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Samstag, 21. September 2019

Deshevov, Vladimir - Eis und Stahl

Sowjetoper ? ein ideologisches Machwerk


Label/Verlag: Arthaus Musik
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eine Oper, die mehr Zeitdokument ist, als sie das Zeug zum Repertoirestück hätte.

Vladimir Deshevovs 'Eis und Stahl’ ist eine sowjetische Zeitoper von 1930: Das Saarländischen Staatstheater Saarbrücken brachte 2007 eine vor allem vom Feuilleton beachtete Aufführung heraus, die man nun auch auf DVD betrachten kann. Immo Karamans klare Bühnensprache, mit ihren charakterisierenden Personenführungen und in der farbig stilisierten rot-schwarz-grau-weiß Bühnenwelt von Johann Jörg (Bühnenbild) und Nicola Reichert (Kostüme), macht den Zugang zu dieser personalstarken Revolutionsoper einfach. Eine Politoper aus der Zeit, als die Sowjetunion planmäßig die Gattung ‚Sowjetische Oper’ schaffen wollte, mit aktuellen, sozialen Zeitbezügen und zeitgenössischen künstlerischen Mitteln. Herausgekommen ist ein Werk der gemäßigten Moderne, das freilich nicht auf Maschinen-Rhythmen und Technik der Zeit verzichtet.

Trotz ideologischer Brisanz – die Oper schildert mit dem Kronstädter Aufstand von 1921 einen Protest, der vom Volk, den ehemaligen Trägern der Revolution, und nicht vom Klassenfeind ausging – hatte das Werk bei seiner Leningrader Uraufführung Erfolg. Aufführungen in anderen Städten der Sowjetunion, bis hin nach Moskau, folgten. Deshevov, zu diesem Zeitpunkt als Komponist mit Revolutionsthemen bereits mehrfach erfolgreich hervorgetreten, hatte eine moderne Oper geschaffen, in der er gemeinsam mit seinem Librettisten Boris Lavrenjov die ‚Analyse der Klassenkräfte’ zeigen wollte. Massenszenen und über 50 Einzelrollen sind die dramaturgische Folge.

Weder alt noch neu

Virtuos bedient Deshevov sich kompositorischer Mittel zwischen Dodekaphonik, russischer Folklore und einer sinfonischer Orchesterbehandlung, die bis hin zu konservativen Stilmitteln reicht. Die stilistische Nähe der Tonsprache zu den Komponisten des ‚Mächtigen Häufleins’ ist ebenso zu spüren, wie die zeitliche Nachbarschaft zu Schostakowitschs Oper 'Die Nase’, die 1928 in Leningrad uraufgeführt worden war.

Der Schluss der Oper ist voller Gewalt, Pathos und Siegesglauben. Nur wenige Charaktere der Handlung gewinnen tatsächlich ein musikalisch einprägsames Profil. Das ist sicherlich kein Versäumnis des großartigen Ensembles des Saarländischen Staatstheaters, das in mehreren Dutzend Rollen zu erleben ist. Will Humburg erweckt die gelegentlich spröde Partitur zu theatralischem Leben, die Musiker des Saarländischen Staatsorchesters folgen ihm dabei überaus engagiert.

Eine Oper, die mehr Zeitdokument ist, als sie das Zeug zum Repertoirestück hat. Trotz der von Immo Karaman geschaffenen, immer wieder beeindruckenden Bilder, die mit großer Symbolkraft auf historische Linien verweisen, bleibt wenig hängen, bei diesem Machwerk, das Ideologie vor Vision und eine ‚modische Moderne’ vor Innovation stellt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:
Regie:





Uwe  Schneider Kritik von Uwe Schneider,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Deshevov, Vladimir: Eis und Stahl

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Arthaus Musik
1
11.09.2008
96
2007
Medium:
EAN:
BestellNr.:

DVD
807280132397
101 323


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Arthaus Musik

Arthaus Musik wurde im März 2000 in München gegründet und hat seit 2007 seinen Firmensitz in Halle (Saale), der Geburtsstadt Georg Friedrich Händels.

Das Pionierlabel für Klassik auf DVD veröffentlicht nunmehr seit 13 Jahren hochkarätige Aufzeichnungen von Opern, Balletten, klassischen Konzerten, Jazz, Theaterinszenierungen sowie ausgesuchte Dokumentationen über Musik und Kunst. Mit bis zu 150 Veröffentlichungen pro Jahr sind bisher über 1000 Titel auf DVD und Blu-ray erschienen. Damit bietet Arthaus Musik den weltweit umfangreichsten Katalog von audiovisuellen Musik- und Kunstproduktionen und ist seit Gründung des Labels international führender Anbieter in diesem Segment des Home Entertainment Marktes.

In vielen referenzgültigen Aufzeichnungen sind die größten Künstler unserer Zeit wie auch aus vergangenen Tagen zu hören und zu sehen. Unter den Veröffentlichungen finden sich Aufnahmen mit Plácido Domingo, Cecilia Bartoli, Luciano Pavarotti, Maria Callas, Jonas Kaufmann, Elīna Garanča; mit Dirigenten wie Carlos Kleiber, Claudio Abbado, Nikolaus Harnoncourt, Lorin Maazel, Pierre Boulez, Zubin Mehta; aus Opernhäusern wie der Mailänder Scala, der Wiener Staatsoper, dem Royal Opera House Covent Garden, der Opéra National de Paris , der Staatsoper Unter den Linden, der Deutschen Oper Berlin und dem Opernhaus Zürich.

Zahlreiche Veröffentlichungen des Labels wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter der Oscar-prämierte Animationsfilm ?Peter & der Wolf? von Suzie Templeton, die aufwändig produzierte ?Walter-Felsenstein-Edition? und die von Sasha Waltz choreographierte Oper ?Dido und Aeneas?, die beide den Preis der deutschen Schallplattenkritik erhielten. Mit dem Midem Classical Award wurden u. a. die Dokumentationen ?Herbert von Karajan ? Maestro for the Screen? von Georg Wübbolt und ?Celibidache ? You don?t do anything, you let it evolve? von Jan Schmidt-Garre ausgezeichnet. Die Dokumentation ?Carlos Kleiber ? Traces to nowhere? von Eric Schulz erhielt den ECHO Klassik 2011.

Mit der Tochterfirma Monarda Arts besitzt Arthaus Musik eine ca. 900 Produktionen umfassende Rechtebibliothek zur DVD-, TV- und Onlineauswertung. Seit 2007 entwickelt das Unternehmen kontinuierlich die Sparte Eigenproduktion mit der Aufzeichnung von Opern, Konzerten, Balletten und der Produktion von Kunst- und Musikdokumentationen weiter.

Arthaus Musik DVDs und Blu-ray Discs werden über ein leistungsfähiges Vertriebsnetz, u.a. in Kooperation mit Naxos Global Distribution in ca. 70 Ländern der Welt aktiv vertrieben. Darüber hinaus veröffentlicht und vertreibt Arthaus Musik die 3sat-DVD-Edition und betreut für den Buchhandel u.a. die Buch- und DVD-Edition über Pina Bausch von L’Arche Editeur, Preisträger des Prix de l’Académie de Berlin 2010.


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