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Mittwoch, 20. Oktober 2021

Vasari Singers singen - Weihnachtslieder

Neues aus dem Weihnachtsrepertoire


Label/Verlag: Guild
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Es ist selten, eine Weihnachts-CD zu finden, bei der man nicht den Eindruck hat, alles schon mal bzw. tausendfach gehört zu haben. Die erste Weihnachts-CD der Vasari Singers ist eine dieser glücklichen Seltenheiten.

Auf das Konto der Vasari Singers gingen in den vergangenen Jahren etliche herausragende Aufnahmen bestechend interpretationssicherer Chorarbeit. Für ‚Guild’ tätigte das Vokalensemble unter Jeremy Backhouse die Ersteinspielung von Marcel Duprés ‚La France au Calvaire’. Auch ein Aufnahme von Brahms’ Deutschem Requiem in der Fassung mit zwei Klavieren sangen die Vasari Singers für dieses rührige Label ein. Eine CD mit Weihnachtsstücken aber stand bislang auf der Soll-Seite des Ensembles. Nun – und man muss sagen: endlich – ist dieses Desiderat kein Desiderat mehr: ‚Noël nouvelet’ heißt das Weihnachtsalbum der Vasari Singers. Der Titel ist Programm.

Alt und Neu

Das französische Weihnachtslied ‚Noël nouvelet’, mittig auf der CD platziert, gibt in seinem klanglich intrikat kalkulierten, aber wenig avantgardistischen Arrangement von Stephen Jackson gleichsam das Motto dieser wirklich herausragenden Weihnachtsplatte vor: traditionelle, fast ausschließlich englisch-amerikanische Weihnachtslieder in moderat-modernen Sätzen in Kombination mit originellen Originalkompositionen, die ihrerseits bis zu einem gewissen Grade bereits zu Klassikern der Chorliteratur geworden sind, allen voran selbstredend Felix Mendelssohn Bartholdys ‚Frohlocket ihr Völker auf Erden’ – der ‚Opener’ für so manchen Weihnachtsgottesdienst hierzulande und das einzige deutsch vorgetragene Stück dieser CD, aber auch die vor allem im englischsprachigen Raum bekannt gewordenen Stücke wie zum Beispiel Judith Weirs ‚Illuminare Jerusalem’, Morten Lauridsens ‚O magnum mysterium’, John Gardners ‚Tomorrow shall be my dancing day’ oder Michael Heads ‚The Little Road to Bethlehem’. Zeitgenössische Musik in weihnachtszeitgemäßer Tonalität – die Botschaft der Engel will schließlich von allen Ohren verstanden werden.

Die Vasari Singers unter Jeremy Backhouse’ Leitung können mit ihrem schlüssig zusammengestellten Programm nur Pluspunkte sammeln. Die Stimmgruppen, wie im Übrigen auch die hervorragenden Chorsolistinnen und –solisten, zeichnen sich einzeln durch die enorme Spannkraft eines transparent an der Linie orientierten, einzigartig unirisierenden Klang aus, der in der Vereinigung aller einer klaren Phrase Struktur gibt, dass man sich an diesem wirklich individuellen Chorklang gar nicht satt hören möchte. Nicht nur wird hier textdeutlich artikuliert, nicht nur greift die Dynamik plastisch Raum, auch Jeremy Backhouse hat mit seinem immer sicheren Gespür für das richtige Tempo und rhythmischer Geste Anteil an diesen Einspielungen, die zum Besten gehören dürften, was uns der diesjährige Weihnachtsplattenmarkt beschert. Noch dazu mit zwei Plattenpremieren: Malcolm Sargents stimmigem Arrangement des ‚Hawaiian Lullaby’ und Andrew Carters karikierendem Satz zu ‚The Twelve Days of Christmas’. Die Vasari Singers intonieren hier mit Lust und Laune. Gleiches evoziert diese Scheibe.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Erik Daumann Kritik von Erik Daumann,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Vasari Singers singen: Weihnachtslieder

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Guild
1
31.10.2007
Medium:
EAN:

CD
795754731422


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Guild

Guild entstand in den frühen Achtzigerjahren auf Initiative des berühmten englischen Chorleiters Barry Rose, der den St Paul's Cathedral Choir in London leitete. Der Name hat nichts mit der nahe gelegenen Londoner Guild Hall zu tun, sondern kommt von Barry Roses erstem Chor, dem Guildford Cathedral Choir. Das frühere Logo (ein grosses G) entstand indem Barry Rose kurzerhand eine Teetasse umstülpte und mit einem Bleistift ihrem Rand bis zum Henkel entlang fuhr. Seit 2002 hat die Firma als Guild GmbH ihren Sitz in der Schweiz, in Ramsen bei Stein am Rhein.
Bei den Aufnahmen arbeiten wir mit Fachleuten zusammen, die für grosse internationale Firmen und unabhängige kleinere und grössere Labels tätig sind. Unsere Programmschwerpunkte sind Welt-Erstaufnahmen, vergessene Werke bekannter Meister, noch nicht entdeckte Komponisten und Schweizer Musiker sowie historische Aufnahmen, etwa die Toscanini Legacy und Mitschnitte der Metropolitan Opera New York.
Wir arbeiten intensiv mit der Zentralbibliothek in Zürich und mit der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich zusammen, produzieren CDs mit Chören wie dem Salisbury Cathedral Choir und den Chören der Cambridge und Oxford University - und als Steckenpferd pflegen wir die grossen englischen und amerikanischen Unterhaltungsorchester mit ihren Light-Music-Hits der Dreissiger- bis Fünfzigerjahre.


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