> > > The Golden Age of Light Music: 1940s & 50s Vol. 2
Donnerstag, 28. Oktober 2021

The Golden Age of Light Music - 1940s & 50s Vol. 2

Nostalgie pur


Label/Verlag: Guild
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Hat man einmal auditiv Blut geleckt, möchte man von diesen meisterhaft restaurierten, historisch wertvollen und oftmals raren Preziosen längst vergangener Tage nie mehr lassen.

Wann sieht David Ades jemals das Tageslicht? Unermüdlich kramt er in den Katakomben der Musikarchive, wo offenbar ein schier unerschöpflicher Vorrat an raren Aufnahmen aus Vaters, Großvaters und Urgroßvaters Zeiten lagert. Die CD-Reihe ‚The Golden Age of Light Music’ wächst und wächst und wenn das so weiter geht, wird bald die einhundertste CD erschienen sein. Denn noch immer gibt es viel zu entdecken unter den audiophilen Kostbarkeiten aus alten Zeiten, die Ades, der ungekrönte König der Musikarchive, im Verbund mit Audio-Restaurator Alan Bunting auf den heutigen Silberling pressen lässt.

Vier Dezennien leichter Musik ist der neueste Wurf des Gespanns Ades-Bunting und präsentiert Aufnahmen der 20er bis 50er Jahre. Triumphe der Technik bedeuteten in jenen Jahren einen Aufschwung der Schallplattenproduktion. War es in den 20er Jahren noch der Wandel vom Schalltrichter zum Mikrophon, das nun endlich auch einen verbesserten Orchesterklang bot, so machte in den 50er Jahren der karge Monosound dem stereophonen Hören Platz und mit ‚high fidelity’ bot sich dem Hörer ein ganz neues Klangerlebnis dar.

Aus den zahlreichen Schmuckstücken der 20er und 30er Jahre hat Ades ganz besondere Schmankerl ausgesucht. Da wäre zum Beispiel das aparte ‚In a Clock Store’ von Charles Orth mit dem New Light Symphony Orchestra in einer HMV-Aufnahme aus dem Jahr 1926. Oder die zwischen ernster und leichter Musik grenzgehenden Piècen von Eric Coates. Oder die schmissige ‚Laughing Marionette’ von Walter Collins aus dem Jahr 1928. Rar ist auch die 1938er Telefunken-Aufnahme eines ‚Blues’ aus der ‚Dance Suite’ von Eduard Künneke, die der Komponist selbst dirigiert. Und er dirigiert nicht irgendein Orchester, sondern die Berliner Philharmoniker. Die 20er und 30er Jahre waren nicht weniger schnelllebig als unsere heutige Zeit. Und doch scheint das Gespür für qualitätsvolle und gewichtig interpretierte Einspielungen nicht von der Uhr bestimmt worden zu sein.

Die zweite CD mit Aufnahmen der 40er und 50er Jahre bietet die dem Freund der ‚Golden Age of Light Music’-Reihe bekannten Namen: Meredith Willson, Philip Green, Charles Williams, Percy Faith, Roger, Roger, Robert Farnon, Leroy Anderson u.a. Insbesondere die Aufnahmen der 50er Jahre riechen förmlich alle ein wenig nach Coca Cola, und nach Kaugummi-Atem, einem Aufatmen nach Jahren des Kriegs. Humor ist eine ernste Sache und ebenso verhält es sich mit dieser Musik. Hinter der beschwingten Leichtigkeit dieser Arrangements steckt unglaublich subtiles Talent.

Restaurator Bunting hat Meisterliches geleistet und selbst den teils über 80 Jahre alten Aufnahmen eine elegante frische Knackfreiheit gegeben. Aufpoliert und klanglich rein glänzend erklingen auch die Aufnahmen der 30er und 40er Jahre. Den Sound der 50er hat Bunting ebenso kongenial zu bewahren gewusst. Die ‚Golden Age of Light Music’-Reihe ist außerordentlich preiswürdig.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Erik Daumann Kritik von Erik Daumann,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    The Golden Age of Light Music: 1940s & 50s Vol. 2

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Guild
1
23.08.2007
Medium:
EAN:

CD
795754513523


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Guild

Guild entstand in den frühen Achtzigerjahren auf Initiative des berühmten englischen Chorleiters Barry Rose, der den St Paul's Cathedral Choir in London leitete. Der Name hat nichts mit der nahe gelegenen Londoner Guild Hall zu tun, sondern kommt von Barry Roses erstem Chor, dem Guildford Cathedral Choir. Das frühere Logo (ein grosses G) entstand indem Barry Rose kurzerhand eine Teetasse umstülpte und mit einem Bleistift ihrem Rand bis zum Henkel entlang fuhr. Seit 2002 hat die Firma als Guild GmbH ihren Sitz in der Schweiz, in Ramsen bei Stein am Rhein.
Bei den Aufnahmen arbeiten wir mit Fachleuten zusammen, die für grosse internationale Firmen und unabhängige kleinere und grössere Labels tätig sind. Unsere Programmschwerpunkte sind Welt-Erstaufnahmen, vergessene Werke bekannter Meister, noch nicht entdeckte Komponisten und Schweizer Musiker sowie historische Aufnahmen, etwa die Toscanini Legacy und Mitschnitte der Metropolitan Opera New York.
Wir arbeiten intensiv mit der Zentralbibliothek in Zürich und mit der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich zusammen, produzieren CDs mit Chören wie dem Salisbury Cathedral Choir und den Chören der Cambridge und Oxford University - und als Steckenpferd pflegen wir die grossen englischen und amerikanischen Unterhaltungsorchester mit ihren Light-Music-Hits der Dreissiger- bis Fünfzigerjahre.


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