> > > Verdi, Giuseppe: Il Trovatore
Sonntag, 25. September 2022

Verdi, Giuseppe - Il Trovatore

Volltreffer!


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Hier wird mit einer intensiven Lebendigkeit musiziert, wie sie heute nur äußert selten zu finden ist.

Zu dieser Aufnahme des ‘Trovatore’ aus dem Jahre 1930 möchte ich eines sofort vorweg nehmen: diesmal hat Naxos Historical einen Volltreffer gelandet, und ein Album auf den Markt gebracht, das sich nahtlos in die Reihe herausragender historischer Aufnahmen einreihen lässt.
Es handelt sich hier um eine künstlerisch äußerst mitreißende Arbeit , sodass über Mängel - wie eher schlampiges Remastering oder billige Verarbeitung - locker hinweg gesehen werden kann. Gleich beim ersten Anhören des Albums fällt die teilweise für die heutige Zeit ziemlich flott wirkende Tempowahl des Dirigenten Lorenzo Molajoli auf, der hier am Pult des Orchesters der Mailänder Scala steht. Ansonsten zeichnet sich das Orchester durch präzise Intonation und Ausgewogenheit aus. Molajoli begleitet durch die gesamte Aufnahme hindurch souverän und sensibel. Niemals werden die Sänger durch allzudickes Musizieren zugedeckt.

Alle Interpreten - die Nebenrollen miteingeschlossen – zeichnen sich durch gute Stimmtechnik und herausragende Musikalität aus, wobei besonders die beiden männlichen Protagonisten dem Zuhörer eine wirklich aufregende Interpretation bieten. Der Mailänder Francesco Merli (1887 – 1976), dessen Karriere im übrigen besonders durch Toscanini gefördert wurde, brilliert in der Rolle des Manrico. Trotz hochdramatischen Gesangs hat Merli hervorragende, technisch einwandfreie Spitzentöne vorzuweisen und überzeugt gleich im ersten Akt mit einem ‘des’ am Ende des Terzettes. Weiches Legato und gute Phrasierung in den langsamen Teilen stehen Merlis deutlicher Aussprache nicht im Wege. Dynamikangaben werden von ihm auch an für die Stimme unbequemen Stellen genauestens beachtet.

Enrico Molinari, der seine Karriere 1907 als seriöser Bass begann, präsentiert hier einen Conte di Luna, der seinesgleichen nicht so schnell findet. Jugendlich-frisches Timbre gepaart mit hervorragender Technik, Musikalität und Präzision in den Koloraturen sind Garanten für absoluten Hörgenuss. Durch ebensolche Präzision zeichnet sich auch die Leonora dieser Aufnahme aus, Bianca Scacciati. In cantabile-Teilen phrasiert sie sehr eingängig, während sie auch in halsbrecherischen dirigierten Teilen (Di tale amor) rhythmisch exakt bleibt.

Einzig und allein Giuseppina Zinetti als Azucena kann nicht ganz so restlos überzeugen: rhythmischen Ungenauigkeit (Stride la vampa) und Brüche im unteren Registerwechsel fallen in einer sonst so perfekten Aufnahme etwas aus dem Rahmen.
Die Gesamtaufnahme des ‘Trovatore’ weist lediglich die auch heute in der Praxis üblichen Striche auf. Als besonderes Zuckerl hat Naxos die verbleibende Zeit auf der letzten CD mit anderen Opernarien aufgefüllt. Opernfans und echte Kenner sollten dieses Album auf keinen Fall verpassen, denn hier wird mit einer intensiven Lebendigkeit musiziert, wie sie heute nur äußert selten zu finden ist.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 




Kritik von Eva-Aurelia Gehrer,


Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Verdi, Giuseppe: Il Trovatore

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
Naxos
1
26.11.2001
2:30:09
1930
2001
Medium:
EAN:
BestellNr.:
CD
0636943116227
8.110162-63

Cover vergössern

Verdi, Giuseppe


Cover vergössern

Dirigent(en):Molajoli, Lorenzo
Interpret(en):Orchestra del Teatro alla Scala (Milano),


Cover vergössern

Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...

Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Naxos:

blättern

Alle Kritiken von Naxos...

Weitere CD-Besprechungen von Eva-Aurelia Gehrer:

  • Zur Kritik... Projekt Zukunft: Mittelpunkt des Albums ist das Posaunenkonzert des Initiators des Absolution-Projektes, des schweizer Komponisten und Saxophonisten Daniel Schnyder. Weiter...
    (Eva-Aurelia Gehrer, )
  • Zur Kritik... Ein unscheinbarer Aufstieg aus der Asche: Graphisch ansprechend gestaltet ist das Booklet, es enthält allerdings nur wenig wirklich interessante Information. Auch Special Features sind auf dieser DVD keine enthalten. Weiter...
    (Eva-Aurelia Gehrer, )
  • Zur Kritik... Tastenkünstler und ihr Lebensweg: In diesem Sinne genießt der Zuhörer - wenn man von den altersbedingten technischen Schwächen der DVD absehen mag - einen wunderbaren Nachmittag im Kreise dieser extravaganten Pianisten-Dynastie. Weiter...
    (Eva-Aurelia Gehrer, )
blättern

Alle Kritiken von Eva-Aurelia Gehrer...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (9/2022) herunterladen (3000 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

"Wir gehen auf eine Reise mit dem Publikum, eine Reise in ein phantastisches Land"
Das Klavierduo Silver-Garburg über Leben und Konzertieren im Hier und Heute und eine neue CD mit Werken von Johannes Brahms

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich