> > > Puccini, Giacomo: Madame Butterfly
Dienstag, 2. März 2021

Puccini, Giacomo - Madame Butterfly

Mister Pinkerton


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Neuausgabe der 1954er EMI-Aufnahme von ‚Madama Butterfly’ mit der zarten Victoria de los Angeles als Titelheldin und dem phänomenalen Giuseppe di Stefano als Pinkerton hat es trotz vokaler Qualitäten schwer, sich neben der Konkurrenz zu behaupten.

Irgendwie stand diese EMI-Aufnahme aus dem Jahr 1954 immer im Schatten berühmterer Versionen. Hört man sie nun, da sie von der Firma Naxos neu herausgebracht wurde, neuerlich an, versteht man warum. Sie bietet zwar mit Giuseppe di Stefano einen draufgängerischen, rundum überzeugenden Pinkerton, mit Victoria de los Angeles eine innig singende Titelheldin sowie mit Tito Gobbi Luxuscasting für die kleine (aber wichtige) Rolle des amerikanischen Konsuls. Aber bei aller vokalen Schönheit und Ausgeglichenheit der Besetzung insgesamt gelingen de los Angeles im Zentrum der Geschichte nicht die unvergesslichen Details, die etwa Maria Callas (EMI 1955) oder Renata Tebaldi (Decca 1958) schaffen – Details, mit denen sie die Zartheit und Verletzlichkeit der Figur hörbar machen. Man denke beispielsweise an Tebaldis unvergleichliches ‚Vogliate mi bene’ mit dem Geigensolo im Liebesduett des 1. Akts, an ihre ausgreifenden Bögen und Portamenti, die zu Puccinis Melos so gut passen, oder an Callas’ seelischen Zusammenbruch im 3. Akt, der mit dem Gespür der großen Tragödin von Anfang an vorbereitet ist und schrittweise erreicht wird. Eine solche Entwicklung macht de los Angeles – rein akustisch – nicht durch. Sie bleibt von Anfang bis Ende die gleiche zarte Madonna. Was der Geschichte viel von ihrem Schockpotential nimmt.

Vermutlich liegt das Hauptproblem der Aufnahme jedoch beim Dirigenten. Gianandrea Gavazzeni ist ein kompetenter Verwalter von Puccinis Klangwelt, auch spielt das Orchester des Opernhauses Rom hervorragend. Aber der Dirigent hat nicht die Gabe zu schwelgen. Sowohl Herbert von Karajan (Callas) als auch Tullio Serafin (Tebaldi) demonstrieren, wie viel effektvoller, überwältigender und vor allem sinnlicher diese Musik klingen kann, wenn man sie mit mehr Rubato gestaltet, sie sich verströmen lässt und dennoch energisch dramatische Akzente setzt an den richtigen Stellen.

Damit bleibt dies eine gute Aufnahme, die lediglich nicht ganz so gut ist wie andere. Da ‚Butterfly’-Fans glücklicherweise eine übergroße Auswahl an erstklassigen Einspielungen haben (erwähnt sei natürlich noch die mit Leontine Price von 1962, Renata Scotto von 1966 und mit Mirella Freni von 1974), hat dieses Naxos re-issue einen schweren Stand. Und bietet letztlich nur mit di Stefano Außergewöhnliches, das sich neben der Konkurrenz behaupten kann. Die Oper heißt aber nicht ‚Mister Pinkerton’, sondern ‚Madama Butterfly’.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Puccini, Giacomo: Madame Butterfly

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Naxos
2
02.05.2008
Medium:
EAN:

CD
747313329120


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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