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Sonntag, 28. November 2021

Händel, Georg Friedrich - Cäcilienode

Kein reines Lob an die Musik


Label/Verlag: Berlin Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Schwungvoll-festliche Aufnahme, die aber durch Solisten, die an ihre Grenzen stoßen, an Wert verliert.

Georg Friedrich Händels 'Ode auf die Heilige Cäcilia’, die Patronin der Musik, wurde in London am 22. November 1739, an ihrem Festtag, aufgeführt. In nur neun Tagen komponiert, wählte Händel eine Textvorlage des bekannten Dichters John Dryden. Dryden erzählt keine Handlung, sondern dichtet einen Lobgesang auf die Musik und schildert verschiedene Situationen und Affekte, die Händel jeweils verschiedenen Instrumenten zugeordnet hat. So steht das Cello (und die besungene Laute) für den Eintritt der Musik in die zunächst formlose und durch die Harmonie geordnete Schöpfung, die Trompete und Pauke für den Kampf und den Mut, die Flöte für die verzweifelte Liebe, die Violinen für die Eifersucht und die Orgel schließlich für die Heilige selbst.

Bei der vorliegenden Einspielung handelt es sich um die Neuauflage einer Aufnahme, die im Juli 1982 in Leipzig entstanden und 1984 bei VEB Schallplatten Berlin in der Reihe Eterna veröffentlich worden ist – eine Reihe, die inzwischen von Edel Classics übernommen worden ist. Es spielt das Händel-Festspielorchester Halle unter der Leitung von Christian Kluttig – und zwar außerordentlich gut! –, es singen Mitglieder des Chores des Landestheaters Halle, der Halleschen Chorsolisten und des Collegium vocale.

Die Sopransolisten ist Monika Frimmer, der Tenor Eberhard Büchner; wobei wir auch schon bei dem Problem der sonst oft schwungvoll und festlich musizierten, aber an einigen Stellen auch angemessen intimen Aufnahme wären. Gewiss erwartet man bei einer Einspielung vom Beginn der 80-er Jahre keinen ausgefeilten Barockgesang, wie er sich seit diesen Jahren erst entwickelt hat. Aber Büchner kommt mit der Tenorpartie doch deutlich an seine Grenzen. Seine helle, klare, kräftige und heldische Stimme, bestens für den Ausdruck von Kampfesmut in der Arie 'The trumpet’s loud clangor‘ geeignet, droht ihm manchmal direkt wegzubrechen. Seine englische Diktion ist mühsam – to say the least. Die Koloraturen kommen fein und sauber, die Spitzentöne wirken manches Mal unangemessen herausgeschleudert. Monika Frimmer hat ein ähnlich klares und ansprechendes Timbre wie Büchner, sparsam im Vibrato, aber doch voller als beispielsweise der glockenreine Sopran von Emma Kirkby. Ihre ruhige Arie 'The soft complaining flute‘ gelingt ist sehr schön. Leider wirkt aber auch sie streckenweise angestrengt und kommt an ihre Grenzen, besonders im schwierigen Schlussstück 'And from the pow´r of scared lays‘. Man hat den Eindruck, die Partie überfordert sie schlicht in der Höhe.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Händel, Georg Friedrich: Cäcilienode

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Berlin Classics
1
01.02.2008
48:08
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
782124139926
0013992BC


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Berlin Classics

Berlin Classics (BC) ist das Klassik-Label der Edel Germany GmbH. Es ist das Forum für zahlreiche bedeutende historische Aufnahmen, wichtige Beiträge der musikalischen Zentren Leipzig, Dresden und Berlin sowie maßgebliche Neuproduktionen mit etablierten und aufstrebenden jungen Klassik-Künstlern. Dazu zählen etablierte Stars, wie z.B. die Klarinettistin Sharon Kam, die Pianisten Ragna Schirmer, Sebastian Knauer, Matthias Kirschnereit, Anna Gourari und Lars Vogt, die Sopranistin Christiane Karg oder auch die Ensembles Concerto Köln, Pera Ensemble, sowie der Dresdner Kreuzchor und das Vocal Concert Dresden. Mehrfach wurden Produktionen mit einem Echo-Preis ausgezeichnet. Im Katalog von Berlin Classics befinden sich Aufnahmen mit Kurt Masur, Herbert Blomstedt, Kurt Sanderling, Franz Konwitschny, Hermann Abendroth, Günther Ramin, Peter Schreier, Ludwig Güttler, Dietrich Fischer-Dieskau, die Staatskapellen Dresden und Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie, die Rundfunkchöre Leipzig und Berlin, der Dresdner Kreuzchor und der Thomanerchor Leipzig. Sukzesssive wird dieses historische Repertoire für den interessierten Hörer auf CD wieder zugänglich gemacht, wobei die künstlerisch hochrangigen Analogaufnamen mit größter Sorgfalt unter Anwendung der Sonic Solutions NoNoise-Technik bearbeitet werden, um sie an digitalen Klangstandard anzugleichen.


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