> > > Mozart, Wolfgang Amadeus: Klarinettenquartette KV 317d, 374f & 496
Montag, 26. Juli 2021

Mozart, Wolfgang Amadeus - Klarinettenquartette KV 317d, 374f & 496

"Ach, wenn wir nur auch clarinetti hätten…!"


Label/Verlag: NCA - New Classical Adventure
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Kein originaler, aber sehr origineller Mozart - nicht übertrieben originell: auf Originalinstrumenten - dafür sensationell eingespielt!

Besser und vor allem schöner kann man Mozart kaum spielen. Dabei handelt es sich bei den drei Quartetten für Klarinette und Streichtrio vermutlich nicht einmal um Originalwerke. Es sind Bearbeitungen zweier Violinsonaten (KV 317d und 374f) und des Klaviertrios KV 496, die der Offenbacher Verleger Johann André 1799 in seinen Katalog aufnimmt.

Der Klarinettist der vorliegenden Aufnahme, Eric Hoeprich, vermutet in dem von ihm verfassten Begleittext des Booklets André selbst als Urheber der Arrangements; erschöpfend wird sich diese Frage kaum klären lassen.

Wie unschwer zu erraten ist, steht im Zentrum dieser Neufassungen die Klarinette, ein Instrument, das Mozart ganz besonders liebte und kompositorisch beschenkte. Wenn ein Musiker derart begnadet sein Instrument zu bedienen versteht, wie Hoeprich, lässt sich erahnen, was Mozart inspirierte. Wunderbar eingefasst von den exzellenten Streichern des Ensemble ‘Les Adieux’ kommt besonders deutlich zur Geltung, wie berührend der Klang der Klarinette in diesem intimen Rahmen der Kammermusik sein kann.

Alle vier Interpreten, neben Hoeprich die Geigerin Mary Utiger, Hajo Bäß (Viola) und Nicholas Selo (Violoncello), sind zu Recht prominente Vertreter der ‘Alte-Musik-Szene’, will sagen, sie spielen auf einem Instrumentarium, das sich im baulichen Zustand der Zeit des gespielten Repertoires befindet; die Streichinstrumente sind mit Darmsaiten bezogen, man verwendet die damals üblichen Bögen. Die Klarinetten dieser Zeit sind in der Regel aus Buchsbaum gefertigt und das Klappenwerk ist auf ein Minimum von fünf Klappen reduziert.

Die Aufnahme besticht durch eine lebendige Abmischung, die den Hörer sich inmitten des Ensembles wähnen lässt. Die souveräne Beherrschung der Partitur, die unangestrengte, ja gelassene Klangproduktion der Musiker, gepaart mit einer ausgesprochen lustvollen Spiellaune sind wahrlich ein Genuss. Klarinette und Violine harmonieren hervorragend miteinander, ein jeder kann sich im Zweifelsfall zurücknehmen, bei Bedarf aber auch ganz ohne Scheu zupacken und so entsteht ein transparentes und dynamisch weitgespanntes Klangbild. Technisch ungemein versiert, musiziert das Ensemble spürbar selbstsicher und unangestrengt. Edle Klangfarben und fein nuancierte Abstimmung untereinander, geadelt durch eine tadellose Intonation sind bestechende Merkmale dieser Platte.

Alle Virtuosität und Brillanz in den kraftvoll vorgetragenen Kopfsätzen und den spritzigen Finali verblasst angesichts der ergreifenden Sprache der langsamen Sätze. Natürlich ist Mozart daran nicht ganz unschuldig, welchen Zauber allerdings Eric Hoeprich originalen Violinmelodien entlockt, zumal im Quartett in B-Dur, mehr noch im darauffolgenden in Es-Dur, sucht seinesgleichen. Geschmackvoll vorgetragen, angemessen ausgeziert, frei von Kitsch – wundervoll!  Der Text des Booklets ist Werkstattbericht und musikwissenschaftliche Einführung in einem. Dreisprachig, optisch ansprechend gestaltet, bietet es dem Leser mannigfache Informationen rund um die Aufnahme. Erschienen sind die drei Quartette beim Label ‘NCA’.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mozart, Wolfgang Amadeus: Klarinettenquartette KV 317d, 374f & 496

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
NCA - New Classical Adventure
1
18.01.2008
Medium:
EAN:

SACD
4019272601729


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"Die Drei Quartette für Klarinette, Violine, Viola und Violoncello werden auf der gleichnamigen CD vom Streicherensemble Les Adieux interpretiert. Erich Hoeprich, der als Soloklarinettist in Frans Brüggens „Orchester des 18. Jahrhunderts“ erfolgreich ist, übernimmt in dieser Aufnahme von 1998 den Klarinettenpart. Das Entstehungsdatum der drei Quartette ist unbekannt, anders als das Veröffentlichtungsdatum: 1799. Der Offenbacher Verleger Johann André nahm die drei Werke in seinen Katalog auf. Man nimmt daher auch an, dass er diese Werke zugleich überarbeitete - er brachte sie in die heutige Quartettform. Die dreisätzigen Werke, die sich in Melodie und Form unterscheiden, sind eine Bereicherung für jede Klassiksammlung: Wenn auch in veränderter Gestalt, so doch ganz Mozart!"


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NCA - New Classical Adventure

20 Jahre NCA

Als im Jahre 1992 das Klassiklabel NCA ins Leben gerufen wurde, dachte niemand daran, dass man heute das 20-jährige Jubiläum feiern könnte. In zwei Jahrzehnten wurde ein Katalog geschaffen, der mehr als 150 Produktionen umfasst und zum Besten gehört, was die Klassik zu bieten hat.

NCA steht für neue Interpretationen bekannter Werke, steht für eine erfolgreiche Auseinandersetzung mit Musik in den verschiedensten, vielleicht auch ungewohnten Besetzungen, steht für auserlesene, oft zu Unrecht selten oder bisher noch nie eingespielte Werke in allen Stilistiken der klassischen Musik, was insgesamt zum Markenzeichen des Labels wurde und ist damit die ideale Ergänzung für den Plattenschrank eines Klassikliebhabers werden.Dabei ist selbstverständlich Grundvoraussetzung eine hohe künstlerische und technische Qualität der Einspielungen.

Bei NCA findet sich keine Trennung des Repertoires, sondern alle Einspielungen dienen gleichberechtigt dem einen Zweck, das Phänomen ?Musik? im Sinne eines Mosaiks ganzheitlich (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) entstehen zu lassen.

Viele Einspielungen aus sämtlichen Genres der klassischen Musik wurden von der Fachpresse hochgelobt und mit diversen Preisen ausgezeichnet. Viele berühmte und weltbekannte Künstler zeugen von der höchsten Qualität der Produktionen. Ein besonderes Augenmerk gilt der Förderung junger und aufstrebender Künstler, um ihnen ein Sprungbrett in die weite Welt der Klassik zu bieten.

Wenn Sie Lust auf klassische Abenteuer im besten Sinne des Wortes haben, dann sollten Sie sich NCA nicht entgehen lassen!

Klaus Feldmann
A&R Managing Director


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