> > > Bach, Johann Sebastian: Cembalokonzerte BWV 1052, 1053, 1054 & 1056
Samstag, 23. September 2023

Bach, Johann Sebastian - Cembalokonzerte BWV 1052, 1053, 1054 & 1056

Unterwegs


Label/Verlag: Arts music
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Frischer Bach mit Diego Fasolis und dem Ensemble ‚I Barocchisti’: Die Musiker verfolgen einen interessanten und ertragreichen Ansatz weiter.

Mit einer Reihe von außerordentlich überzeugenden Platten haben sich Diego Fasolis und das schweizerische Ensemble ‚I Barocchisti’ in der jüngeren Vergangenheit sehr deutlich im instrumentalen Bach-Repertoire etabliert. In bester Erinnerung sind Aufnahmen der Brandenburgischen Konzerte und der Orchestersuiten, die durch zupackende Energie, Frische und einen hochmusikantischen Zugang überzeugten.

Nun haben sich der Dirigent und sein feines Kammerorchester vier Cembalokonzerten Bachs zugewandt, die zwischen 1729 und 1741 für die Aufführungen des Leipziger ‚Collegium Musicum’ entstanden. Bach hatte eine kleine Sammlung von Cembalo-Konzerten angelegt, die möglicherweise für eine spätere Veröffentlichung vorgesehen war. Die meisten der Sätze sind Parodien älterer Werke, verraten aber auch die Raffinesse des Komponisten beim Umgang mit diesem bereits vorhandenen Material: Bach passte die Kantaten- und Konzertsätze an die Möglichkeiten und Erfordernisse des Cembalos an, das sich in diesen Werken deutlich auf dem Weg zum eigenständigen Soloinstrument befindet. Zwar machen akkordische Passagen deutlich, dass dem Cembalo eigentlich noch eine musikalisch grundierende Funktion zukommt. Doch wird diese Sphäre schon erweitert, weist virtuoses Passagenwerk in die Zukunft des konzertant solistisch gebrauchten Instruments voraus.

Famose Interpretation

 

Der italienische Cembalist Francesco Cera, der mit Fasolis und dessen Ensemble schon häufiger zusammenarbeitete, zeigt sich als Meister dieser Zwischenstellung: Er agiert temperamentvoll, virtuos, entfaltet Kraft und Energie, artikuliert aber auch fein und arbeitet kleine Nuancen heraus. Cera breitet das Potential des Instruments an der Grenze von Generalbass und tatsächlich solistischem Gebrauch raumgreifend und frei aus.

Dabei wird er vom schmal besetzten, gleichwohl klangstarken Orchester unterstützt: Die Instrumentalisten agieren federnd, perkussiv und finden sich zu toll fokussierten Registern zusammen. Die glänzende Interpretation lebt von der aktiven und sehr differenzierten Artikulation aller Beteiligten. Dadurch wird auch das perfekt balancierte und sehr plastische Klangbild maßgeblich mit strukturiert – der Satz wird gleichzeitig gelüftet, konzentriert und gegliedert.

Fasolis bleibt seiner frischen interpretatorischen Linie aus den anderen Veröffentlichungen treu: Er verfolgt einen konsequenten, hochmusikantischen und differenzierten Ansatz weiter und bereichert damit das Bach-Repertoire. In diesem Kontext ist auch von Belang, dass der kundige Dirigent nicht in Ehrfurcht vor dem unmittelbar vorhandenen Temperament der Musik zurückschreckt, sondern die Satzcharaktere mutig ausdeutet. Eine sehr gelungene, einzig im etwas schmalen Booklet ‚nur’ gute Produktion.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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    Bach, Johann Sebastian: Cembalokonzerte BWV 1052, 1053, 1054 & 1056

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Arts music
1
15.09.2008
68:15
2008
Medium:
EAN:
BestellNr.:

SACD
600554772981
47729-8


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