> > > Tschaikowski, Peter Iljitsch: Klavierkonzerte Nr. 1 - 3
Samstag, 10. April 2021

Tschaikowski, Peter Iljitsch - Klavierkonzerte Nr. 1 - 3

Brillant


Label/Verlag: Hyperion
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Wäre die Balance zwischen Solist und Orchester hier ausgeglichen, ließe sich von einer rundum überzeugenden Einspielung sprechen.

Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll op. 23 ist ein regelrechter Schlager. Weitaus weniger kennt man da das zweite Klavierkonzert G-Dur op. 44 oder die Konzertfantasie G-Dur op. 56. Das zweite Klavierkonzert steht den Klavierkonzerten Liszts und Schumanns näher, ist rein formal ein wenig traditioneller, dabei deutlich umfangreicher als das erste Konzert, mit anspruchsvollen Aufgaben für Soloinstrumente des Orchesters, allen voran Konzertmeister und Solocellisten. Die zweisätzige Konzertfantasie schließlich ist von ganz eigener Art, Tschaikowsky experimentiert hier mit formalen Aspekten – gleichzeitig scheint das Werk modern und der Tradition zutiefst verbunden. Es war klar, dass bei einem dritten Klavierkonzert wiederum eine Weiterentwicklung stattfinden würde – daher ist Sergej Tanejews Versuch, das nur im ersten Satz abgeschlossene dritte Klavierkonzert Es-Dur op. 75 zu vollenden, eher ein Dokument für Tanejews Fähigkeiten denn für Tschaikowskys Intentionen. Einspielungen aller Klavierkonzertwerke Tschaikowskys (meist ohne, seltener mit Tanejews Ergänzungen) gibt es viele, auch viele hochkarätige, etwa von Emil Gilels, Elisabeth Leonskaja, Werner Haas, Victoria Postnikova, Mikhail Pletnev oder Peter Donohoe (letzterer mit Nigel Kennedy und Stephen Isserlis im zweiten Konzert), auch wenn natürlich das erste Konzert ganz eigene Popularität genießt.

In England hat die vorliegende Neueinspielung der Klavierkonzerte Peter Tschaikowskys bereits Furore gemacht – vor allem für das Solospiel von Stephen Hough, jenem schillernden aus einer Kleinstadt bei Liverpool stammenden Pianisten. Hough liegt Tschaikowskys Musik bestens, er spielt mit atemberaubender Brillanz und kongenialer Poesie. Das Konzerterlebnis – denn es handelt sich hier um Live-Mitschnitte, auch wenn man das Publikum kaum erahnen kann, nur in dem (vollkommen zu Recht) tosenden Applaus – muss ein beeindruckendes gewesen sein, beeindruckender vermutlich als die nun vorliegenden CDs. Denn so stupend Stephen Hough spielt – mit Elan und Herzblut, dass es eine Wonne ist –, auf der CD ist sein Partner, das Orchester, hörbar zurückgedrängt. Das heißt, es ist kein wirklicher Dialog zu hören, obwohl das Minnesota Orchestra unter Osmo Vänskä bestens disponiert und voller Leben zu sein scheint. Leider beeinträchtigt diese aufnahmetechnische Entscheidung (denn eine Entscheidung muss es gewesen sein, technisch sind die Hyperion-Techniker über jeden Zweifel erhaben) alle eingespielten Werke; wenn in der Konzertfantasie das Orchester im Vergleich zum Klavier wie hinter einem Gazevorhang, wie weit von den Mikrofonen entfernt klingt, kann das dem Gesamtergebnis nicht zuträglich sein, insbesondere da dem Orchester immer wieder wesentliche Aufgaben zufallen. Da hilft es auch nicht, dass drei Fassungen des langsamen Satzes des zweiten Konzerts eingespielt wurden (die von Alexander Siloti auf Tschaikowskys Wunsch gekürzte und eine von Stephen Hough redigierte, mit der er die Proportionen des Satzes zu optimieren suchte). Einzig die zwei Zugaben, zwei Tschaikowsky-Transkriptionen für Klavier solo von Hough, sind naturgemäß nicht von dieser Problematik betroffen.

Bestände doch die Möglichkeit, eine verbesserte zweite Auflage der Edition vorzulegen (ich vermute, rein technisch müsste dies machbar sein) – die Einspielung hätte mit Leichtigkeit eine neue Referenzeinspielung werden können (selbst das Booklet müsste nicht verbessert werden)! So aber, wo die Balance einfach nicht stimmt, ist die Chance vertan.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Tschaikowski, Peter Iljitsch: Klavierkonzerte Nr. 1 - 3

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Hyperion
2
23.04.2010
Medium:
EAN:

CD
034571177113


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Hyperion

Founded in 1980, Hyperion is an independent British classical label devoted to presenting high-quality recordings of music of all styles and from all periods from the twelfth century to the twenty-first. We have been described as 'Britain’s brightest record label'. In January 1996 we were presented with the Best Label Award by MIDEM's Cannes Classiques Awards. The jury was made up of the editors of most of the leading classical CD magazines in the world - Classic CD (England), Soundscapes (Australia), Répertoire (France), FonoForum (Germany), Luister (Holland), Musica (Italy), Scherzo (Spain), and In Tune (USA & Japan).

We named our label after an altogether splendid figure from Greek mythology. Hyperion was one of the Titans, and the father of the sun and the moon - and also of the Muses, so we feel we are fulfilling his modern role by giving the art of music to the world.

The repertoire available on Hyperion, and its subsidiary label Helios (Helios, the sun, was the son of Hyperion), ranges over the entire spectrum of music - sacred and secular, choral and solo vocal, orchestral, chamber and instrumental - and much of it is unique to Hyperion. The catalogue currently comprises nearly 1400 CDs and approximately 80 new titles are issued each year. We have won many awards.

Our records are easily available throughout the world in those countries served by our distributors. A list of the world's top Hyperion dealers, listed by country and city, can be found on our homepage. But if you have any difficulty please get in touch with the distributor in your territory. In Germany that is Note 1 Music Gmbh.


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