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Sonntag, 15. September 2019

Lazkano, Ramon - Orchesterwerke

Schroffe Schläge


Label/Verlag: Kairos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Kairos stellt Orchesterwerke des baskischen Komponisten Ramon Lazkano vor - eine rundum gelungene Produktion.

Aus Spanien stammende Komponisten rücken zurzeit, ohne dass in jedem Fall allzu zwingende künstlerische Gründe vorliegen, verstärkt in den Fokus der Aufmerksamkeit. Zu nennen sind unter anderem José Manuel López López (geboren 1956 in Madrid), José M. Sánchez-Verdú (1968 in Algeciras), Hèctor Parra (1976 in Barcelona) und der 1968 in San Sebastián im Baskenland geborene Ramon Lazkano. Letzterem hat das Label Kairos jetzt eine Portrait-CD gewidmet. Eingespielt hat die drei Orchesterwerke das Orquesta Sinfónica de Euskadi, das Baskische Nationalorchester unter der Leitung von Johannes Kalitzke. Ramon Lazkano ist zur Zeit neben seiner Tätigkeit als Komponist Professor für Orchestrierung an der Hochschule des Baskenlandes ,Musikene’; er studierte in San Sebastián, in Paris und in Montréal.

Schwebungen

In jeder der drei Orchesterkompositionen, 'Ilunkor' (2001), 'Ortzi Isilak' (2005) und 'Hauskor' (2006) sind einige kompositorische Vorlieben Ramon Lazkanos mehr oder weniger deutlich zu hören. Beinahe am wichtigsten scheinen ihm Schwebungen, Schwebungen zwischen fast-unisono-Tönen, sowohl, wenn sie nacheinander als auch, wenn sie gleichzeitig erklingen. Gern nutzt er Mikrointervallbewegungen, von denen gelegentlich gesagt wird, man solle sie im Orchester nicht verwenden, weil sie schlecht zu hören seien. Aber Lazkano widerlegt diese Ansicht souverän; die Mikrointervallbewegungen sind bei ihm ausgezeichnet hörbar, sind fast ein Stilmerkmal Lazkanos. Passend ist hier auch die Verwendung von Spaltklängen. Dazu setzt er beispielsweise in 'Ilunkor' eine sehr weit gezogene Melodie, die zu Beginn und gegen Ende hin erklingt. Dort erklingt im ‚Hintergrund‘ ein Ostinato aus nicht mehr als zwei Tönen. Ein wesentliches Merkmal sind auch rhythmische Wiederholungen, eine Tones oder eine Akkords. Ebenfalls sind seine Kompositionen von bisweilen sehr kantigen dynamischen Gegensätzen geprägt, in weitläufigen Piano-Ebenen erheben sich plötzlich schroffe Sforzato-Schläge, was den Werken einen bisweilen destruktiven Charakter gibt.

Johannes Kalitzke dirigiert das Baskische Nationalorchester souverän, die komplexen, bisweilen polyphonen Strukturen sind ausgezeichnet herausgearbeitet, selbst die leiseste Schwebung ist sehr gut zu hören, das Orchester unter seiner Leitung hat keine Probleme mit Mikrointervallen. Ramon Lazkano zeigt sich in den hier eingespielten Orchesterwerken als ein versierter Forscher im Bereich der Zwischenklänge – eine sehr gelungene Produktion.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Patrick Beck Kritik von Patrick Beck,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Lazkano, Ramon: Orchesterwerke

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Kairos
1
26.02.2010
054:53
2009
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
9120010281563
KAI 0012992


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Kairos

KAIROS, das 1999 von Barbara Fränzen und Peter Oswald gegründete Label mit Sitz in Wien, widmet sich ausschließlich der Veröffentlichung von Werken Neuer Musik. Neben Werk- und Künstlerauswahl sind höchste Ansprüche in der Tontechnik und eine moderne Verpackung, unterstützt durch die Covergestaltung des österreichischen Malers Jakob Gasteiger, wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzepts.
KAIROS ist der erfüllte, der gelingende Augenblick. Mit diesem Wort benannte die griechische Antike die glückliche Übereinstimmung des Hier mit dem Jetzt, den günstigen Moment, der schicksalhaft entgegentritt und entschieden genutzt werden will.
KAIROS will jene erfüllte Zeit, die wir ?Musik? nennen, aufbewahren. Was musikalisch an der Zeit ist, heutigem Hören neue Räume und Erfahrungen öffnet, soll in Interpretationen, die den günstigen Moment ergriffen haben, für unsere Hörer gebannt werden.
Der Augenblick, und wäre er noch so schön, verweilt nicht. Aber er kann wiederkehren, und obwohl wir dann nicht mehr die selben sind, kann er uns erneut ergreifen und verwandeln. In diesem Sinn will KAIROS die Musik der Gegenwart, die unendlichen Abenteuer des Hörens, die sie bietet, der Zeitgenossenschaft zurückschenken. Damit die Gunst des Moments nicht ungenutzt vorüberzieht.
KAIROS will die Musik der Gegenwart wieder zu Musik für die Gegenwart machen. Dabei gehen wir in der Auswahl der Komponisten und ihrer Stücke keine Kompromisse ein: nur Musik, an deren Kraft und Fortbestehen wir glauben, die herausfordernde ästhetische Positionen einnimmt und neue Wege des Klangempfindens erschließt, soll in einer auf das individuelle Werk abgestimmten Aufnahmequalität präsentiert werden. Ausführliche, informative Booklets mit lesbaren Werkkommentaren und Beiträgen von Schriftstellern, die den Komponisten wahlverwandt sind, sollen nicht nur Musikkenner ansprechen sondern auch all jene neugierig machen, die neue künstlerische Entwicklungen unserer Zeit erleben wollen.
Die einzelne CD wird so zu einer Art Gesamtkunstwerk, ausgestattet mit einem Booklet, dessen Texte sich dem Nicht-Sagbaren der Musik auf essayistische, analytische und literarische Weise annähern, und in einer gleichermaßen kunstvollen wie praktikablen Box, deren Cover von dem österreichischen Künstler Jakob Gasteiger gestaltet sind. KAIROS: Musik als Wegbegleitung für den Aufbruch in neue Zeitalter.


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