> > > The golden age of light music: stringin´ along
Donnerstag, 28. Oktober 2021

The golden age of light music - stringin´ along

Mit Streicherschmelz gegen den Zeitgeist


Label/Verlag: Guild
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der Himmel der 50er Jahre: voller Geigen, voller herausragender Unterhaltungsorchester und voller wunderbarer leichter Musik.

Der Titel dieses neuen Nostalgie-Silberlings aus der ‚Golden Age of Light Music’-Serie von ‚Guild’ ist doppeldeutig: nicht nur tummelt sich hier eine ganze Phalanx an vibrato- und portamento-reichen Streicherkaskaden, sondern sie regt zugleich dazu an, es ihnen gleichzutun. Und so sind auf mehr als 75 Minuten die Bogen und Saiten ordentlich gespannt und umschmeicheln die Lautsprecher mit einem Schmelz und Schmalz, vibratös und portamentös, dass es eine Freude ist. Endlos scheint der Horizont im Land alter Aufnahmen im Bereich der leichten Musik. David Ades, der vor einigen Jahren diese Serie initiierte und seither ganz wunderbare Sammelalben zusammengestellt hat, scheint einen krisensicheren Job zu haben. Zum einen werden ihm die vielen, vielen musikalischen Kostbarkeiten, die noch in den Archiven harren, so schnell nicht ausgehen. Zum anderen scheint der Bedarf und die Sehnsucht nach dem ‚guten Alten’ gerade in Zeiten von Unsicherheit und seelischer Überfrachtung enorm groß zu sein und irgendwie auch Rückhalt zu geben. Insofern ist David Ades so etwas wie der Florian Silbereisen der Tonarchive.

Alles an diesen alten Aufnahmen der späten 40er und 50er Jahre atmet Zeit: die Zeit, den herrlichen Diamanten der leichten Musik Feinschliff zu geben, sie interpretatorisch so kongenial auf die Schallplatte zu bringen, und das mit der Genialität des ‚Wie mit leichter Hand’. Einer dieser Genies war Victor Young. Man höre nur sein so stimmig-schlüssig hinkomponiertes ‚Stringin’ Along’. Oder man höre all die anderen hochmusikantischen Orchesterchefs wie Werner Müller, Guy Luypaerts, Eric Rogers, Dolf van der Linden, Emile Deltour, Andre Kostelanetz, George Melachrino, Laurie Johnson, Ray Martin oder David Rose. Sie alle sind mit wunderbaren Kostbarkeiten aus vergangenen Tagen vertreten. Alan Bunting, die Goldhand unter den Tonrestauratoren, hat die Aufnahmen entstaubt, entknackt, ihnen aber den typischen ‚Schalen’-Sound der 50er Jahre belassen. Für Nostalgiker und solche, die es werden wollen – früher oder später.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Erik Daumann Kritik von Erik Daumann,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    The golden age of light music: stringin´ along

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Guild
1
18.07.2008
Medium:
EAN:

CD
795754514629


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Guild

Guild entstand in den frühen Achtzigerjahren auf Initiative des berühmten englischen Chorleiters Barry Rose, der den St Paul's Cathedral Choir in London leitete. Der Name hat nichts mit der nahe gelegenen Londoner Guild Hall zu tun, sondern kommt von Barry Roses erstem Chor, dem Guildford Cathedral Choir. Das frühere Logo (ein grosses G) entstand indem Barry Rose kurzerhand eine Teetasse umstülpte und mit einem Bleistift ihrem Rand bis zum Henkel entlang fuhr. Seit 2002 hat die Firma als Guild GmbH ihren Sitz in der Schweiz, in Ramsen bei Stein am Rhein.
Bei den Aufnahmen arbeiten wir mit Fachleuten zusammen, die für grosse internationale Firmen und unabhängige kleinere und grössere Labels tätig sind. Unsere Programmschwerpunkte sind Welt-Erstaufnahmen, vergessene Werke bekannter Meister, noch nicht entdeckte Komponisten und Schweizer Musiker sowie historische Aufnahmen, etwa die Toscanini Legacy und Mitschnitte der Metropolitan Opera New York.
Wir arbeiten intensiv mit der Zentralbibliothek in Zürich und mit der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich zusammen, produzieren CDs mit Chören wie dem Salisbury Cathedral Choir und den Chören der Cambridge und Oxford University - und als Steckenpferd pflegen wir die grossen englischen und amerikanischen Unterhaltungsorchester mit ihren Light-Music-Hits der Dreissiger- bis Fünfzigerjahre.


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