> > > Jarrell, Michael: Cassandra (Gesprochene Oper für Ensemble & Darsteller)
Dienstag, 20. August 2019

Jarrell, Michael - Cassandra (Gesprochene Oper für Ensemble & Darsteller)

Das Problem des Monodramas


Label/Verlag: Kairos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Monodrama der Schweizer Komponisten Michael Jarrell nach Christa Wolfs Erzählung 'Kassandra'.

Der Schweizer Komponist Michael Jarrell schrieb seine 'Cassandre’ in den Jahren 1993 und 94, uraufgeführt wurde die französische Fassung 1994 in Paris vom Ensemble Intercontemporain, die deutsche 1996 in Zürich. Michael Jarrell steht mit seiner Komposition in der Tradition des Melodrams, hier wiederum in der Spezialform des Monodramas. Gesprochener Text überlagert hier die Instrumentalmusik, ohne dass gesungen wird, lediglich Anweisungen zur Koordination zwischen Sprecherin und Musik finden sich in der Partitur. Michael Jarrell wählte als Textvorlage Christa Wolfs 'Kassandra’, eine Erzählung der Geschehnisse um die Belagerung von Troja aus der Perspektive der Seherin Kassandra, der, von Apollo in den Mund ,gespuckt’, trotz ihrer zutreffenden Vorhersagen keiner glaubt. Eine Aufnahme der französischen Fassung hat jetzt das Wiener Label Kairos veröffentlicht, eingespielt im Oktober 2008 wiederum vom Ensemble Intercontemporain unter der Leitung von Susanna Mälkki.

Zwei Welten

Michael Jarrells Komposition trägt das Problem der gewählten Gattung mit sich herum. Hier treffen zwei verschiedene Welten aufeinander, die kunstvoll auskomponierte Musik auf der einen Seite und die gesprochene Sprache auf der anderen. Die Musik wird von der nach klanglichen Gesichtspunkten nicht organisierten Sprache überlagert, wird Hintergrund, Kulisse, gerät zur bloßen Untermalung. Dabei ist Jarrells Musik reich an feinen Differenzierungen, ist abwechslungs- und farbenreich gearbeitet, folgt klangschön den seelischen Bewegungen Kassandras. Die Sprache ist im Vergleich zur Musik, obwohl sie von der Sprecherin Astrid Bas sehr differenziert und gut moduliert gesprochen wird, von ihrem Wesen her wesentlich monotoner. Es gelingt kaum, durch die Sprache hindurchzuhören, auf die Musik zu hören. Zudem fällt noch ins Gewicht, dass vorliegend die französische Version eingespielt wurde und man also, wenn man die Sprache nicht beherrscht, viel schwerer einen Zugang zu dem Text findet. Man muss im Booklet mitlesen, so dass sich der Text noch über die Sprache legt. Auch wenn die Forderung vielleicht etwas vermessen ist: Rezensent wünscht sich, die Komposition einmal ohne Sprecher hören zu können. Das Ensemble Intercontemporain jedenfalls spielt seinen Part sehr sensibel, fast fließend, und doch ungemein präzise. Das Booklet ist, wie immer bei Kairos, mit Biographien, Fotos, Notenbeispielen und einem längeren Einführungstext gelungen gestaltet.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Patrick Beck Kritik von Patrick Beck,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Jarrell, Michael: Cassandra (Gesprochene Oper für Ensemble & Darsteller)

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Kairos
1
15.05.2009
Medium:
EAN:

CD
9120010281488


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Kairos

KAIROS, das 1999 von Barbara Fränzen und Peter Oswald gegründete Label mit Sitz in Wien, widmet sich ausschließlich der Veröffentlichung von Werken Neuer Musik. Neben Werk- und Künstlerauswahl sind höchste Ansprüche in der Tontechnik und eine moderne Verpackung, unterstützt durch die Covergestaltung des österreichischen Malers Jakob Gasteiger, wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzepts.
KAIROS ist der erfüllte, der gelingende Augenblick. Mit diesem Wort benannte die griechische Antike die glückliche Übereinstimmung des Hier mit dem Jetzt, den günstigen Moment, der schicksalhaft entgegentritt und entschieden genutzt werden will.
KAIROS will jene erfüllte Zeit, die wir ?Musik? nennen, aufbewahren. Was musikalisch an der Zeit ist, heutigem Hören neue Räume und Erfahrungen öffnet, soll in Interpretationen, die den günstigen Moment ergriffen haben, für unsere Hörer gebannt werden.
Der Augenblick, und wäre er noch so schön, verweilt nicht. Aber er kann wiederkehren, und obwohl wir dann nicht mehr die selben sind, kann er uns erneut ergreifen und verwandeln. In diesem Sinn will KAIROS die Musik der Gegenwart, die unendlichen Abenteuer des Hörens, die sie bietet, der Zeitgenossenschaft zurückschenken. Damit die Gunst des Moments nicht ungenutzt vorüberzieht.
KAIROS will die Musik der Gegenwart wieder zu Musik für die Gegenwart machen. Dabei gehen wir in der Auswahl der Komponisten und ihrer Stücke keine Kompromisse ein: nur Musik, an deren Kraft und Fortbestehen wir glauben, die herausfordernde ästhetische Positionen einnimmt und neue Wege des Klangempfindens erschließt, soll in einer auf das individuelle Werk abgestimmten Aufnahmequalität präsentiert werden. Ausführliche, informative Booklets mit lesbaren Werkkommentaren und Beiträgen von Schriftstellern, die den Komponisten wahlverwandt sind, sollen nicht nur Musikkenner ansprechen sondern auch all jene neugierig machen, die neue künstlerische Entwicklungen unserer Zeit erleben wollen.
Die einzelne CD wird so zu einer Art Gesamtkunstwerk, ausgestattet mit einem Booklet, dessen Texte sich dem Nicht-Sagbaren der Musik auf essayistische, analytische und literarische Weise annähern, und in einer gleichermaßen kunstvollen wie praktikablen Box, deren Cover von dem österreichischen Künstler Jakob Gasteiger gestaltet sind. KAIROS: Musik als Wegbegleitung für den Aufbruch in neue Zeitalter.


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