> > > Fischer, Christiane: Blockflöte lernen. Mit Liedern und Spielstücken. Band 2
Mittwoch, 23. Oktober 2019

Fischer, Christiane - Blockflöte lernen. Mit Liedern und Spielstücken. Band 2

Blockflöte (wieder) lernen 2


Label/Verlag: Edition Peters
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Ähnlich wie der erste Band kann auch der zweite Band als Materialsammlung mit Gewinn ergänzend, doch nicht als alleiniges Lehrwerk im Unterricht eingesetzt werden.

Im zweiten Band ihrer Blockflötenschule „Blockflöte lernen – mit Liedern und Spielstücken“ sammelt die Musikschullehrerin und Blockflötistin Christiane Fischer Stücke, „die sich durch Überlieferung bewährt haben“ und die sie thematisch ordnet.

Hierbei wird bei der Abfolge der Stücke weniger auf den Schwierigkeitsgrad Rücksicht genommen, vielmehr werden sie nach übergeordneten Gesichtspunkten sortiert. Zunächst werden die im ersten Band fehlenden Töne, anschließend im ersten Band nicht auftauchende Rhythmen (Triole), Akzentverschiebungen (Hemiole) und Taktarten (insbesondere Taktwechsel) eingeführt und an einigen wenigen Stücken geübt. Danach folgen Bordunlieder, die (ohne weitere Anleitung) zur Improvisation anregen sollen, zweistimmig gesetzte Spielmusik, Stücke der „Neuen Musik“ und Consortmusik (zwei- bzw. vierstimmig).

Die Stückauswahl weist eine große Stilvielfalt auf, neben leichteren Werken und Bearbeitungen europäischer Kunstmusik des 18. Jahrhunderts enthält der Band auch Volksmusik verschiedener Länder, diese meist in Form von Tänzen. Die Sätze sind größtenteils homophon gesetzt, mitunter besteht die Begleitung lediglich aus einer, das harmonische Gerüst gebenden Begleitung durch Basstöne. Hier wäre ebenso wie der instrumentaltechnische Schwierigkeitsgrad variiert, ein unterschiedlicher Schwierigkeitsgrad für das Zusammenspiel wünschenswert gewesen.

Bei der etwas stiefmütterlich behandelten „Neuen Musik“, die lediglich mit zwei, dafür mehrsätzigen Werken, 'Sieben kleine Stücke (Zyklus für Sopranblockflöte)' von Wolf-G. Leidel und 'Vogelgeschichten' für zwei Sopranblockflöten von Vivienne Olive, vertreten ist, ist die etwas zu fragmentarische Behandlung neuer Spieltechniken zu bemängeln. So tauchen lediglich Flatterzunge, Glissando und Sputato auf. Dafür geht der Schwierigkeitsgrad der Stücke, wie die Autorin selbst bemerkt, „über den durchschnittlichen Schwierigkeitsgrad des Heftes“ hinaus (zu nennen wäre hier vor allem der 3. Satz der Vogelgeschichten, in denen sich der Schüler mit 32stel Triolen gegen 32stel Duolen, die bisweilen um 16tel versetzt einzusetzen haben, konfrontiert sieht; die didaktische Hilfestellung zunächst ohne den Notentext zu arbeiten, ist zwar hilfreich, nimmt die Schwierigkeit jedoch nicht). Möglicherweise wäre eine dem Schwierigkeitsgrad des Heftes angemessene Auswahl von Stücken, dafür mit mehr modernen Spieltechniken von Vorteil gewesen.

Insgesamt stellt Fischer eine anregende und für die Unterrichtspraxis (insbesondere auch in kleinen Gruppen) sehr brauchbare Stücksammlung bereit, die im Bereich der Alten Musik sehr ausführlich ist, im Bereich der Neuen Musik hingegen zu fragmentarisch bleibt. Ähnlich wie der erste Band kann auch der zweite Band als Materialsammlung mit Gewinn ergänzend, doch nicht als alleiniges Lehrwerk im Unterricht eingesetzt werden.

Klangqualität:
Repertoirewert: 


Meike Wiese Kritik von Meike Wiese,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Fischer, Christiane: Blockflöte lernen. Mit Liedern und Spielstücken. Band 2

Label:
Anzahl Medien:
Edition Peters
1

BestellNr.:

EP 11084b

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"Auch der 2. Band enthält eine Vielzahl bekannter und weniger bekannter Stücke, in jedem Fall aber Werke, die eine Entdeckung wert sind. Eine Besonderheit des Bandes ist es, dass Spieltechniken der Neuen Musik behandelt werden. Außerdem ist die Consortmusik Thema, damit bezeichnet man in der Renaissancemusik ein Ensemble aus Musikinstrumenten meist einer Instrumentenfamilie."


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Edition Peters

Seit mehr als 200 Jahren steht der Musikverlag C. F. Peters im Dienst von Musikpflege und Musikwissenschaft. Ausgaben klassischer wie zeitgenössischer Werke vereinigen sich in der EDITION PETERS zu einem Gesamtkatalog mit mehr als 12.000 lieferbaren Titeln. Erstklassige Qualität im Druck, ihr eigenes wissenschaftliches Profil und ihre Bezogenheit zur Praxis haben die Ausgaben der EDITION PETERS zu verlässlichen Garanten für eine musikalische Beschäftigung auf hohem Niveau werden lassen. Ungeachtet dessen hat es sich der Verlag zur selbstverständlichen Aufgabe gemacht, die an seine Editionen gestellten Qualitätskriterien immer wieder neu zu überprüfen.

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