> > > Marc-Andre Hamelin spielt Werke von: Gulda, Kapustin u.a
Dienstag, 19. November 2019

Marc-Andre Hamelin spielt Werke von - Gulda, Kapustin u.a

Konzertanter Jazz


Label/Verlag: Hyperion
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Hamelin interpretiert die Kompositionen von Gulda, Weissenberg und Kapustin mit glaklarer Präzision und nonchalanter Leichtigkeit.

Um es gleich vorweg klarzustellen: Marc-André Hamelin liefert in seiner neuesten Einspielung keine Jazz-CD im herkömmlichen Sinne. Die Musik, die er hier vorstellt, ist allenfalls vom Jazz inspiriert. Dennoch fallen die Kompositionen von Gulda, Kapustin und Weissenberg aus dem üblichen Rahmen klassischer Werke mit unkonventionellen Harmonien, swingenden Rhythmen und klar vorgegebenen Formmodellen heraus.

Hamelin gliedert das überaus interessante Programm mit Hilfe von drei kurzen Stücken, welche Friedrich Gulda als Lockerungsübung für klassische Pianisten schrieb, die sich dem Jazz annähern wollte. Mit ‘Play Piano play’ sollten sie ihre antrainierte Präzision und Akkuratesse abschleifen, sich vom starren Notentext lösen und quasi improvisatorische Freiheit üben können. Nr. 1 ist rhythmisch akzentuiert und bekommt dadurch einen swingenden Charakter, während Nr. 4 eher eine Bluesnummer ist. Nr. 5 vereint zwei Solostimmen über einem durchgehenden ‘walking bass’, wodurch Gulda eine Fugatowirkung erzielt.

Eine weitere Gulda-Komposition ist das 1965 entstandene ‘Preludium und Fuge’. Die Komposition orientiert sich in ihrem formalen Aufbau stark an Johann Sebastian Bachs ‘Wohltemperiertem Klavier’. Auch die Fuge ist durchweg kontrapunktisch, polyphon gedacht, auch wenn dann plötzlich der Notentext in der Coda aufbricht und Gulda dem Interpreten Raum für rapsodisches Fantasieren lässt. So entsteht eine spannende Mischform, bei der die Grenzen zwischen strikter Anweisung und Improvisation verwischen.

Zu den Kernstücken der Einspielung gehört aber die Sonate Nr. 2 von Nikolai Kapustin. 2004 widmete sich Hamelin dem Russen schon einmal mit einer Einspielung, die ebenfalls bei Hyperion erschienen ist. Mit leichtem Anschlag lässt Hamelin die schillernden Klangkombinationen und mitreißenden Rhythmen des Stücks immer neu auffunkeln. Im ersten und vierten Satz hebt er besonders die fließende Bassfigur hervor, auf der sich immer neue Tonkonstellationen aufbauen.

Die Sonate ‘En état de jazz’ von Alexis Weissenberg ist von ihrem Duktus her etwas ernster und sperriger, als das Werk von Kapustin. Auch scheint der Komponist bemüht zu sein, die Freiheit des Interpreten nicht zu stark auszuweiten, denn die komplexen Strukturen, welche Weissenberg hier entfaltet, passen nicht zu spontanen Ausschmückungen. Hamelin setzt in seiner Interpretation auf eine klare Gliederung der einzelnen Stücke in logische Sinneinheiten, wodurch das Werk etwas abgerundet und verständlicher wird.

Unzweifelhaft sehr eingängig sind dann die Transkriptionen von Chansonbearbeitungen, die Hamelin in mühsamer Kleinarbeit von Weissenbergs Aufnahmen abgehört hat. Die sechs Arrangements von Charles Trenet-Chansons sind von zeitloser Schönheit und absolut kitschfrei. Selbst ‘En Avril’ wird hier zu einer melancholischen Träumerei mit zartbitterem Nachgeschmack.

Allen Stücken der Einspielung ist gemein, dass sie von Hamelin mit großer Präzision und makellosem Anschlag präsentiert werden. Dabei bleibt er immer der ‘klassische’ Pianist, der er ist, und versucht nicht, in die Rolle eines nonchalanten Barpianisten zu verfallen, was sowohl seinem Spiel als auch den Kompositionen zu Gute kommt. Er nimmt das vermeintlich leichte Genre genau so ernst wie beispielsweise ein virtuoses Klavierfeuerwerk von Liszt. Dennoch wirken seine Interpretationen nicht bemüht, sondern scheinen wie für ihn geschrieben zu sein.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Marc-Andre Hamelin spielt Werke von: Gulda, Kapustin u.a

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Hyperion
1
25.04.2008
Medium:
EAN:

CD
034571176567


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Interpret(en):Hamelin, Marc-André


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Hyperion

Founded in 1980, Hyperion is an independent British classical label devoted to presenting high-quality recordings of music of all styles and from all periods from the twelfth century to the twenty-first. We have been described as 'Britain’s brightest record label'. In January 1996 we were presented with the Best Label Award by MIDEM's Cannes Classiques Awards. The jury was made up of the editors of most of the leading classical CD magazines in the world - Classic CD (England), Soundscapes (Australia), Répertoire (France), FonoForum (Germany), Luister (Holland), Musica (Italy), Scherzo (Spain), and In Tune (USA & Japan).

We named our label after an altogether splendid figure from Greek mythology. Hyperion was one of the Titans, and the father of the sun and the moon - and also of the Muses, so we feel we are fulfilling his modern role by giving the art of music to the world.

The repertoire available on Hyperion, and its subsidiary label Helios (Helios, the sun, was the son of Hyperion), ranges over the entire spectrum of music - sacred and secular, choral and solo vocal, orchestral, chamber and instrumental - and much of it is unique to Hyperion. The catalogue currently comprises nearly 1400 CDs and approximately 80 new titles are issued each year. We have won many awards.

Our records are easily available throughout the world in those countries served by our distributors. A list of the world's top Hyperion dealers, listed by country and city, can be found on our homepage. But if you have any difficulty please get in touch with the distributor in your territory. In Germany that is Note 1 Music Gmbh.


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