> > > Mendelssohn Bartholdy, Felix: Sämtliche Werke für Cello und Klavier
Freitag, 20. April 2018

Mendelssohn Bartholdy, Felix - Sämtliche Werke für Cello und Klavier

Erster Jubiläumshöhepunkt


Label/Verlag: Genuin
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Duo Arp Frantz hat mit Mendelssohns sämtlichen Werken für Cello und Klavier wohl einen der ersten Höhepunkt des jungen Jubeljahrs vorgelegt.

Es herrscht das Mendelssohn-Jahr. Die wachsende, sich verfestigende Jubilar-Kultur, bei stetig anwachsender Künstlerzahl, verführt dazu, sich vorstellen zu wollen, wann sich der Trend zusammen mit den Rankings, wessen Jahr denn nun genau, selbst aufheben wird (von Haydn hört man z.B. nicht so viel). Aber diese Vorstellung unterstellt in ihrer Spitze bereits, es könnte genug Kultur geben und zu viele Kunstprodukte – das glaube ich eigentlich nicht (zumal in Bezug auf gute). Das Jubiläum steigert durch den Abschluss einer Zeitperiode in doppelter Hinsicht: die Letztmaligkeit des Jubiläumsmoments garantiert die Einmaligkeit des Kunstprodukts, der Moment ermöglicht in eben dem Maße die Neuheit der Interpretation, da die Kette der Wiederholungen zwischenzeitlich abgeschlossen und mit dem Jubiläum versiegelt wird. Auch die neue CD des Duo Arp Frantz mit Mendelssohns sämtlichen Werken für Cello und Klavier steht in diesem Zusammenhang und in der europäischen Tradition dessen, was Bazon Brock ‚Strategien zur Erzwingung von Ewigkeit’ nennt. Eine wunderbare Sache. Wer also europäische Kultur mag, der dürfte auch diese CD mögen: auch durch die gegenüberliegende, sinnliche Seite dessen, was es an Musik und Wohlklang zu hören gibt.

Der Cellist Julian Arp und der Pianist Caspar Frantz spielen schon sehr lange zusammen, sodass man in Anbetracht der jungen Künstler und im besten Sinne von einer lebenslänglichen Kammermusikverbindung reden könnte. Angefangen mit der ersten Auszeichnung im Jahr 2000, hat das Duo letztlich den ersten Preis im Felix Mendelssohn Bartholdy Wettbewerb und den ‚Kammermusikpreis der Freunde junger Musiker’ erhalten, um die Resonanz nur anzuschneiden, die die beiden Wahlberlinern momentan in Gestalt von Preisen erfahren.

Entsprechend mit den Jahren ist organisch ein Zusammenspiel gewachsen, das sich mit einem zweifellosen und sicheren Gestus entfaltet, und zu einer wunderbar in sich geschlossenen Interpretation führt. Wörter wie Sorgfalt, Geradlinigkeit und kammermusikalischer Geist stellen sich beim Hören der fünf eingespielten Werke ein. Die Interpretation sucht und findet die schönen Stellen bei Mendelssohn: und damit ist gerade nicht die meist pejorativ angesprochene, übermäßige Betonung der ‚schönen Stellen’ gemeint. Nach Brüchen wird nur nicht mit grellem Scheinwerfer gesucht, es wird nicht experimentiert und willkürlich etwas ‚anders’ gemacht, zum Unterscheidungsmerkmal abbestellt.

Mendelssohns Musik wird aber dadurch nicht einheitlich gedämpft, oder gar ruhig. Raue, aufbrausende, problematische Kanten und Ecken, meint man, könnte man so vermissen, aber die Dämpfung, die auch im Booklet herbeizitierte Formel der ‚edlen Einfalt und stillen Größe’, hat in Mendelssohns Werk selbst Gegengewicht und Kehrseite, die ebenso vollplastisch dargestellt wird. Im 'Allegretto scherzando' der D-Dur-Sonate etwa folgt auf all die tastenden, weich und schüchtern in sich kreisenden Passagen ein gewaltiger Ausbruch angesammelter Kräfte: und der Spannungsbogen, das macht die Interpretation augen- und ohrenfällig, wird umso interessanter als er seinen Höhepunkt nicht im Finale findet. Die Interpretation fördert hier, und nicht nur hier, die feinsten Abstufungen und Verschiebungen greifbar zu Tage.

Mit der CD von Julian Arp und Caspar Frantz hat das noch junge Mendelssohn-Jahr sicherlich einen seiner ersten Höhepunkt zu verzeichnen; die ‚Freunde junger Musiker Berlin’ und die Stiftung Preussischer Kulturbesitz, die die CD förderten, haben Geschmack bewiesen. Vor solchen CDs verliert die Rede vom überschwemmten Markt, dem Überangebot, der Vielzahl an Einspielungen jeden fahlen Beigeschmack. Mit solcher Sorgfalt und Ernsthaftigkeit muss man den Markt geradezu überschwemmen. Das würde vielleicht auch die ganze Jubiläumsjahr-Kultur aufwerten, weil es die Frage neugierig verneinen würde, ob man dieses oder jenes Werk wirklich schon zu oft gehört hat, nur weil man die Opuszahl kennt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Tobias Roth Kritik von Tobias Roth,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mendelssohn Bartholdy, Felix: Sämtliche Werke für Cello und Klavier

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Genuin
1
23.01.2009
EAN:

4260036251333


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Genuin

Im Jahr 2002 standen die jungen Tonmeister von GENUIN vor einer wichtigen Entscheidung: Sollte man sich weiterhin lediglich auf das Aufnehmen und Produzieren konzentrieren, oder auf die zahlreichen Nachfragen und positiven Rückmeldungen von Musikern und Fachzeitschriften eingehen und ein eigenes Label ins Leben rufen? In einer Zeit, in der praktisch alle großen Klassik-Label ihre Produktion eingestellt oder zumindest stark gedrosselt hatten, fiel die Entscheidung nicht leicht – aber sie fiel einstimmig aus: zugunsten einer offiziellen Vertriebsplattform für die GENUIN-Aufnahmen. Und der Erfolg hat nicht lange auf sich warten lassen.

Das Label GENUIN hat sich in seinem zwölfjährigen Bestehen zu einem Geheimtipp unter Musikern und Musikliebhabern entwickelt. Schon vor dem Leipzig-Debüt im Oktober 2004, einem Antrittskonzert im Robert-Schumann-Haus mit Paul Badura-Skoda, wurden die CDs in den deutschlandweiten Vertrieb gebracht und von Fachpresse und Musikerwelt hochgelobt. Inzwischen werden GENUIN-CDs in den meisten Ländern Europas sowie in Japan, Süd-Korea, Hongkong und den USA vertrieben.

Das Erfolgsrezept von GENUIN: Die gesamte Produktion, also die Beratung der Künstler bei Aufnahmeraum und Repertoire, die Vorbereitung und Durchführung der Aufnahme selbst, der Schnitt mit allen notwendigen Korrekturen, generelle Entscheidungen beim Cover- und Bookletentwurf bis hin zur fertigen Veröffentlichung liegen in der Hand der Tonmeister. Nur so haben die Musiker den größtmöglichen Entfaltungsspielraum bei der Einspielung und Gestaltung ihrer CDs. Und gleichzeitig kann bis zuletzt eine gleichbleibend hohe Qualität garantiert werden.

GENUIN bietet auch abseits ausgetretener Pfade etablierten Künstlern genauso wie der Nachwuchsgeneration die Möglichkeit, Musik nach eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Das macht sich positiv bemerkbar für die Hörer der mittlerweile mehr als 300 GENUIN-CDs mit Interpreten wie Paul Badura-Skoda, Nicolas Altstaedt oder der Dresdner Philharmonie.


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