> > > Rachmaninoff, Sergei: Sinfonie Nr. 2 e - Moll op. 27
Montag, 6. Dezember 2021

Rachmaninoff, Sergei - Sinfonie Nr. 2 e - Moll op. 27

Kitschfreie Zone


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Naxos legt eine solide Einspielung von Rachmaninows Zweiter Sinfonie mit Leonard Slatkin und Detroit Symphony vor. Einzig das Booket enttäuscht.

Der große Pluspunkt dieser Aufnahme: Obwohl besonders Rachmaninows 'Vocalise', zeitweise aber auch die Zweite Sinfonie, sich als Kompositionen nah am Kitsch entlang hangeln, driften beide in dieser Aufnahme nie auch nur annäherungsweise dorthin. Leonard Slatkin und das Detroit Symphony Orchestra schaffen es, beide Stücke mit der notwendigen romantischen Ader zu interpretieren, ohne jemals in übertriebene Schwülstigkeit zu verfallen oder – im Gegenteil – in trockenes Abspielen von Noten. Das ist auf jeden Fall eine anerkennungswürdige Leistung, besonders im Fall der 'Vocalise'.

Der dicke Minuspunkt: Auf den letzten Ton der Sinfonie folgt sofort tosender Applaus. Er wird zwar schnell ausgeblendet, stört aber trotzdem. Als weiteren Nachteil kann man die zu kurze Pause zwischen der vorangehenden 'Vocalise' und der Sinfonie verbuchen: Wer die CD in einem Durchlauf anhört, dem bleibt nicht genug Zeit, das Alte abzuschließen und sich auf das Neue einzustellen.

Sehr angenehm dagegen die Amplitude der Lautstärke: Zwar hält sich Slatkin an die vorgeschriebene Dynamik, aber er schafft es, dass die Extreme – also Fortissimo und Pianissimo – trotzdem nicht zu weit auseinander liegen. Für die Hörpraxis bedeutet das, dass man diese Aufnahme recht gut auch per Kopfhörer hören kann, ohne ständig die Lautstärke regeln zu müssen. Aber auch für das Hören zuhause ist das außerordentlich angenehm. Ganz abgesehen davon, dass es ja die größere Kunst ist, mit wenig Mitteln viel zu erreichen, anstatt mit der Hammermethode vorzugehen. Klanglich ist das Verhältnis zwischen den Instrumentengruppen sehr ausgewogen, Soli sind schön herausgearbeitet, ohne dass die Begleitung im Nirwana verschwindet. Schön auch die weiten Bögen, die zum Beispiel im dritten Satz gespannt und gehalten werden: Wie auf einem Bogen ist der Satz gestaltet, sogar die kleinen Generalpausen erzeugen keine Erschlaffung, sondern erhalten die Spannung aufrecht. Tempi und Intonation lassen ebenfalls keine Wünsche offen, so dass die Aufnahme insgesamt als angenehm, vielleicht fast als etwas glatt bezeichnet werden kann.

Das Booklet ist ausschließlich in englischer Sprache und lieblos gestaltet. Es enthält eine relativ inhaltsleere Zusammenfassung der Vita Rachmaninows und dürftige Informationen über die beiden Kompositionen der CD, erstellt von Keith Anderson, sowie kurze Biographien des Orchesters und des Dirigenten inklusive Fotos. Außerdem sind die Mitglieder des DSO aufgelistet, was wohl die wenigsten Käufer interessieren wird. Vom Booklet abgesehen also eine angenehme Veröffentlichung von Rachmaninows 'Vocalise' und seiner Zweiten Sinfonie in einer soliden, kitschfreien Realisierung der beiden Werke.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Swantje Gerking Kritik von Swantje Gerking,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Rachmaninoff, Sergei: Sinfonie Nr. 2 e - Moll op. 27

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Naxos
1
04.01.2010
Medium:
EAN:

CD
747313245871


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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