> > > Skrjabin, Alexander: Le poème de l'extase op. 54
Dienstag, 30. November 2021

Skrjabin, Alexander - Le poème de l'extase op. 54

Ausdruckswelten der Jahrhundertwende


Label/Verlag: Berlin Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Dresdner Philharmoniker spielen Musik der Jahrhundertwende von Skrjabin und Albéniz. Faustformel: Viel Orchesterglanz, wenig Ekstase.

Aleksandr Skrjabin und Isaac Albéniz haben nicht viel gemeinsam, außer dass sie auf der Schwelle zum 20. Jahrhundert zu den führenden Pianisten und Klavierkomponisten ihrer Vaterländer gehörten. Dennoch vereint eine neue CD von Berlin Classics je ein Orchesterwerk beider Komponisten, gespielt von der Dresdner Philharmonie. Beide Werke, Skrjabins ‘Poème de l’extase’ und die Suite ‘Iberia’ von Albéniz sind für sehr großes Orchester gesetzt.

Orchesterfarben I

Jörg-Peter Weigle, damals Chefdirigent bei den Dresdnern, lässt bei Albéniz in einer Aufnahme von 1989 die Farbigkeit der Instrumentierung glänzen und funkeln, dass es eine Pracht ist, die feurigen spanischen Rhythmen sind scharf akzentuiert. Weigles Tempi sind eher ruhig, aber nicht schleppend. Angesichts dieser Leistung kann man getrost abtauchen in ein mediterranes Klangbad, muss nicht den Klang der Originalfassung vermissen. Leider verschweigt allerdings das Beiheft, dass es eine solche überhaupt gibt, dass es sich bei den fünf Teilen des Werkes um eine Orchestrierung von fremder Hand einer eigentlich zwölfsätzigen Klaviersuite handelt. Auch Erklärungen zu den einzelnen Sätzen, selbst die Erläuterungen der spanischen Titel fehlen in den spärlichen Texten völlig, und Künstlerbiographien sind ebenfalls nicht enthalten.

 

Orchesterfarben II

Johannes Winkler versucht in seiner Interpretation der Skrjabinschen Dichtung ebenfalls durch die Vielfalt der Orchesterfarben zu beeindrucken, trotz der Dichte der Instrumentation ist der Klang einigermaßen transparent und klar. Allerdings ist dieser Ansatz gewissermaßen vergebliche Liebesmüh, dürfte es Skrjabin doch weniger auf glänzende Effekte als auf einen rauschhaften Sog abgesehen haben. Die Ausdruckswelt seiner Musik ist Welten von der Albéniz’ entfernt. Skrjabins Orchestersatz glänzt und funkelt eben nicht, er braucht die Fülle der Instrumente eher für Kraft und – wie der Titel sagt – Ekstase. Davon ist in der Aufnahme von 1982 jedoch nicht viel zu spüren. Man vergleiche nur die Interpretation des Russen Jevgenij Svetlanow von 1966, die als apokalyptische Vision und absoluter Gegenpol zu Winkler gelten kann. Die Klangqualität der vorliegenden CD ist dieser Extremdeutung allerdings unbestreitbar überlegen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Skrjabin, Alexander: Le poème de l'extase op. 54

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Berlin Classics
1
13.07.2007
50:08
1984
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
782124139520
0013952BC


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"Alexander Skrjabins Werke riefen glühende Verehrung, aber auch kompromisslose Ablehnung hervor. Seine revolutionär neuen Klänge stehen in Zusammenhang mit seinen bizarren okkult-mystischen Ideen und finden Ausdruck in seiner 1908 fertiggestellten Komposition Le Poème de l‘extase. Albéniz‘ Meisterwerk ist die während seiner letzten Lebensjahre komponierte Suite Iberia. Spanische Elemente zeigen sich hier in den schweifenden Arabesken, in andalusischen Rhythmen und „alla castillana“ vorzutragenden Rezitativen. Die Dresdner Philharmonie bringt diese farbenfrohe und feurige Musik mit großer Klangkultur zum Leuchten."


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Berlin Classics

Berlin Classics (BC) ist das Klassik-Label der Edel Germany GmbH. Es ist das Forum für zahlreiche bedeutende historische Aufnahmen, wichtige Beiträge der musikalischen Zentren Leipzig, Dresden und Berlin sowie maßgebliche Neuproduktionen mit etablierten und aufstrebenden jungen Klassik-Künstlern. Dazu zählen etablierte Stars, wie z.B. die Klarinettistin Sharon Kam, die Pianisten Ragna Schirmer, Sebastian Knauer, Matthias Kirschnereit, Anna Gourari und Lars Vogt, die Sopranistin Christiane Karg oder auch die Ensembles Concerto Köln, Pera Ensemble, sowie der Dresdner Kreuzchor und das Vocal Concert Dresden. Mehrfach wurden Produktionen mit einem Echo-Preis ausgezeichnet. Im Katalog von Berlin Classics befinden sich Aufnahmen mit Kurt Masur, Herbert Blomstedt, Kurt Sanderling, Franz Konwitschny, Hermann Abendroth, Günther Ramin, Peter Schreier, Ludwig Güttler, Dietrich Fischer-Dieskau, die Staatskapellen Dresden und Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie, die Rundfunkchöre Leipzig und Berlin, der Dresdner Kreuzchor und der Thomanerchor Leipzig. Sukzesssive wird dieses historische Repertoire für den interessierten Hörer auf CD wieder zugänglich gemacht, wobei die künstlerisch hochrangigen Analogaufnamen mit größter Sorgfalt unter Anwendung der Sonic Solutions NoNoise-Technik bearbeitet werden, um sie an digitalen Klangstandard anzugleichen.


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