> > > Gounod, Charles: Roméo et Juliette
Donnerstag, 28. Oktober 2021

Gounod, Charles - Roméo et Juliette

Nah am Ideal


Label/Verlag: Opus Arte
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Dieses Videodokument aus de Royal Opera von 1994 zeigt Roberto Alagna leider ohne Angela Gheorghiu. Dafür macht es deutlich, mit welchen Qualitäten der Tenor vor einem Jahrzehnt die Opernwelt in Altem hielt.

In Gounods ‘Romeo et Juliette’ wurde das Ehepaar Roberto Alagna und Angela Gheorghiu in den Neunzigerjahren frenetisch gefeiert. Ihre Gesamteinspielung der Oper hat Referenzstatus. Leider gibt es dazu bislang kein befriedigendes Videodokument außer einer gekürzten Filmfassung von 2002, in der die Handlung in das tschechische Schloss Zvkov verlegt wurde. Und da wirkt in der postkartenidyllischen Regie von Barbara Willis Sweeteselbst die tragische Schluss-Szene wie ein entspannter Parkspaziergang – nicht empfehlenswert.

 

In der vorliegenden Produktion der Royal Opera von 1994 kann man wenigstens Roberto Alagna in der Rolle des Romeo auf der Bühne erleben. Ein Sänger, der dem Ideal von Shakespeares Held so nah kommt, wie wenige Tenöre: Alagna sieht gut aus, singt fantastisch und zeigt auch schauspielerisch Qualitäten. Wie er das Liebesgeständnis an Julia in Töne fasst, wie er die großen Arien von ‘Ange adorable’ bis ‘L’amour! L’amour!’ geschmackvoll gestaltet, nuancenreich deutet und sinnlich leuchten lässt, das ist schlicht berückend und demonstriert anschaulich, wieso Alagna noch vor einem Jahrzehnt die Opernwelt in Atem hielt.

Grenzen des Atemvolumens

 

Mit derart verschwenderischer Gesangskunst kann Leontina Vaduva als Julia kaum mithalten. Zwar entfaltet sie gleich bei ihrem ersten Auftritt eine rührende Aura jugendlicher Unschuld. Dieses optische Versprechen kann sie akustisch jedoch nicht einlösen. In der anspruchsvollen Koloraturpartie stößt sie an Grenzen ihres Atemvolumens, greift in Arien wie ‘Je veux vivre’ zum Hilfsmittel der Überdramatisierung und lässt vor allem im oberen Register immer wieder empfindlich schrille Töne hören.

 

In den Nebenrollen dominiert guter Standard mit einigen erfreulichen Ausnahmen: Mit herrlichem Timbre und geschmackvollen Verzierungen überzeugt Paul Charles Clarke als Tybalt. Peter Sidhom gibt den Capulet als jovialen Familienvater, Anna Maria Panzarella ist in der Hosenrolle des Stéphano technisch und darstellerisch äußerst präzise

Erste Klasse am Pult: Charles Mackerras dirigiert nicht nur sängerfreundlich, sondern entfaltet mit feinem Sinn für die Feinheiten der Partitur und den französischen Stil ein romantisches Tableau voller Herzenswärme und prächtiger Ensembleszenen. Im negativen Sinne ist Prachtentfaltung auch das Motto der Inszenierung, die sich in kerzenflackernder Mittelalterromantik aus Pappmaschee und Sperrholkulissen ergeht. Dafür ist die Regie von Nicolas Joël um Natürlichkeit bemüht und findet stimmige Bilder für die Gemütszustände der Akteure. Über eine handfeste Bebilderung des Librettos geht dieses Konzept dennoch nicht hinaus.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:
Features:
Regie:







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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Gounod, Charles: Roméo et Juliette

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Opus Arte
1
15.08.2008
Medium:
EAN:

DVD
809478031062


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