> > > Alnaes, Eyvind: Sinfonien Nr. 1 & 2
Donnerstag, 21. Januar 2021

Alnaes, Eyvind - Sinfonien Nr. 1 & 2

Überwiegend heiterer Träumer


Label/Verlag: Sterling
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Alnæs' Stärken liegen eindeutig im lyrischen Bereich. Mit den langsamen Sätzen seiner Symphonien sind bezaubernde Kleinodien der symphonischen Literatur zu entdecken.

Die Musik lässt bei Track 2 der Platte aufhorchen. Es ist das 'Adagio’ der Ersten Symphonie des 25-jährigen Eyvind Alnæs (1872–1932). Wenn der als Lyriker bekannt ist, so weiß man nach dem Hören dieses von unglaublich schönen, verträumten Melodien getragenen Satzes auch, warum. Die Instrumentation hält hier ebenfalls besondere Schönheiten bereit, die anderen Sätze weit übertreffend. Allein dieser Satz ist schon Grund genug für die Bekanntschaft mit Alnæs.

Die wird vermittelt durch das entdeckerfreudige Label Sterling und seiner als SACD erschienenen Platte mit den Symphonien Nr. 1 in c-moll und Nr. 2 in D-Dur des Norwegers, wie immer bei diesem Label als Ersteinspielung. Das Latvian National Symphony Orchestra wird in der Aufnahme vom Juli/ August 2009 von Alnæs' Landsmann Terje Mikkelsen dirigiert. Da es keine Vergleichsaufnahmen gibt, lässt sich zur Qualität der Interpretation nur bedingt etwas aussagen. Das Orchester klingt jedenfalls sehr ausgewogen und rund, immer wieder überzeugen besonders die Bläser durch ihren klangschönen Glanz in den lyrischen Soli – dem Holz sind häufig die Seitenthemen der Ecksätze und weite Teile der Binnensätze anvertraut. Nicht ganz glücklich ist womöglich die Tempowahl. So wirken die Scherzi beider Symphonien etwas zu behäbig, würden mit lebhafteren Tempi wohl interessanter klingen. Das gleiche gilt für das Finale der zweiten Symphonie, auch wenn die Satzbezeichnung 'Allegro’ hier den Zusatz ‚non troppo’ trägt.

Abgesehen von dem oben erwähnten 'Adagio’ handelt es sich bei beiden Symphonien um liebenswerte, vorwiegend heiter-unbeschwerte Stücke für großes Orchester, dessen Klang aber weit entfernt ist von Alnæs' Zeitgenossen Gustav Mahler oder Richard Strauss. Alnæs' Tonsprache ist für seine Zeit konservativ und auch in der zweiten, 1923 komponierten Symphonie eindeutig dem 19. Jahrhundert zuzuordnen. Übrigens ist auch in diesem Werk der langsame Satz, diesmal ein weitgehend ruhig-verklärter Trauermarsch, der interessanteste.

Technisch ist die Aufnahme voll befriedigend, wenn auch nicht gerade brillant eingefangen. Weit über dem Durchschnitt ist hingegen das extrem informative Beiheft. Wer weiß schon etwas über ‚Die Symphonie in Norwegen’ oder hätte je die Namen der Komponisten Johann Daniel Berlin, Hans Hagerup Falge oder Otto Winter-Hjelm gehört? Daneben gibt es ausführliche Texte zu Alnæs, seinen Symphonien, dem Dirigenten und dem Orchester – Allerdings alles leider nur auf englisch und norwegisch.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Alnaes, Eyvind: Sinfonien Nr. 1 & 2

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Sterling
1
27.10.2009
Medium:
EAN:

CD
7393338108429


Cover vergössern

Sterling

Sterling is a record label specialising in orchestral music from the Romantic era, founded by Bo Hyttner. Most of the CDs released by Sterling contain previously unrecorded works. After setting out with Swedish romantics, Sterling is now spreading out towards the musical heritage of other European countries. In Sweden, the label is represented through CDA.



Additional to our series of Romantic orchestral classics, we release two more series:
  • The Artist series, dedicated to musical excellence from Swedish performers
  • The Historical Recordings series, with many unique pieces of musical heritage taken from the Swedish Radio Archives.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...

Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Sterling:

  • Zur Kritik... Geistliche Frauengesänge: Gesänge des Birgittenordens: Dieser Tonträger ist ein einzigartiger Beitrag zum Thema Frauen und geistliche Musik im klösterlichen Umfeld. Weiter...
    (Anneke Link, )
  • Zur Kritik... Skandinavische Erstaufführung: Die Veröffentlichung dieses Mitschnitts ist aus historischer Sicht überaus verdienstvoll und für Sammler oder Fans des schwedischen Opernhauses und seines Ensembles fraglos von großem Wert. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Polnischer Frühling: Mit der dritten Folge der bei Sterling erscheinenden Reihe mit Orchesterwerken von Zygmunt Noskoswki (1846–1909) ist der Zyklus seiner drei Symphonien erstmals komplett auf Tonträger vorhanden. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
blättern

Alle Kritiken von Sterling...

Weitere CD-Besprechungen von Jan Kampmeier:

  • Zur Kritik... Klingende Geschichtsstunde: Das russische Brahms Trio präsentiert auf seiner neuen Platte mit Werken von Aljabjew, Glinka und Rubinstein die Anfänge des Klaviertrios in Russland. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Der Flügel als Opernsänger: Marc-André Hamelin spielt virtuose Opernparaphrasen von Franz Liszt und Sigismond Thalberg. Er betont deren kantable, weniger die virtuose Seite. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Konturiert und entschlossen: Das Monet Quintett spielt auf seiner ersten Platte Werke von Richard Dubugnon, Paul Taffanel, Gustav Holst und Jean Francaix. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
blättern

Alle Kritiken von Jan Kampmeier...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Erfolgreicher Migrant: Ein überzeugendes Plädoyer für einen italienischen Wahlfranken. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Bibliothek mit schmalen Bänden: Die King's Singers füllen ihre Bibliothek weiter mit knappen Bänden: Neue Bearbeitungen und Kompositionen stehen neben wieder vorgestellten Klassikern des Repertoires. Beides gehört zum Markenkern der Formation. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Klingende Geschichtsstunde: Das russische Brahms Trio präsentiert auf seiner neuen Platte mit Werken von Aljabjew, Glinka und Rubinstein die Anfänge des Klaviertrios in Russland. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

Class aktuell (3/2020) herunterladen (2399 KByte) NOTE 1 - Mitteilungen (1/2021) herunterladen (2400 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

"Wir gehen auf eine Reise mit dem Publikum, eine Reise in ein phantastisches Land"
Das Klavierduo Silver-Garburg über Leben und Konzertieren im Hier und Heute und eine neue CD mit Werken von Johannes Brahms

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich