit seinem Komponisten-Freund und Förderer Johannes Brahms, der zur gleichen Zeit an seiner Dritten Sinfonie schrieb. Mag sein, dass die Sinfonie deswegen an manchen Stellen eine Bbrahms‘sche Note bekommen hat.

Aber Dvoráks Natur bricht immer wieder durch in den Melodien und der musikalischen Gestaltung, die gemeinhin als so typisch slawisch bezeichnet werden, und die Dvorák so unmissverständlich erkennen lassen. Besonders gut offenbart dies der zweite, langsame Satz der Sinfonie ('Poco adagio'). Gewidmet ist dieses Werk der Philharmonischen Gesellschaft in London, welche ihrerseits die Komposition auch in Auftrag gestellt hatte. Denn seit Dvoráks erstem Besuch in England im Jahre 1884 feierte der Komponist ungebrochene Erfolge bei den Briten. So fand auch die Uraufführung der Siebten Sinfonie, die 1885 unter der Leitung des Komponisten in London stattfand, großen Anklang. Weitere Aufführungen des Werkes durch zu dieser Zeit namhafte Dirigenten verhalfen Dvorák außerdem zu internationalem Erfolg.

Eine ähnliche Erfolgsgeschichte feierte die Achte Sinfonie op. 88, entstanden im Herbst 1889. Hier bricht die musikalische Sprache des tschechischen Komponisten unmissverständlich in den schmeichelnden, gesanglichen Themen durch. Formal ist dieses Werk sehr frei gestaltet, insbesondere in den beiden Ecksätzen, die thematisch mit den gebrochenen Dreiklängen aufeinander Bezug nehmen. Der zweite und dritte Satz präsentieren sich besonders stimmungs- und farbenreich als kleine Walzereinlage im dritten Satz und emotionaler Ruhepunkt im zweiten Satz.

Mit brillanter Intonation und einer detaillierten Gestaltung besticht die Aufnahme der beiden Sinfonien durch Marin Alsop und dem Baltimore Symphony Orchestra. Sehr durchsichtig ist das Satzgeflecht herausgearbeitet, sehr subtil musikalische Übergänge verwirklicht, und das hervorragende Zusammenspiel der Musikerinnen und Musiker zeigt sich auch in den vertrackten Passagen. – Ohne dass die Musik dabei vor lauter Gestaltung ihren Charme verliert. Was vor allem bei der Interpretation der Siebten Sinfonie etwas zu kurz kommt, sind die Steigerungen ins Fortissimo; an manchen Stellen kann die Spannung nicht bis zum Ende aufgebaut werden, fehlt der Musik das Tüpfelchen auf dem I. Werden hier die Emotionen dieser Musik zu sehr gezügelt? Die subtile Gestaltung Marin Alsops würde zweifellos größere Steigerungen ertragen, ohne deswegen aus den Fugen zu geraten oder zu schwülstig zu klingen. Denn die Dirigentin scheint es zu verstehen, das, was in der Partitur geschrieben steht, sprechen zu lassen, ohne aus dem Rahmen fallende, individuelle Schnörkel dazu zu fügen. Sie lässt sozusagen die Musik Emotionen darstellen, nicht umgekehrt letztere Herr über die Musik werden. Dies gibt der Aufnahme eine edle, erhabene Note, kombiniert mit einer hervorragenden Klangbalance.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Michelle Keller Kritik von Michelle Keller,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Dvorak, Antonin: Sinfonien Nr 7 & 8

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Naxos
1
03.05.2010
Medium:
EAN:

CD
747313211272


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Dvorák, Antonín
 - Sinfonie Nr. 7 d - Moll op. 70 - Allegro maestoso
 - Sinfonie Nr. 7 d - Moll op. 70 - Poco adagio
 - Sinfonie Nr. 7 d - Moll op. 70 - Scherzo - Vivace - Poco meno mosso
 - Sinfonie Nr. 7 d - Moll op. 70 - Finale - Allegro
 - Sinfonie Nr. 8 G - Dur op. 88 - Allegro con brio
 - Sinfonie Nr. 8 G - Dur op. 88 - Adagio
 - Sinfonie Nr. 8 G - Dur op. 88 - Allegretto grazioso - Molto vivace
 - Sinfonie Nr. 8 G - Dur op. 88 - Allegro, ma non troppo


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Dirigent(en):Alsop, Marin
Orchester/Ensemble:Baltimore Symphony Orchestra


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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