> > > The golden age of light music: Light music while you work Vol. II
Donnerstag, 28. Oktober 2021

The golden age of light music - Light music while you work Vol. II

Leichte Musik als Taktmesser der Arbeitsmaschinen


Label/Verlag: Guild
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Lenkt Musik von der Arbeit ab oder fördert sie die Produktivität? Zumindest ist David Ades’ Kompendium mit Musik für das BBC Radioprogramm ‚Light Music while you work’ fast zu schade, um sie während der Arbeit zu hören.

Unter den Auspizien von ‚Guild Light Music’ bringt David Ades seit gut zwei Jahren Kleinodien leichter Musik meist britischer Couleur in einer Schnelligkeit und Frequenz heraus, als müsse man um deren Verfallsdatum fürchten. Doch keine Sorge, Ades kriegt sie alle – auf CD. Den staubigen Archiven entrissen, klangtechnisch aufbereitet und ediert, reiht er die schönsten Preziosen auf den Silberling. Und ab und zu muss er auch den Wiederholungstäter geben. Wie in diesem Fall. Der große Erfolg der CD ‚Light Music while you work’ hat Ades geradezu gezwungen, eine zweite Folge dieses geschichtlich nicht ganz unrelevanten Repertoires herauszubringen.

Wie bereits in Folge 1 so schneidet der Titel der CD ein für die leichte Musik äußerst relevantes Thema an, nämlich die Rolle und Aufgabe der leichten Musik während der Jahre des Zweiten Weltkriegs. Ein Kapitel in der Geschichte Großbritanniens während des Kriegs, das bei aller Fröhlichkeit der Musik selbst doch nach wie vor nachdenklich stimmt.

Am 23. Juni 1940 begann die BBC mit der Übertragung eines ‚Music while you work’ genannten Programms zur moralischen Unterstützung der arbeitenden Bevölkerung in den kriegsunterstützenden Fabriken. Zunächst sendete die BBC leichte Klassik, ‚live’ gespielt von Solointerpreten, Tanzbands oder auch Militärkapellen. Es stellte sich aber heraus, dass die Fabrikarbeiter Musik bevorzugten, die sie kannten und selber gerne mitsangen. Diesem immensen Anliegen konnte die BBC nicht nachkommen und so sprang die Decca ein. Die Firma produzierte auf einem eigenen ‚Music while you work’-Label Schallplatten mit dem gewünschten Repertoire, und dies weit über Kriegsende hinaus. Bis die letzten Scheiben im Januar 1947 auf den Markt kamen, waren fast 400 78er-Platten erschienen. Wenn diese Musik die Fabrikarbeiter nicht unbedingt zur Produktionssteigerung anregten, so zumindest dürfte sie ihre Laune erheblich gesteigert haben.

David Ades hat einmal mehr 26 Aufnahmen aus dem ‚Light Music while you work’-Katalog der Decca ausgewählt und präsentiert sie mit Hilfe von Alan Bunting, der das Material einmal mehr restauriert hat, in guter, plastischer Tonqualität. Ein- und ausgeleitet mit der speziell von Eric Coates für dieses Radioprogramm komponierten Erkennungsmelodie ‚Calling all Workers’, vom Komponisten 1940 selbst eingespielt, offerieren sie den Hörern eine bunte Auswahl an die Arbeitskraft vermeintlich ankurbelnden Muntermachern. Da ist eine Bearbeitung von Tschaikowskys Walzer aus ‚Dornröschen’ ebenso zu finden wie Arrangements und Bearbeitungen von Stücken von Franz Lehar, George Gershwin, Johann Strauß, Franz Schubert, Paul Lincke, Kurt Weill, aber auch drollige Juwelen von Katy Moss, Sherman Myers, Raymond Scott, Jack Strachey, Harry Warren, Percy Fletcher u.a. Orchestral auf den Punkt gebracht von Harry Fryer, Harry Davidson, Richard Crean, Wynford Reynolds (dem eigentlichen Initiator des Radioprogramms), Phil Green, Ronnie Munro, Harold Collins, Reginald Burston und Reginald Pursglove. Musik, die fast zu schade ist, um sie während der Arbeit zu hören.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Erik Daumann Kritik von Erik Daumann,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    The golden age of light music: Light music while you work Vol. II

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Guild
1
23.10.2007
Medium:
EAN:

CD
795754513721


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Guild

Guild entstand in den frühen Achtzigerjahren auf Initiative des berühmten englischen Chorleiters Barry Rose, der den St Paul's Cathedral Choir in London leitete. Der Name hat nichts mit der nahe gelegenen Londoner Guild Hall zu tun, sondern kommt von Barry Roses erstem Chor, dem Guildford Cathedral Choir. Das frühere Logo (ein grosses G) entstand indem Barry Rose kurzerhand eine Teetasse umstülpte und mit einem Bleistift ihrem Rand bis zum Henkel entlang fuhr. Seit 2002 hat die Firma als Guild GmbH ihren Sitz in der Schweiz, in Ramsen bei Stein am Rhein.
Bei den Aufnahmen arbeiten wir mit Fachleuten zusammen, die für grosse internationale Firmen und unabhängige kleinere und grössere Labels tätig sind. Unsere Programmschwerpunkte sind Welt-Erstaufnahmen, vergessene Werke bekannter Meister, noch nicht entdeckte Komponisten und Schweizer Musiker sowie historische Aufnahmen, etwa die Toscanini Legacy und Mitschnitte der Metropolitan Opera New York.
Wir arbeiten intensiv mit der Zentralbibliothek in Zürich und mit der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich zusammen, produzieren CDs mit Chören wie dem Salisbury Cathedral Choir und den Chören der Cambridge und Oxford University - und als Steckenpferd pflegen wir die grossen englischen und amerikanischen Unterhaltungsorchester mit ihren Light-Music-Hits der Dreissiger- bis Fünfzigerjahre.


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