> > > The golden age of light music. Going places: Werke von Saunders, Brown, Leslie u.a
Montag, 18. Oktober 2021

The golden age of light music. Going places - Werke von Saunders, Brown, Leslie u.a

Tönende Nostalgie I


Label/Verlag: Guild
Detailinformationen zum besprochenen Titel


David Ades und Alan Bunting als Dream-Team für die musikalische Reise um die Welt: 'Guild' fügt mit 'Going Places' einen weiteren Glanzpunkt seiner 'Golden Age of Light Music'-Reihe hinzu.

Unterhaltungsmusik, leichte Musik – so antiquiert diese Begrifflichkeiten auch daherkommen mögen, den Hauch des Despektierlichen haben sie noch immer nicht verloren. Wie sehr noch immer der Vorbehalt gegenüber den Qualitäten dieses Genres wirkt, zeigt der Blick ins Musikwörterbuch, das da Unterhaltungsmusik definiert als 'zusammenfassende Bezeichnung für die dem natürlichen Unterhaltungsbedürfnis des Menschen mit sehr unterschiedlichen ästhetischen Anspruch Rechnung tragenden Erscheinungsformen musikalischer Unterhaltung, die seit der 2. Hälfte des 19. Jh. vom künstlerisch anspruchslosen, auf bloße Zerstreuung ausgerichteten Musikstück der sog. leichten Muse bis zur gehobenen, an volkstümliche Musizierformen anknüpfenden und daher leichter zugänglichen Komposition der sog. Ernsten Musik reichen.'

Die Angelsachsen und ihre amerikanischen Vettern würden diese Definition zwar ebenso unterschreiben, hatten aber mit der an sich unsinnigen Unterscheidung von U- und E-Musik nie eigentliche Probleme. 'Light Music' ist die englische Bezeichnung für jenes Genre, dessen Schwerpunkt auf Melodie liegt, sich unterschiedlichen Stimmungen widmet, Orte und Objekte musikalisch be- und umschreibt. Die BBC etablierte 1945 gar ein eigenes 'Light Programme' mit Radiosendungen wie 'Friday Night is Music Night' (eine noch heute laufende Sendung) oder 'Music While You Work' (ein Radioprogramm, das bereits ab 1940 gesendet wurde und während des Zweiten Weltkriegs durch Non-Stop-Medleys die Arbeit in den Fabriken in Schwung halten sollte). Bis in die frühen 1960er Jahre erlebte die leichte Musik goldene Zeiten.

Immer wieder haben sich Plattenfirmen dieses Genres angenommen und mal hier, mal da Kompositionen einspielen lassen. Erst mit David Ades' und Alan Buntings akribischer Archivarbeit scheint seit einigen Jahren die Firma 'Guild' Kontinuität in die Aufarbeitung des schier unerschöpflichen Materials bringen zu wollen. Es sind durchweg Originalaufnahmen der 1920er bis 1960er Jahre, die David Ades unermüdlich aus britischen, amerikanischen und mitunter deutschen Archiven holt, thematisch eint, von Alan Bunting in bestmöglicher Qualität restaurieren lässt und in wunderbaren Kompilationen auf den modernen Silberling bringt. Die Reihe 'The Golden Age of Light Music' ist enorm angewachsen – inzwischen zählt sie an die 60 CD-Veröffentlichungen. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Gut so.

'Going Places' widmet sich einmal mehr dem Globus. Die Kompilation ist gleichsam ein musikalisches Reisetagebuch, dessen Anfang Max Saunders 'Fantasy On National Airs' macht, eine vierminütige, stimmungsvolle Suite, die England, Wales, Schottland und Nordirland umfasst. Eric Robinson dirigiert das BBC Television Orchestra in einer Aufnahme von 1951. Und bereits dieser launige Auftakt definiert die Qualitäten, die im Grunde all diesen hier und auf den anderen Golden Age-Veröffentlichungen zu hörenden Stücken eigen ist: gut gemachte Musik in Komposition und Interpretation mit einer Selbstverständlichkeit, die ihre Wurzeln im meisterlichen Können hat. Das ist schlicht und ergreifend ein Axiom. Die Reiseführer dieser Scheibe sind die Orchester von Sidney Torch, Kermit Leslie, Ray Martin, Richard Hayman, Peter Yorke, Monty Kelly, Norrie Paramor, Morton Gould, Laurie Johnson, David Rose, Red Nichols, Fred Hartley, Robert Farnon und anderen und die Reise geht nach Mexico, Paris, New York, Monte Carlo, Wien, Argentinien, ans Mittelmeer, nach Persien (mit Robert Stolz' 'Persian Nocturne'), zurück nach London und endet in Aarhus. Eine Reise um die Welt in 78 aufs Beste unterhaltenden Minuten.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    The golden age of light music. Going places: Werke von Saunders, Brown, Leslie u.a

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Guild
1
21.04.2009
Medium:
EAN:

CD
795754515121


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Guild

Guild entstand in den frühen Achtzigerjahren auf Initiative des berühmten englischen Chorleiters Barry Rose, der den St Paul's Cathedral Choir in London leitete. Der Name hat nichts mit der nahe gelegenen Londoner Guild Hall zu tun, sondern kommt von Barry Roses erstem Chor, dem Guildford Cathedral Choir. Das frühere Logo (ein grosses G) entstand indem Barry Rose kurzerhand eine Teetasse umstülpte und mit einem Bleistift ihrem Rand bis zum Henkel entlang fuhr. Seit 2002 hat die Firma als Guild GmbH ihren Sitz in der Schweiz, in Ramsen bei Stein am Rhein.
Bei den Aufnahmen arbeiten wir mit Fachleuten zusammen, die für grosse internationale Firmen und unabhängige kleinere und grössere Labels tätig sind. Unsere Programmschwerpunkte sind Welt-Erstaufnahmen, vergessene Werke bekannter Meister, noch nicht entdeckte Komponisten und Schweizer Musiker sowie historische Aufnahmen, etwa die Toscanini Legacy und Mitschnitte der Metropolitan Opera New York.
Wir arbeiten intensiv mit der Zentralbibliothek in Zürich und mit der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich zusammen, produzieren CDs mit Chören wie dem Salisbury Cathedral Choir und den Chören der Cambridge und Oxford University - und als Steckenpferd pflegen wir die grossen englischen und amerikanischen Unterhaltungsorchester mit ihren Light-Music-Hits der Dreissiger- bis Fünfzigerjahre.


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