> > > Telemann, Georg Philipp: The delivered Israel
Donnerstag, 21. Januar 2021

Telemann, Georg Philipp - The delivered Israel

Brilliant und überzeugend


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Normalerweise muss man eine solche musikalische und auch klangliche Qualität lange suchen.

Neulich, in einem CD-Fachgeschäft für klassische Musik in einer mittelgroßen Stadt im Nordwesten Deutschlands: Ein Kunde fragt nach Telemann, freut sich über die vier CDs einer kompletten Tafelmusik und erkundigt sich nach einer Gesamtaufnahme des Telemannschen Oeuvres. Der Verkäufer unterdrückt ein mitleidiges Lächeln. Angesichts über 1000 Kantaten, um die 50 Passionen, fast 20 Opern, 100 Konzerte, ungezählter Kammermusikwerke, Solosonaten und Gelegenheitswerke für so ziemlich jede Besetzung wird das wohl ein Wunschtraum bleiben. Dagegen wirken selbst Bachs gesammelte Werke übersichtlich.
Und außerdem: Welche Musiker möchten sich die unendlichen Aufnahmesitzungen aufhalsen, die notwendig wären, das Gesamtwerk einzuspielen? Obwohl die Rheinische Kantorei und das Kleine Konzert unter Hermann Max sich gerade mit einer neuen CD dafür empfohlen haben. 'Das befreite Israel' heißt die bei cpo erschienene Silberscheibe. Das Ensemble kann auf eine langjährige Telemann-Erfahrung zurückblicken, die auch schon von Magdeburg, der Geburtsstadt des Komponisten, für preiswürdig befunden wurde.

Und das zu Recht. Mit der neuen Einspielung, dem titelgebende Oratorium, das Israels Durchschreiten des Roten Meeres während des Auszugs aus Ägypten erzählt, einer Orchestersuite in f-Moll und der 'musikalischen Idylle' mit dem Titel 'Der May', gelingt Max und seinen Ensembles eine Vorstellung, die so schlüssig ist, dass an der Richtigkeit ihres Tuns kein Zweifel aufkommt. Das Solistenensemble setzt sich aus erprobten Sängerinnen und Sängern zusammen, die in einschlägigen Kreisen freudiges Kopfnicken hervorrufen. Sopranistin Ingrid Schmithüsen und Bassist Klaus Mertens brillieren vor allem als Liebespaar in der Schäferidylle 'Der May'. Altistin Claudia Schubert, Tenor Howard Crook und der zweite Bassist Ekkehard Abele, eigentlich Mitglied der Rheinischen Kantorei, kommen nur im 'Befreiten Israel' zum Einsatz, können aber auch in ihren kleinen Rollen überzeugen.
Die Rheinische Kantorei tritt in sechszehnköpfiger Besetzung auf und vermag im Verein mit dem Kleinen Konzert die Telemannsche Musik zu einem Leben zu erwecken, das nicht nur in historisch korrekter oder neuerdings informiert genannter Weise Sinn macht, sondern auch den Melodienschönheiten gerecht wird. Das hervorragend ausgewogene Orchester verleiht seinem Part ein Strahlen, das, auseinander genommen, aus der Kombination von Geigen, Oboen und Trompeten besteht, in der obertonreichen Mischung aber wahrscheinlich dem Original sehr nahe kommt. Da braucht’s keine hundert Musiker, um vollen Klang zu erzeugen, da reichen auch 16. Diese Qualitäten darf das Orchester dann auch in der Ouvertüre in f-Moll ohne vokale Ergänzungen ausspielen. Der Aufbau entspricht einer Orchestersuite in acht Sätzen mit Ouvertüre, nichts besonderes also, aber die bereits gerühmte Telemannsche Erfindungsgabe von Melodien verleiht dem Werk eine Komponente, die sich mit dem ausgesprochenen Tanzcharakter, der in der Interpretation erfreulicherweise erhalten geblieben ist, hervorragend harmoniert.

Bei genauerem Hinsehen mag sich der Text der Kantate 'Der May' als Vorlage für Gottfried van Swietens Textbuch zu Joseph Haydns Oratorium 'Die Jahreszeiten' entpuppen. Jedoch kann er allerhöchstens ein paar Inspirationen daraus gezogen haben. Telemann lässt Phillis und Daphnis den Frühlingsmonat Mai preisen als 'schönster unter den zwölf Göttern' und ergeht sich mit seinem Textdichter in langen Naturbeschreibungen. Ingrid Schmithüsen und Klaus Mertens lassen durch ihre Interpretation den zuweilen süßlichen Text vergessen und machen nicht nur gute, sondern auch schöne Musik daraus.
Wer immer auch von einer Telemann-Gesamtaufnahme träumt, muss sie sich selbst zusammensammeln, und hier heißt es zugreifen. Normalerweise muss man eine solche musikalische und auch klangliche Qualität lange suchen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 




Kritik von Dirk Jaehner,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Telemann, Georg Philipp: The delivered Israel

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
cpo
1
20.05.2001
65:36
1998
2001
Medium:
EAN:
BestellNr.:
CD
0761203967322
999 673-2

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Telemann, Georg Philipp


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Dirigent(en):Max, Hermann
Orchester/Ensemble:Das Kleine Konzert
Interpret(en):Rheinische Kantorei, (Choir)


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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