> > > Erna Berger singt Lieder von: Schubert, Brahms u.a
Sonntag, 15. September 2019

Erna Berger singt Lieder von - Schubert, Brahms u.a

Portraitistin menschlicher Regungen


Label/Verlag: ARS Produktion
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Erna Berger ist zwar derzeit auf Tonträgern so präsent ist wie nie zuvor, diese Doppel-CD, produziert und zusammengestellt von Jens Uwe Völmeke und Thomas Voigt ist mit einem Interview und mancher Trouvaille dennoch etwas Besonderes.

Auch in der Oper gibt es Wunder. Als Erna Berger mit 52 Jahren im Rosenkavalier von Strauss die Rolle der 15-jährigen Sophie sang (1952 in München unter Erich Kleiber), klang sie so jung, wie es die Rolle erfordert. Ihre Stimme, ein kristallklarer lyrischer Koloratursopran, alterte scheinbar nie und behielt durch die Jahrzehnte selbst in höchsten Lagen einen unverkennbaren Klang, der oft als ‘Glöckchen’ beschrieben wurde. Ewiger Frühling in der Kehle. ‘Sie ist Musik durch und durch’, schwärmte einmal Wilhelm Furtwängler, lange Jahre ihr Partner am Pult.

‘Stratosphärische’ Arien

Auch wenn Berger derzeit auf Tonträgern so präsent ist wie nie zuvor, bietet das Doppel-Album von ARS einige Raritäten. CD 1 – zusammengestellt von Jens Uwe Völmeke – zeigt Lied-Aufnahmen, die Berger zwischen 1952 und 1957 für die DGG einspielte, darunter Pfitzners ‘Alte Weisen’, das exquisite ‘Der Hirt auf dem Felsen’ von Schubert sowie Lieder von Schumann (‘Mondnacht’, ‘Frühling lässt sein blaues Band’)und Brahms (‘Wir wandelten, wir zwei zusammen’, ‘Vorüber’, ‘Wiegenlied’ u.a.). Am Klavier begleitet Pianisten-Legende Michael Raucheisen. Eine absolute Trouvaille sind die ‘Arien nach Klopstock’ von Robert Oboussier (1900-1957), die Berger 1938 für Electrola aufnahm. Wie für sie gemacht sind diese ‘stratosphärischen’ Gesangsstücke, in denen sich die Sopranistin schwerelos in die Höhe schrauben kann.

Interview gibt Einblicke

CD 2 – produziert von Thomas Voigt – enthält Highlights von Bergers Australien-Tournee im Jahr 1948, die damals auf einem Drahtspulen-Gerät mitgeschnitten wurden: Lieder von Schubert, Schumann und Wolf, den Frühlingsstimmenwalzer, die Arie der Mimi und Marthas ‘Letzte Rose’. Als Bonus gibt es Auszüge aus einem Interview, das Voigt mit der 89jährigen führte und in dem sie über ihre Rollen, Pannen im Opernbetrieb, ihr Kunstverständnis und ihre Erfahrungen im ‘Dritten Reich’ spricht.

Danke makelloser Technik

 

Diese CD ist jedoch mehr als ein Überblick über das Können der Sopranistin, die neben Schwarzkopf, Lehmann und Grümmer zu den größten deutschen Sängerinnen des 20. Jahrhunderts gezählt werden muss. Was bei Berger immer wieder beeindruckt, ist die scheinbare Mühelosigkeit, mit der sie das Schwierigste schafft: Dass Kunstlieder so klingen als seien sie das Natürlichste von der Welt. Aus einer optischen Imaginationskraft heraus, die stark von Bilder und Empfindungen lebte, fand sie spontan immer den richtigen Ausdruck. Darüber hinaus sang sie immer textverständlich und erwies sich (dank makelloser Technik) als Meisterin der Stimmkultur und Linienführung. Über all diese Vorzüge hinaus war Berger jedoch in jedem Lied, in jeder Rolle immer auch begnadetet Portraitistin menschlicher Regungen und Gefühle.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Erna Berger singt Lieder von: Schubert, Brahms u.a

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
ARS Produktion
2
29.04.2008
Medium:
EAN:

CD
4260052387030


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Brahms, Johannes
 - Wir wandelten, wir zwei zusammen -
 - Vorüber -
 - Der Tod, das ist die kühle Nacht -
 - Lerchengesang -
 - Mein wundes Herz verlangt -
 - Immer leiser wird mein Schlummer -
 - Wiegenlied -
 - Die Blümelein sie schlafen -
Flotow, Friedrich von
 - Letzte Rose -
Oboussier, Robert
 - Drei Arien nach Klopstock - Zeit, Verkünderin der besten Freuden
 - Drei Arien nach Klopstock - Weine du nicht
 - Drei Arien nach Klopstock - Dein süßes Bild, Edone
Pfitzner, Hans
 - ´Alte Weisen´ op. 33. Acht Gedichte von Gottfried Keller - Mir glänzen die Augen
 - ´Alte Weisen´ op. 33. Acht Gedichte von Gottfried Keller - Ich fürcht nit Gespenster
 - ´Alte Weisen´ op. 33. Acht Gedichte von Gottfried Keller - Du milchjunger Knabe
 - ´Alte Weisen´ op. 33. Acht Gedichte von Gottfried Keller - Wandl´ ich in dem Morgentau
 - ´Alte Weisen´ op. 33. Acht Gedichte von Gottfried Keller - Singt mein Schatz wie ein Fink
 - ´Alte Weisen´ op. 33. Acht Gedichte von Gottfried Keller - Röschen biß den Apfel an
 - ´Alte Weisen´ op. 33. Acht Gedichte von Gottfried Keller - Tretet ein, hoher Krieger
 - ´Alte Weisen´ op. 33. Acht Gedichte von Gottfried Keller - Wie glänzt helle der Mond
Puccini, Giacomo
 - Mi chiamano (aus La Boheme) -
Schubert, Franz
 - Gretchen am Spinnrade -
 - Der Hirt auf dem Felsen -
 - Suleika -
Schumann, Robert
 - Mondnacht -
 - Frühling lässt sein blaues Band -
 - Der Nussbaum -
Strauß, jun., Johann
 - Frühlingsstimmenwalzer -
Wolf, Hugo
 - An eine Äolsharfe -
 - Die Spröde -


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Interpret(en):Berger, Erna
Raucheisen, Michael
Penn, Henri


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ARS Produktion

Das exquisite Klassiklabel ARS Produktion wurde 1987 von Annette Schumacher mit dem Ziel gegründet, jungen, aufstrebenden Künstlern und interessanten Programmen gleichermaßen eine individuelle musikalische Heimat und entsprechende Marktchancen, u.a. durch internationalen Vertrieb und Vermarktung zu geben. Die bei Paul Meisen ausgebildete Konzertflötistin hat sich damit nach langer aktiver Musikerlaufbahn einen geschäftlichen Traum erfüllt.
Für die hervorragende Aufnahmequalität der zahlreichen ARS Produktionen ist Manfred Schumacher, Tonmeister und Aufnahmeleiter, verantwortlich.
Spezifisch für das Label und die Haltung seiner Macher/in: stets wird u.a. den klanglichen Erfordernissen der jeweiligen Werke, Musikepochen und Instrumente in größtmöglicher Weise Rechnung getragen sowie im Übrigen die neueste, beste Technik eingesetzt.
Annette und Manfred Schumacher sind ?Überzeugungstäter?. Zwei Individualisten, die Kunst, Kommerz und Können geschickt vereinbaren.
?Die SACD - Super Audio CD kombiniert die Präzision der digitalen Reproduktion mit der Wärme des analogen Klanges. Das hat uns überzeugt.?


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