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Dienstag, 24. Mai 2022

Sánches-Verdú, José M. - Orchesterwerke

Geschichte als Unterton


Label/Verlag: Kairos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Sinnliche Kompositionen des spanischen Komponisten José M. Sánchez-Verdú.

Das Wiener CD-Label Kairos legt jetzt eine Reihe mit dem Titel 'España – La Nueva Generación' auf, die in drei Jahren auf die stattliche Zahl von 15 CDs anwachsen soll. Zum ersten Block gehört die Portrait-CD mit Orchesterwerken des Komponisten José M. Sánchez-Verdú. Er ist hierzulande schon recht bekannt: neben zahlreichen Preisen und Aufträgen, die er in der Bundesrepublik erhielt, lehrt er Komposition an der Musikhochschule in Düsseldorf. Sein Verlag ist Breitkopf und Härtel in Wiesbaden, auf zahlreichen Festivals hierzulande waren seine Werke bereits zu hören.

Brückenkopf

Das Booklet verweist auf die europäisch-arabische Tradition, in der sich Sánchez-Verdú sieht. Geboren in wurde er in Algeciras, einst Brückenkopf der maurischen Eroberer in Spanien. Fast 800 Jahre lang überlebte die maurische Herrschaft, zu ihrer Blütezeit schickten europäische Fürsten ihre Söhne zur Ausbildung nach Cordoba. Dass Sánchez-Verdú dieses Verwobene der Kulturen auch in seiner Musik verarbeitete, sieht man nicht nur an Titeln wie 'Alqibla' (1998, der Punkt, der betende Muslimische Gläubige die Richtung nach Mekka weist) oder 'Ahmar-aswad' (2000-2001, Rot-Schwarz). Sie zeigen sich nicht nur in den in 'Alqibla' geflüsterten Versen aus dem 9. Jahrhundert. Er schreibt auch keine Musik mit offensichtlichen arabischen Anleihen. Die Verwobenheit geht tiefer, Sánchez-Verdú hat sich beide Traditionen anverwandelt. Die vorliegenden eingespielten Werke, dazu zählen neben den bereits erwähnten auch 'La rosa y el ruisenor' (2005), 'Elogio del horizonte' (2005–2007) und 'Paisajes del placer y de la culpa' (2003), haben keine bewegte äußere Dramatik, sie sind eher statisch, wie eine Architektur, durch die man schreitet. Sie schillern nicht, sind aber fein verziert, in unzähligen Ornamenten, sind sehr plastisch ohne bildhaft zu sein. Vor allem sind sie sehr sinnlich, sinnlich-schön, und diese Sinnlichkeit ist berauschend. Und trotz der Statik, trotz der Ornamente ist die Musik ungemein spannend. Häufig erklingen Reminiszenzen an vergangene Zeit, Melodien, die aus der Vergangenheit herausklingen, nicht so dominant zelebriert wie etwas bei Schnittke, eher unauffällig. Die Geschichte ist hier ein Klang, ein Unterton, der immer mitschwingt. Die Kunst ist hier insofern politisch, als sie das problemlose Miteinander der Kulturen eher unterschwellig transportiert.

Die fünf Werke wurden von vier verschiedenen Orchestern durchgehend ausgezeichnet interpretiert, sind gut durchhörbar, die verschiedenen Farben herausgearbeitet, jeder Ton strotzt vor Sinnlichkeit.

Das Booklet ist, wie bei Kairos üblich, ästhetisch ansprechend und sogar mit Notenbeispielen ausgestattet. Bedauerlicherweise erweckt allerdings der erste, umfangreichere Text den Eindruck, dass er eigentlich für eine andere Zusammenstellung geschrieben wurde – man erfährt nur indirekt etwas über die vorliegende eingespielten Werke Sánchez-Verdús, um so mehr aber über andere Kompositionen. Der zweite Text wirkt da nachgeschoben. Die Wiedergabe gesungener oder geflüsterter Texte im Booklet ist unvollständig, eine Übersetzung fehlt ganz und gar.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Patrick Beck Kritik von Patrick Beck,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Sánches-Verdú, José M.: Orchesterwerke

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Kairos
1
14.11.2008
Medium:
EAN:

CD
9120010281358


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Sánchez Verdú, José Maria


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Dirigent(en):Zagrosek, Lothar


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Kairos

Der unwiderstehliche Klang der Neuen Musik.


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