> > > The Golden Age of Light Music: The 1950s Volume 5
Montag, 18. Oktober 2021

The Golden Age of Light Music - The 1950s Volume 5

Sinatra als Orchesterchef


Label/Verlag: Guild
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Nicht nur ob eines dirigierenden Frank Sinatra lohnenswert: leichte Musik der 50er Jahre in gewohnt sauberer Aufbereitung.

Weit über 40 Veröffentlichungen sind der ganze Stolz der ‚Light Music’-Reihe des Labels ‚Guild’ und der Erfolg dieser Serie kommt nicht von ungefähr. Kopf und Herz der geneigten Hörerschar scheinen bereit zu sein, sich auf der Welle der Nostalgie auditiv wohlig forttragen zu lassen zu Zeiten, in denen die Uhren vielleicht weniger erbarmungslos tickten und in denen Musik noch nicht schnöde aus dem Internet herunter zu laden war, wo man noch eine wirkliche Schallplatte auflegen musste mit Musik, die qualitätsvoll eingespielt wurde.

In der bereits fünften Folge mit Preziosen der leichten Musik der 1950er Jahre lacht die Sonne gleichsam aus jeder Note, die von Robert Farnon, Bert Kaempfert, Frank Pourcel, Ray Martin, David Carroll, Ron Goodwin, Bernie Wayne, Laurie Johnson und David Rose und ihren Orchestern in launigen Arrangements seinerzeit in die schwarze Rille geprägt wurde. Es war die Zeit, in der man die Hoffnung hegte, das einzige, was strahle, sei auch wirklich die Sonne und nicht das Resultat befürchteter nuklearer Katastrophen. Und so sind die hier versammelten Arrangements Gute-Laune-Macher par excellence, routiniert, aber mit Elan und Spielwitz aufgenommen und weit davon entfernt, schnell produzierte Massenware zu sein.

Serien-Kompilator David Ades und sein restaurierender Adlatus Alan Bunting haben in jeder Light Music-Packung noch ein besonderes Schmankerl. Dieses Mal ist es Frank Sinatra. Das mag zunächst nichts Außergewöhnliches an sich haben, stand der Sänger Mitte der 1950er Jahre auf einem Höhepunkt seiner Karriere mit seinen sich gut verkaufenden Schallplatten und seinen Filmen, die von der Kritik hochgelobt wurden. Der eigentümliche Drang eines Superstars, einmal etwas völlig anderes zu machen, war auch schon den Promis der Nachkriegszeit zueigen. Und so wird der heutige Hörer Zeuge eines akustischen Kuriosums: Frank Sinatra als Orchesterchef. Als die Plattenfirma ‚Capitol Records’ die Eröffnung ihres an einen Plattenstapel gemahnenden Towers in Hollywood feierte, spielte Sinatra ein ganzes Album orchestraler Musik für dieses Unternehmen ein. 60 Musiker wurden engagiert, um die Arrangements von Nelson Riddle, Billy May, Gordon Jenkins und auch Elmer Bernstein und Andre Previn zu spielen. Nelson Riddles ‚Orange’ aus diesem Album ist hier zu hören. Von Frank Sinatras Dirigat scheinen sich die Musiker wenig gestört gefühlt zu haben. Die routinierten Hollywood-Musiker seifen ihren Streicherschmelz wie gewohnt gehörig ein und geben ihr klanglich Bestes, um ihren dirigierenden Starsänger nicht zu blamieren.

Die restaurierten Aufnahmen sind allesamt ungemein plastisch aufbereitet und ihr typischer ‚50er Jahre-Sound’ geflissentlich bewahrt worden.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Erik Daumann Kritik von Erik Daumann,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    The Golden Age of Light Music: The 1950s Volume 5

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Guild
1
14.02.2008
Medium:
EAN:

CD
795754514223


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Guild

Guild entstand in den frühen Achtzigerjahren auf Initiative des berühmten englischen Chorleiters Barry Rose, der den St Paul's Cathedral Choir in London leitete. Der Name hat nichts mit der nahe gelegenen Londoner Guild Hall zu tun, sondern kommt von Barry Roses erstem Chor, dem Guildford Cathedral Choir. Das frühere Logo (ein grosses G) entstand indem Barry Rose kurzerhand eine Teetasse umstülpte und mit einem Bleistift ihrem Rand bis zum Henkel entlang fuhr. Seit 2002 hat die Firma als Guild GmbH ihren Sitz in der Schweiz, in Ramsen bei Stein am Rhein.
Bei den Aufnahmen arbeiten wir mit Fachleuten zusammen, die für grosse internationale Firmen und unabhängige kleinere und grössere Labels tätig sind. Unsere Programmschwerpunkte sind Welt-Erstaufnahmen, vergessene Werke bekannter Meister, noch nicht entdeckte Komponisten und Schweizer Musiker sowie historische Aufnahmen, etwa die Toscanini Legacy und Mitschnitte der Metropolitan Opera New York.
Wir arbeiten intensiv mit der Zentralbibliothek in Zürich und mit der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich zusammen, produzieren CDs mit Chören wie dem Salisbury Cathedral Choir und den Chören der Cambridge und Oxford University - und als Steckenpferd pflegen wir die grossen englischen und amerikanischen Unterhaltungsorchester mit ihren Light-Music-Hits der Dreissiger- bis Fünfzigerjahre.


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