> > > Schubert, Franz: Streichquartett DV. 804 ´Rosamunde´ & DV. 810 ´Der Tod und das Mädchen´
Samstag, 18. August 2018

Schubert, Franz - Streichquartett DV. 804 ´Rosamunde´ & DV. 810 ´Der Tod und das Mädchen´

Zu ungenau


Label/Verlag: Ricercar
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Quatuor Terpsycordes legt eine gute Interpretation von Franz Schuberts ?Der Tod und das Mädchen? vor. Dass die Aufnahme nicht vorzüglich gelang, ist ärgerlich und wäre vermeidbar gewesen.

Wohl kein Werk Franz Schuberts, das außerhalb seines Liedschaffens steht, hat eine vergleichbare Aura wie sein Streichquartett ‘Der Tod und das Mädchen’. Wie so oft gehen hier etliche programmatische Deutungen mit einer zunehmenden Mythologisierung des Werkes Hand in Hand. Mit anderen Worten: Über das Stück wurde viel nachgedacht und geschrieben, etliche Aufnahmen sind verfügbar. Das Quatuor Terpsycordes wagt sich an das oft gespielte Werk und verbindet es mit dem Vorgänger-Quartett ‘Rosamunde’. Für ein junges Quartett ist diese Auswahl natürlich reizvoll und gefährlich zugleich. Mit einem mutigen Zugriff auf das Werk kann man das künstlerische Profil schärfen; zunächst stellt sich aber die nicht ganz tückenlose Frage, die auch das Quartett im Begleittext betont offen stellt: Wozu eine neue Fassung aufnehmen?

Die Musiker selbst sind der Meinung, dass das Spiel auf Darmsaiten und mit klassischen Bögen der Komposition einen Klang verleiht, der gesangsähnlich, liedähnlich und somit für Schubert-Interpretationen sehr gut geeignet sei. Das ist sicherlich richtig: Dass Schubert an der Etablierung liedähnlicher Strukturen interessiert war, zeigt sich nicht zuletzt an den Zitaten aus ‘Gretchen am Spinnrade’ in der ‘Rosamunde’ und natürlich aus dem Lied ‘Der Tod und das Mädchen’ im danach benannten Quartett Nr. 14. Der dünne, sehr verletzliche Klang des Quartetts steht dieser Musik wunderbar zu Gesicht. Gerade der berühmte zweite Satz entfaltet mit den historischen Instrumenten eine sehr zerbrechliche Schönheit. Das vibratoarme Spiel tut sein übriges, um die Innigkeit der Musik zu betonen. Insofern muss man konstatieren: Die Musiker haben gute Gründe, das Quartett aufzuführen.

Leider ist die Aufnahme nicht auf ganzer Linie gelungen: Die Artikulation ist oft zu unscharf, man vermisst ein gewisses Pulsieren der Instrumente; stattdessen wirkt das ganze oft etwas diffus. Das ist insofern besonders schade, weil die Klarheit und Schärfe, die durch die Wahl der Instrumente gewonnen wurde, durch die oftmals zu unentschiedene rhythmische Gestaltung verspielt wird.

Woran das liegt, bleibt im Dunkeln – die Begeisterung des Quartetts für dieses Repertoire ist ja durchaus spürbar: Viele Sequenzen werden einfühlsam und genau interpretiert. Leider wird Schuberts Musik nicht in letzter Konsequenz durchgestaltet. Ähnliches gilt übrigens auch für das Booklet, das mit einigen ärgerlichen Flüchtigkeitsfehlern den guten Eindruck des durchaus intelligenten Begleittextes stört.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Kritik von Martin Andris ,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Schubert, Franz: Streichquartett DV. 804 ´Rosamunde´ & DV. 810 ´Der Tod und das Mädchen´

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Ricercar
1
01.11.2008
EAN:

5400439002722


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Ricercar

Von Haus aus Musikwissenschaftler und Gambist (und hier immerhin Schüler von Wieland Kuijken), gründete der Belgier Jérôme Lejeune 1980 sein Label RICERCAR, das schnell zu einem der wichtigsten im Bereich der Alten Musik wurde. Das war nicht nur durch die musikwissenschaftliche Arbeit Lejeunes nahe liegend, sondern auch dem Umstand geschuldet, dass Belgien von je her zu den führenden Nationen im Bereich der historischen Aufführungspraxis gehörte. Die Künstler, die für RICERCAR aufnehmen bzw. aufgenommen haben, lesen sich ohne Übertreibung wie das Who-is-Who der Alten Musik-Szene: Hier machte zum Beispiel Philippe Herreweghe genauso seine allerersten Aufnahmen wie das Ricercar Consort, Jos van Immerseel oder Mark Minkowski (sowohl als Fagottist als auch als Dirigent). Zu den Künstlern und Ensembles, die derzeit dem Label verbunden sind, gehören so prominente Namen wie der Organist Bernard Foccroulle, die Sopranistin Sophie Karthäuser sowie die Ensemble La Fenice und Continens Paradisi. Nach wie vor bietet Lejeune dabei jungen Künstlern und Ensembles eine künstlerische Plattform und er beweist dabei stets ein besonders glückliches Händchen. Viele der nicht weniger als 250 Aufnahmen, die hier veröffentlicht wurden, waren klingende Lektionen in Musikgeschichte, die in mehrteiligen Reihen solche Themen wie Bach und seine Vorgänger, die franko-flämische Polyphonie oder Instrumentenkunde behandelten und so etwas wie zu einem Markenzeichen des Labels wurden. Das erstaunliche dabei war auch, dass nahezu alle Produktionen des Labels von Lejeune sowohl wissenschaftlich als künstlerisch und technisch betreut wurden.


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