> > > Offenbach, Jacques: Klavierwerke Vol 3.
Donnerstag, 29. September 2022

Offenbach, Jacques - Klavierwerke Vol 3.

Klaviermusik für den Salon von Offenbach


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Marco Sollini entführt in Offensbachs Salon mit weitgehend unbekannten Klavierwerken. Restlos überzeugend sind die Interpretationen Sollinis aber nicht.

Zum dritten Mal führt uns Marco Sollini an seinen Konzertflügel, an dem er mit romantischem Klang und (meist zu) großem Ton Salonstücke Jacques Offenbachs musiziert. Raritäten, Ersteinspielungen das meiste. Heute unbekannte Klavierwerke Offenbachs, die vor der Mitte des 19. Jahrhunderts dazu beitrugen, dass er sich in der Pariser Gesellschaft als Musikus den Weg ebnen konnte. Es sind Stücke, die mit Bedacht für Situationen und Personen komponiert wurden, keine Gelegenheitsware, sondern an der Mode der Zeit geschulte Piècen. Dabei stets auf dem Grad zwischen Virtuosität und Nachspielbarkeit für die geübte Salondame wandelnd.

Vornehmlich Walzer sind es, die hier erklingen. Wenig verspürt man in den Interpretationen jedoch vom Charme der Pariser Salons, den der ‚deutsche Jude’ Offenbach hier einst freigesetzte haben muss. Sicherlich, das wird von Sollini virtuos in den kleinen Temporückungen und der Melodieführung ausgeführt, die dynamischen Abstufungen jedoch könnte man sich schon differenzierter denken, die Agogik verspielter.

Die Begeisterung der Zeitgenossen für die Salonwalzer, von denen das Booklet zu berichten weiß, stellt sich bei Sollinis romantisierend-chopinesker, auf die Dauer monoton wirkender Spielweise auf dem Steinway-Flügel jedoch kaum ein. Ohne pedantisch werden zu wollen, so wäre schon der Klang eines zeitgenössischen Instruments ein Gewinn, für diese leichtfüßig daherkommenden Stücke, mit ihren verspielten Variationsteilen, ihren Walzerfolgen und harmonisch immer wieder raffinierten Wendungen.

Dies gesagt, ist Marco Sollini selbstverständlich ein Pianist, der mit Ernsthaftigkeit und guter Spieltechnik zuverlässig diese vergessenen Schätze präsentieren kann. Sein Verdienst ist es, auf nun drei CDs eine bislang unbekannte Seite Offenbachs der Öffentlichkeit vorgestellt zu haben. Jenen Offenbach, der als Virtuose von sich Reden machte, bevor er auch nur ein einziges Bühnenwerk komponiert hatte.

Ergänzt wird die CD durch Arrangements von fremder Hand, die Bezug zu Offenbach aufweisen. Das ist im Falle der 'Coscoletto-Quadrille’ von Eduard Strauß erfreulich, im Falle des Arrangements der Olympia-Arie aus dem 'Hoffmann’ durch Marco Sollini entbehrlich.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Kritik von Frank Fechter,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Offenbach, Jacques: Klavierwerke Vol 3.

Label:
Anzahl Medien:
cpo
1
Medium:
EAN:

CD
761203737123


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Offenbach, Jacques
 - Musette - Air de Ballet du XVIIe siecle
 - Les Amazones - Nouvelle Suite de Valses
 - Les Arabesques - Valses
 - Berthe - Suite de Valses
 - Brunes et blondes. - Suit de Valses
 - Les Fleurs d´hiver - Nouvelle Suite de Valses Allemandes
 - Les Trois Graces - Suite de Valses
 - Le Voyage de MM. Dunanan pere et fils - Polka des bravi
 - Le Voyage dans la lune - Valse favorite
 - Le Chanson d´Olympia -


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Interpret(en):Sollini, Marco


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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