> > > Hecht, Julia: Cello spielen. Eine Einführung für neugierige Erwachsene. Band 2
Donnerstag, 28. Mai 2020

Hecht, Julia - Cello spielen. Eine Einführung für neugierige Erwachsene. Band 2

Konzentrierte Vielfalt ? 2


Label/Verlag: Edition Peters
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Lehrwerk ?Cello Spielen? von Julia Hecht erweist sich als konzentrierter Lehrgang mit exemplarischer Stückauswahl für den effektiven und vielseitigen Unterricht mit Erwachsenen.

Immer mehr Erwachsene nehmen Cellounterricht, sei es, um sich endlich einen Kindheitswunsch zu erfüllen, sei es als Ausgleich zum beruflichen Alltag. Die Hemmschwelle, sich als erwachsene Person an ein Streichinstrument heran zu wagen, ist allerdings meist recht hoch; viele trauen sich die erforderlichen Fähigkeiten nicht zu. Zu Recht hat Julia Hecht hier Bedarf an einem geschickt konzipierten Lehrgang für Erwachsene entdeckt: Die Standardlehrwerke, etwa von J.J.F. Dotzauer oder Folkmar Längin, die sich für erwachsene Schülerinnen und Schüler anbieten, sind, wenn auch immer noch aktuell, doch schon einige Jahrzehnte auf dem Markt. Gesucht hat Julia Hecht wohl nach einem ganzheitlichen Konzept, den Erwachsenen einen Weg zum Cellospiel, zur Musik und zu sich selbst zu ebnen. Als Cellistin und Cellopädagogin sitzt sie da auch an der Quelle. Nach dem Erscheinen des ersten Bandes Anfang 2007 folgte erst im Frühling dieses Jahres der zweite Band ihres Lehrwerks bei der Edition Peters.

Der zweite Band schließt in seiner Gestaltung an der ersten Band an. Nach einer kurzen Wiederholung der weiten Lage nach unten, wird das Streichen auf zwei Saiten zuerst mittels Vorübungen, dann anhand konkreter Stücke eingeführt. Im nächsten Kapitel folgt die weite Lage nach oben. Nach der Verknüpfung von enger und weiter Lage folgen die halbe Lage, dann die vierte Lage und die Verbindung der Lagen durch den Lagenwechsel. Der Schluss des Bandes beinhaltet die Behandlung von Doppelgriffen und Arpeggien und einen Anhang mit Trios für drei Celli. In den meisten Kapiteln sind sowohl ins Thema einführende Übungen,Tonleitern, sowie Stücke aus der musikalischen Praxis enthalten.

Die Exkurse im zweiten Band konzentrieren sich vor allem auf rhythmische Themen wie Synkope und Hemiole. Darüber hinaus findet sich eine kurze Einführung in die Spieltechnik des Vibratos. Neben klassischen und volksliedhaften Stücken tauchen nun auch Blues und Tango als neue Stilrichtungen auf. Wie schon dem ersten, sind auch dem zweiten Band für einzelne Stücke Klavierbegleitungen beigelegt, was dazu ermuntert, das Cello in einen größeren instrumentalen Zusammenhang zu stellen.

Die bislang zweibändige Einführung ins Cellospiel überzeugt durch den kompakten Aufbau und die exemplarisch ausgewählten Stücke zu den verschiedenen Lernthemen. Dies rechtfertigt die konzentrierte Gestaltung insofern, als die Lehrperson auf einfache Weise ergänzende Werke je nach Bedarf einflechten kann. Der Lernstoff vorangegangener Kapitel wird geschickt in die folgenden Stücke integriert. Die Ganzheitlichkeit, mit welcher das Cellospiel angegangen wird, dürfte ein wesentlicher Unterschied zu bisherigen Lehrwerken darstellen – gerade Erwachsene sind erfahrungsgemäß dankbar für vielerlei Impulse, sich selbst auf verschiedene Weise zu begegnen.

Etwas schade ist, dass bei den meisten Volksliedern die Quellenangaben fehlen, stehen doch bei den anderen Stücken jeweils informative Erläuterungen zu Gattung und Komponist dabei. Störender fallen allerdings die Fotos auf, die fast durchwegs sehr verkrampft wirken, insbesondere jene der linken und rechten Hand. Dieser Eindruck kommt unter anderem durch die unnatürliche Wegstreckung des Instruments von eigenen Hals zustande. Gerade die linke Hand erscheint in den meisten Abbildungen zu krallenhaft aufgestellt. Im ersten Band gilt der linken Hand auch weniger Aufmerksamkeit als der rechten; die Schulung des Gehörs und der Intonation wird erst im zweiten Band vermehrt angesprochen. Etwas undifferenziert wird darüber hinaus der Einsatz des Körpers beim Spielen behandelt. Die Schülerin bzw. der Schüler wird lediglich dazu aufgefordert, mit dem Körper mitzuschwingen. Hier ist eine kompetente Sensibilisierung auf das Thema von Seiten der Lehrperson unabdingbar.

Nun dürfen die weniger gelungenen Aspekte der Ausgabe keineswegs dazu führen, den pädagogischen Wert der beiden Hefte zu schmälern: Der klar zu erkennende rote Faden, die geschickte Stückwahl und die sympathische, unkomplizierte Art der Kontaktaufnahme der Autorin mit der Schülerin bzw. dem Schüler machen das Lehrwerk in der Verwendung für den Unterricht für Erwachsene zu einem ausgezeichneten Begleiter. Der Eigenkompetenz der Lehrperson steht nichts im Wege, die reichlich vorhandenen Impulse aufzugreifen, um den Traum, Cello zu spielen, auch im Erwachsenenalter wahr werden zu lassen.

Klangqualität:
Repertoirewert: 


Michelle Keller Kritik von Michelle Keller,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Hecht, Julia: Cello spielen. Eine Einführung für neugierige Erwachsene. Band 2

Label:
Anzahl Medien:
Edition Peters
1

BestellNr.:

EP 11057b

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"In der Instrumentalpädagogik für Erwachsene nimmt das Violoncello einen hervorragenden Platz ein, da es sich schon unter anatomischen Gesichtspunkten auch für „späte“ Anfänger gut eignet. Im neu erschienenen 2. Band wird neben den Solostücken vor allem in den Duos die Freude am Zusammenspiel gefördert und damit auch das Gehör geschult."


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Edition Peters

Seit mehr als 200 Jahren steht der Musikverlag C. F. Peters im Dienst von Musikpflege und Musikwissenschaft. Ausgaben klassischer wie zeitgenössischer Werke vereinigen sich in der EDITION PETERS zu einem Gesamtkatalog mit mehr als 12.000 lieferbaren Titeln. Erstklassige Qualität im Druck, ihr eigenes wissenschaftliches Profil und ihre Bezogenheit zur Praxis haben die Ausgaben der EDITION PETERS zu verlässlichen Garanten für eine musikalische Beschäftigung auf hohem Niveau werden lassen. Ungeachtet dessen hat es sich der Verlag zur selbstverständlichen Aufgabe gemacht, die an seine Editionen gestellten Qualitätskriterien immer wieder neu zu überprüfen.

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