> > > Piano & Forte: Mihaela Ursuleasa spielt Klavierwerke von Beethoven, Brahms, Ravel
Samstag, 20. Juli 2019

Piano & Forte - Mihaela Ursuleasa spielt Klavierwerke von Beethoven, Brahms, Ravel

Entfesselte Leidenschaft


Label/Verlag: Berlin Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Nach langem Warten auf die Debüt-CD von Michaela Ursuleasa übertrifft sie damit alle pianistischen Erwartungen.

In jungen Jahren riet kein Geringerer als Claudio Abbado der aus Rumänien stammenden Pianistin Mihaela Ursuleasa, sie solle ihre Wunderkind-Konzerttätigkeit fürs erste besser ruhen zu lassen, um stattdessen erst einmal in Wien zu studieren. Sie befolgte den Rat des Maestros, ging dort seither in die pianistische Lehre und hat nun bei Berlin Classics in Kooperation mit dem Sender Deutschlandfunk ihre erste Soloplatte mit dem Titel ‚Piano & Forte’ herausgebracht. Zusammengestellt hat sie ein Programm, in dem sie einen denkbar weiten Bogen von Beethoven über die Romantik und den Impressionismus bis hin zu zeitgenössischer Musik spannt.

Eher eine Rarität hat sie mit Beethovens '32 Variationen über ein eigenes Thema’ WoO 80 an den Anfang gestellt. Doch bereits dieses knapp 10-minütige Werk macht klar, dass man es bei Ursuleasa mit einer Ausnahmebegabung zu tun hat. Vor Energie strotzen schon diese Veränderungen, kurze in sich ruhende Abschnitte werden jäh unterbrochen von plötzlichen Akkordzäsuren und wildem, aufgewühltem Passagenwerk – Ausdrucksmittel, die Ursuleasa markant artikuliert und ebenso kraft- wie wirkungsvoll einsetzt. Vom hell strahlenden Diskant bis hinunter in die Bassstimmen ist jede Note, jede Figur klar hörbar, unweigerlich fesselt sie den Hörer mit ihrem musikalischen Temperament. Wer immer noch glaubt, Variationen seien tendenziell formalistische, eher langweilige Kompositionen, den sollte diese Interpretation von seiner Meinung kurieren.

In Brahms’ drei Intermezzi op. 117 zaubert sie eine erneut bis ins Detail stimmklare, geradezu meditative Atmosphäre, in einer emotional so direkten Ansprache und konzentrierten Dichte bekommt man diese Stücke wahrlich selten zu hören. Ravels ‘Gaspard de la nuit’ beweist, dass Ursuleasa neben dem Gespür für feine musikalische Nuancen auch über die nötige Technik verfügt, um auch diese drei Bilder mit prallem programmatischen Leben zu füllen.

Wie sie selbst sagt, hat sie ihrem unruhigen Naturell entsprechend hin und wieder das Bedürfnis aus den vergleichsweise strikten Formen rein klassischer Musik auszubrechen und sich abseits von Konventionen auszutoben. Dazu hat sie in den darauf folgenden modernen Gefilden reichlich Gelegenheit, die sie in der Tat kompromisslos nutzt. In Alberto Ginasteras (1916-1983) Sonate Nr. 1 op. 22 lässt sie neben der Sensibilität des ‘Presto misterioso’ und den sanften Schattierungen des ‘Adagio molto appassionato’ in den Ecksätzen alle Dämme der Klangwucht brechen, auch im abschließenden Stück ihres Landsmanns Paul Constantinescu (1909-1963) vereint sie mit natürlich und elegant wirkendem Anschlag introvertierte Gesten und entfesselte Leidenschaft.

Auf einen Nenner gebracht scheint es beinahe egal, welcher Stilrichtung und  Epoche sie sich zuwendet – bei Ursuleasa hat man tatsächlich stets das seltene Gefühl, dass der Komponist genau das und nichts anderes sagen wollte. Die Kehrseite von so viel Lob: Mit diesem Album hat sie sich selbst eine hohe Messlatte für die Zukunft gelegt – hoffentlich kann sie sie halten. Einen persönlichen Blick auf ihre Sicht der Werke und ihren jeweils eigenen Bezug dazu gewährt sie in einem ansprechenden Booklet, eine brillante Klangqualität optimiert ein Debüt, das man auf keinen Fall verpassen sollte.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Piano & Forte: Mihaela Ursuleasa spielt Klavierwerke von Beethoven, Brahms, Ravel

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Berlin Classics
1
16.10.2009
Medium:
EAN:

CD
782124165420


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Interpret(en):Ursuleasa, Mihaela (Klavier)


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Berlin Classics

Berlin Classics (BC) ist das Klassik-Label der Edel Germany GmbH. Es ist das Forum für zahlreiche bedeutende historische Aufnahmen, wichtige Beiträge der musikalischen Zentren Leipzig, Dresden und Berlin sowie maßgebliche Neuproduktionen mit etablierten und aufstrebenden jungen Klassik-Künstlern. Dazu zählen etablierte Stars, wie z.B. die Klarinettistin Sharon Kam, die Pianisten Ragna Schirmer, Sebastian Knauer, Matthias Kirschnereit, Anna Gourari und Lars Vogt, die Sopranistin Christiane Karg oder auch die Ensembles Concerto Köln, Pera Ensemble, sowie der Dresdner Kreuzchor und das Vocal Concert Dresden. Mehrfach wurden Produktionen mit einem Echo-Preis ausgezeichnet. Im Katalog von Berlin Classics befinden sich Aufnahmen mit Kurt Masur, Herbert Blomstedt, Kurt Sanderling, Franz Konwitschny, Hermann Abendroth, Günther Ramin, Peter Schreier, Ludwig Güttler, Dietrich Fischer-Dieskau, die Staatskapellen Dresden und Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie, die Rundfunkchöre Leipzig und Berlin, der Dresdner Kreuzchor und der Thomanerchor Leipzig. Sukzesssive wird dieses historische Repertoire für den interessierten Hörer auf CD wieder zugänglich gemacht, wobei die künstlerisch hochrangigen Analogaufnamen mit größter Sorgfalt unter Anwendung der Sonic Solutions NoNoise-Technik bearbeitet werden, um sie an digitalen Klangstandard anzugleichen.


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