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Sonntag, 28. November 2021

Verdi, Giuseppe - Messa Da Requiem

Historischer Durchschnit


Label/Verlag: Berlin Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Hegt ein Liebhaber für eine der Stimmen einen Faible, ist diese Aufnahme zu empfehlen, das Werk an sich kann jedoch in vielen anderen Einspielungen packender erlebt werden.

Giuseppe Verdis ‘Messa da Requiem’ existiert in vielfacher Ausfertigung auf allen Arten von Tonträgern und ist in manchen Besetzungen ein Dauerbrenner. So sind beispielsweise die Aufnahme unter Sir Georg Solti, oder gar die EMI-Aufnahme unter Giulini Reverenzaufnahmen, die das Werk in einer Weise lebendig werden lassen, wie es nur selten gelingt.

Die vorliegende Aufnahme aus Dresden aus den Jahren 1974und 1975 zeigt deutlich, dass so manche musikalische Realisierung hinter den hohen Erwartungen zurückbleibt, die an das Werk gestellt werden können. Für den durchschnittlichen Eindruck, den diese Aufnahme hinterlässt ist in erster Linie Giuseppe Patané am Pult verantwortlich. Sein Grundtempo wählt er äußerst langsam, sei es in intimen Sätzen wie dem ‘Recordare’ oder in großen Nummern wie dem ‘Rex tremendae’. Sogar das ‘Dies irae’ lässt einiges an Schlagkraft zu wünschen übrig. Fast schon dramatische Verläufe wie die Wendung hin zur lichten Seite im ‘Rex tremendae’ scheinen durch eine Vereinheitlichung der Tempi und der damit verbundenen Einebnung des Ausdrucks nur noch schwach durch. Lediglich im ‘Sanctus’ gelingt Patané ein durchsichtiger, lebendiger Orchesterklang, der durchaus passend zur Satzstruktur und –aussage scheint. Fazit: Es ist durchaus zu respektieren, wenn sich ein Dirigent von gängigen Tempi absetzt, wenn das allerdings dem Werk nicht zuträglich ist, scheint es nicht sonderlich empfehlenswert.

Die Gesangssolisten zeichnen sich durchweg durch schöne, runde und warme Stimmen aus, die keine Schwierigkeiten mit ihren Partien zeigen. Der Sopran Ljiljana Molnar-Talajiæ besitzt die nötige Durchschlagskraft, um das Sängerquartett anzuführen, verfügt aber auch über eine ausgeglichene Pianohöhe, die lediglich in ihrer großen Schlussnummer ‘Libera me’ zeitweise intonationsmäßig etwas eingetrübt ist. Margarita Lilova ist das stärkste Glied in der Sängerkette. Voll tönend bildet sie mit charakteristischen Timbre das Fundament im ‘Lacrimosa’ und fährt große Dramatik auf im ‘Liber scriptus’. Klanglich gibt es für sie keine Grenzen.

Der Tenor Luigi Ottolini verfügt zwar über einen wohl klingenden, hellen, sauber geführten Tenor, den er mit viel italienischem Schmelz einsetzt, jedoch bleibt er hinter den übrigen Sängern als lediglich solide etwas zurück. Bonaldo Giaiotti meistert routiniert die Basspartie mit viel Durchschlagskraft. Bleibt noch der äußerst präzise Rundfunkchor Leipzig unter der Leitung von Horst Neumann positiv zu nennen.

Trotz vieler positiver Eigenschaften, die diese Einspielung vorzuweisen hat, vermag sie den Hörer nicht zu fesseln. Hegt ein Liebhaber für eine der Stimmen einen Faible, ist diese Aufnahme zu empfehlen, das Werk an sich kann jedoch in vielen anderen Einspielungen packender erlebt werden

Interpretation:
Klangqualität:
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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Verdi, Giuseppe: Messa Da Requiem

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Berlin Classics
2
23.02.2008
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
0782124842222
0184222BC


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" Das Requiem Giuseppe Verdis zählt sicher zu den emotionalsten und ergreifendsten Vertonungen des Textes der Totenmesse überhaupt. Dies liegt sicher nicht zuletzt daran, daß Verdi als bedeutender Opernkomponist weniger an einer meditativen Versenkung in liturgischem Rahmen interessiert war, sondern an unmittelbarem Gefühlsausdruck. Diese Aufnahme unter Giuseppe Patané hat ihren Referenzcharakter längst erwiesen und erscheint nun in einer Samtverpackung und Sonderausstattung in neuem Glanz und erfreut damit alle Liebhaber hochkarätigen Musikgenusses. "


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Berlin Classics

Berlin Classics (BC) ist das Klassik-Label der Edel Germany GmbH. Es ist das Forum für zahlreiche bedeutende historische Aufnahmen, wichtige Beiträge der musikalischen Zentren Leipzig, Dresden und Berlin sowie maßgebliche Neuproduktionen mit etablierten und aufstrebenden jungen Klassik-Künstlern. Dazu zählen etablierte Stars, wie z.B. die Klarinettistin Sharon Kam, die Pianisten Ragna Schirmer, Sebastian Knauer, Matthias Kirschnereit, Anna Gourari und Lars Vogt, die Sopranistin Christiane Karg oder auch die Ensembles Concerto Köln, Pera Ensemble, sowie der Dresdner Kreuzchor und das Vocal Concert Dresden. Mehrfach wurden Produktionen mit einem Echo-Preis ausgezeichnet. Im Katalog von Berlin Classics befinden sich Aufnahmen mit Kurt Masur, Herbert Blomstedt, Kurt Sanderling, Franz Konwitschny, Hermann Abendroth, Günther Ramin, Peter Schreier, Ludwig Güttler, Dietrich Fischer-Dieskau, die Staatskapellen Dresden und Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie, die Rundfunkchöre Leipzig und Berlin, der Dresdner Kreuzchor und der Thomanerchor Leipzig. Sukzesssive wird dieses historische Repertoire für den interessierten Hörer auf CD wieder zugänglich gemacht, wobei die künstlerisch hochrangigen Analogaufnamen mit größter Sorgfalt unter Anwendung der Sonic Solutions NoNoise-Technik bearbeitet werden, um sie an digitalen Klangstandard anzugleichen.


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