> > > Händel, Georg Friedrich: Tamerlano
Donnerstag, 28. Oktober 2021

Händel, Georg Friedrich - Tamerlano

Licht und Schatten


Label/Verlag: Opus Arte
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Domingos ergreifende Darstellung und McCreeshs vitales Dirigat trösten über die Regiewüste hinweg.

Licht und Schatten – schwarz und weiß, dass sind die Farben, aus denen diese Produktion des Madrider Opernhauses in Übernahme einer Produktion aus dem Florentiner Teatro della Pergola gemacht ist. Viel Schatten in der Regie, viel Licht in der Musik. Zunächst zu den Schatten: Die Regie von Graham Vick ist – um es kurz zu sagen – für jeden, der weiß, wie lebendig und natürlich Händelopern inszeniert werden können, am Rande des Erträglichen. Mit ausgebreiteten Armen wird herumgerudert, es werden dramatisch oder vielsagend die Augen verdreht. Vor allem wird viel geschritten. Die Handlung spielt in einem langweilig-abstrakten, schwarz-weißen Bühnenbild von Richard Hudson, vor dem sich die phantasievoll-historisierenden Kostüme, die aufwendig gearbeitet sind, und sogar ein lebensgroßer, blauer Stoffelefant, mit dem Irene am Hof Tamerlanos anreist, zumindest farblich angenehm herausheben. Da Tamerlano auch im Vergleich mit anderen Opern recht rezitativlastig ist, ist die schlechte Regie tatsächlich ein Ärgernis, zumal die Rezitative recht langsam gesungen werden. Eine zähe Produktion, die auch durch den Ratschlag von McCreesh in einem der Produktion beigegebenen Interview, man müsse sich auf einer DVD ja die Akte ja nicht hintereinander anhören, sondern könne jeweils einen Tag Pause einlegen, nicht besser wird.

Glücklicherweise widersetzt sich der Star der Aufführung, Placido Domingo, größtenteils diesem Regieunsinn. Domingos Präsenz und Ausstrahlung sind nach wie vor phänomenal. Seine Darstellung ist dramatisch und natürlich. Es ist erstaunlich, dass und wie sich Domingo in seinem ja doch recht hohen Alter noch einmal der Barockoper zugewandt hat. Sicherlich ist die Rolle des alten Bajazet dafür ideal. Auch wenn Domingo mit den vom Orchester vorgegebenen Tempi manchmal seine Mühe hat, ist vor allem seine Darstellung des Suizids am Ende der Oper ergreifend. Dass man für die Rolle des Tyrannen Tamerlano, die Händel für seinen Starkastraten Senesino komponiert hat, keinen Countertenor verpflichtet hat, ist bedauerlich, auch wenn Monica Bacelli ihre Sache – wie schon in ihren anderen Einspielungen dieser Rolle – sehr gut macht. Aber es geht dem Stück etwas verloren, wenn man den Tyrannen mit einer Frau besetzt. Sara Mingardo ist demgegenüber eine Idealbesetzung für Andronico, Ingela Bohlins in den Höhen nicht selten etwas enger Sopran fehlt es etwas an dem dramatischen Ausdruck, den die Rolle der Asteria eigentlich auch verlangt.

Das für Händel recht groß besetzte Symphonieorchester Madrid spielt zupackend und energetisch, ohne zu übertreiben. Paul McCreesh gelingt es, auch einem nicht auf Originalklang spezialisierten Orchester durchaus barocke Kraft und Vitalität herauszulocken. Für den Continuo-Teil hat man Spezialisten verpflichtet.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:
Features:
Regie:







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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Händel, Georg Friedrich: Tamerlano

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Opus Arte
3
16.03.2009
Medium:
EAN:

DVD
809478010067


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Opus Arte

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