> > > Purcell, Henry: Harmonia Sacra (Ein- und zweistimmige Lieder)
Dienstag, 31. März 2020

Purcell, Henry - Harmonia Sacra (Ein- und zweistimmige Lieder)

Scheinfrömmigkeit


Label/Verlag: Brilliant classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Intimität der von Purcell vertonten Glaubenslyrik gerät bei Paul McCreesh und dem Gabrieli Consort and Players zu plakativ.

‚Unsere ganze Dichterschar ist Euch zu Dank verpflichtet, / denn dort, wo die dürren Worte des Autors versagten, / triumphieren, Purcell, Eure erfreulicheren Lockungen’, schrieb der Dichter Thomas Brown in einer Hommage an ‚Herrn Henry Purcell aus Anlass seiner vorzüglichen Kompositionen im Ersten und Zweiten Buch der Harmonia Sacra‘. Henry Playford hatte 1688 den ersten Band dieser Sammlung geistlicher Gesänge publiziert, an dessen Ausgabe Purcell selbst mitwirkte. Ein zweiter Band folgte 1693. Die ‚Harmonia Sacra‘ist in erster Linie ein Kompendium generalbassbegleiteter Sologesänge für die private Andacht, komponiert von Purcells Vorgängern John Blow und Pelham Humfrey und seinem Nachfolger als Organist der Westminster Abbey William Croft. Purcell selbst trug etliche Werke zu dieser Sammlung bei, die immer wieder gerne discographisch aufbereitet werden. Purcells Vertonungen literarisch qualitätvoller Lyrik der ‚metaphysical poets‘ der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts und Dichtern seiner Zeit sind aber zugleich auch Prüfsteine.

Brilliant Classics hat Paul McCreeshs 1994er Aufnahme dieser Purcell-Stücke wiederveröffentlicht, eine Einspielung, die mit dem Gabrieli Consort and Players freilich prominent genug besetzt ist, um die Befürchtungen einer schwachen Interpretation zu dämpfen, die aber letztlich dennoch nicht überzeugen kann. Der Grund hierfür liegt in der Plakativität des Gesangs. Feinstes barockes Phrasieren mag glatten Oberflächenglanz evozieren und eine Klangschönheit aufzeigen, mit der es sich durchaus leben ließe, wäre sie im Falle der Purcellschen geistlichen Lieder nicht fehl am Platze.

Extrovertiert kommen diese Aufnahmen daher, sängerisch konzentriert auf die äußere Darstellung eigentlich innerer Affekte. William Christie hat mit Les Arts Florissants das Introspektive dieser Lieder betont. Selbst wenn dabei die Grenzen zum Manieristischen überschritten wurden, so ist genau dieser Interpretationsansatz der wahrscheinlich schlüssigere. Wortgehalt, seine Umsetzung in Musik und Deklamation sollten von den Sängern gleichsam zu kleinsträumiger Intimität geführt werden. In den Aufnahmen von McCreesh aber geraten Purcells geistliche Lieder allzu diesseitig, weltlich, ja prunkhaft. Nicht zuletzt kann diese Wiederveröffentlichung deshalb auch weniger im Vokalen als vielmehr im Instrumentalen punkten: Timothy Roberts konturiert Orgelwerke Purcells in markant dargelegten Phrasen abseits von Formelhaftigkeit.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Erik Daumann Kritik von Erik Daumann,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Purcell, Henry: Harmonia Sacra (Ein- und zweistimmige Lieder)

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Brilliant classics
1
15.06.2009
Medium:
EAN:

CD
5028421938998


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