> > > Glazunov, Alexander: Violinkonzert a-Moll op. 82
Mittwoch, 23. Oktober 2019

Glazunov, Alexander - Violinkonzert a-Moll op. 82

Historische Verbindungen


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mit den Violinkonzerten von Tschaikowsky und Glazunov liefern Vadim Gluzman und das Bergen Philharmonic Orchestra unter Andrew Litton eine bewegende Interpretation.

Aufnahmen der Violinkonzerte von Peter Tschaikowsky (1840-1893) und Alexander Glazunov (1865-1936) gibt es einige. Auch dass der Solopart auf einer Stradivari gegeben wird, muss man nicht unbedingt als Besonderheit veranschlagen. Im Falle vorliegender SACD bei BIS mit dem Violinisten Vadim Gluzman darf man dies jedoch gerne tun, denn mit seinem Cremoneser Instrument von 1689 hat es eine erwähnenswerte historische Bewandtnis. Über einhundert Jahre bevor der gebürtige Ukrainer und Schüler von Isaac Stern im Jahr 2007 die besagten Konzerte mit dem Bergen Philharmonic Orchestra unter der Leitung seines Chefdirigenten Andrew Litton einspielte, strich und zupfte darauf der Ungar Leopold Auer, seines Zeichens Lehrer für Violine am Moskauer Konservatorium, dort wo Glazunov Direktor war und Auer 1905 mit der Uraufführung seines Werkes in a-Moll op. 82 betraute. Insofern kann Gluzmans auch sonst erstklassige Aufnahme den Bonus historischer Authentizität für sich verbuchen. Dieser Bonus gilt delikaterweise allerdings nur bei Glazunov, denn für Tschaikowskys virtuoses Schwergewicht in D-Dur op. 42 war sich Auer wohl zu schade, das Uraufführungsangebot hat er damals jedenfalls abgelehnt.

Dabei scheint es unbegreiflich, wie man gegenüber diesem virtuosen Meisterwerk mit sehr viel Tiefgang jemals hat voreingenommen sein können. Hört man Gluzmans intensiven, zu Herzen gehenden Vortrag, so gelangt man unwillkürlich zu der Ansicht, zumindest der Kopfsatz sei mit das dramatischste, was ein virtuoses Violinkonzert im 19. Jahrhundert zustande gebracht hat. Das mag hauptsächlich an der idealen Art und Weise liegen, wie im Solopart bis zum Ausbruch des ersten Hauptthementuttis technische Ansprüche mit der Entwicklung einer an Spannung kaum zu überbietenden Steigerung zusammen gehen. Gluzmans Leistung liegt nicht zuletzt darin, solche Spannungsverläufe über sein glänzendes Spiel zu vermitteln, gräbt sich sein Bogen doch auf der G-Saite förmlich in das Holz hinein. Aber auch da, wo mehr die Inszenierung von Emotionalität durch Gesanglichkeit gefordert ist, wie in der Canzonetta, weiß Gluzmans durch betörendes Vibrato zu ergreifen. Dagegen wirft er sich zwar im direkt anschließendem Allegro Vivacissimo voll rhythmischen Feuers in die Saiten, gibt dabei aber manchmal der gefährlichen Verlockung einer Überstürzung des Tempos nach, wodurch seine Staccati mitunter zuviel Bodenhaftung aufweisen.

Was die Demonstration von Virtuosität anbelangt, nutzt Gluzman dazu das Schlussallegro von Glazunovs a-Moll Konzert in vollen Zügen, ob heikle Flageoletts, Doppelgriffe in hoher Lage oder simultane Pizzikati mit der linken Hand. Ebenso überzeugt das Bergen Philharmonic Orchestra, das mit seinem Gründungsjahr 1765 übrigens eines der ältesten Orchester der Welt ist, in seiner Begleitfunktion, der es exakt wie engagiert nachkommt. Besonders der warme Streicher- und Holzbläserklang nimmt für sich ein.

Mit auf der SACD übrigens auch Tschaikowskys op. 42, drei Stücke für Violine und Klavier unter dem Titel ´Souvenir d´un lieu cher´, hier allerdings im angenehm farbigen Orchesterarrangement von Glazunov zu hören.     

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Glazunov, Alexander: Violinkonzert a-Moll op. 82

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
BIS Records
1
29.01.2008
Medium:
EAN:

SACD
7318599914329


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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