> > > Tschaikowsky, Peter: Symphonie Nr. 4
Samstag, 8. August 2020

Tschaikowsky, Peter - Symphonie Nr. 4

1:0 für den Pianisten


Label/Verlag: Ondine
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Trotz der exquisiten Orchesterleistung kann man auf den Kauf dieser CD weitgehend verzichten. Bleibt nur noch zu hoffen, dass sich das Label einmal zu einer einzelnen Veröffentlichung der Jahreszeiten entschließt.

Die Unterschiede könnten nicht größer sein: Während Antonio Pappano bei EMI vor einigen Monaten eine klangintensiv glühende, theatralisch packende Interpretation von Tschaikowskys letzten drei Symphonien vorgelegt hat, nähert sich Christoph Eschenbach der Vierten auf intellektueller Ebene und zelebriert das auch immer Schicksalssymphonie genannte Werk als ein Stück absoluter Musik, deren kompositionstechnische Struktur in diesem Zusammenhang so klar wie kaum einmal nachvollzogen werden kann. Doch das Opfer, das Eschenbach dafür bringt ist groß: Schon die Einleitungstakte des ersten Satzes lassen mit ihrer Schwerfälligkeit nicht Gutes erahnen, die Befürchtungen bewahrheiten sich in Folge: Der Satz zerbröselt, der dramatische Fluss stockt, die manieriert gedehnten Tempi verhindern einen organischen Fluss der Musik. Noch schlechter ergeht es dem zweiten Satz, den Eschenbach mit seiner manierierten Getragenheit regelrecht erstickt. Geradezu befreiend unbeschwert huscht der überraschend beschwingt musizierte Pizzicato-ostinato-Satz vorüber, das daran anschließende Finale kann dagegen eine bleierne Erstarrtheit nicht überwinden. Wenn man schon an dieser sehr fragwürdigen Herangehensweise Eschenbachs keinen Gefallen findet, so imponiert das Spiel des Philadelphia Orchestras ohne Einschränkungen. Der unverkennbare dunkel samtig schimmernde Klang ist nach wie vor präsent (und auch technisch hervorragend eingefangen!), die Streicher sind wärmer als bei amerikanischen Orchestern sonst üblich, die Bläser verbinden Präzision mit einer in das Gesamtgefüge integrierten Zurückhaltung.

Eschenbachs Sicht der Partitur stellt natürlich auch die Frage in den Raum, ob es bei dieser 1878 in Moskau uraufgeführten Symphonie ein außermusikalisches Programm gibt: Dies lässt sich eindeutig positiv beantworten, da Tschaikowsky das Programm seiner Gönnerin Natascha von Meck (der er die Symphonie übrigens auch widmete) brieflich erläuterte, wobei er die Einleitung des ersten Satzes als Symbol für das unentrinnbare Schicksal deutet.

Restlos überzeugen kann Eschenbach diesmal als Pianist, der sich auf dem zweiten Teil der CD den zwischen 1875 und 1876 entstandenen Jahreszeiten widmet, genauer dem Juli bis Dezember. (Die erste Jahreshälfte ist der fünften Symphonie beigefügt). Eschenbach schafft hier sensibel intime Miniaturen mit individuellen Profil, besonders die beiden kantabel angelegten Sommermonate zeugen von Eschenbachs Gestaltungsvermögen.

Trotz der exquisiten Orchesterleistung kann man auf den Kauf dieser CD weitgehend verzichten. Wer diese Symphonie mit dem Philadelphia Orchestra hören möchte, wird mit Riccardo Mutis Aufnahme besser bedient sein. Bleibt nur noch zu hoffen, dass sich das Label einmal zu einer einzelnen Veröffentlichung der Jahreszeiten entschließt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Tschaikowsky, Peter: Symphonie Nr. 4

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Ondine
1
29.03.2010
Medium:
EAN:

SACD
761195110454


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Ondine

The roots of Ondine date back to 1985 when founder Reijo Kiilunen released the very first Ondine album under the auspices of the renowned Finnish Kuhmo Chamber Music Festival. The label's initial mission was to produce one live album at the Festival each season. The fourth album, however, featured Einojuhani Rautavaara's opera Thomas (ODE 704-2), raising major international attention and opening the ground for overseas distribution. Kiilunen, who was running the Festival's concert agency and had begun the recording activity part-time, soon decided to devote himself fully to the development of this new business, producing and editing the first 50 releases himself. Since 2009 the company has been a part of the Naxos Group.

Today Ondine's extensive catalogue includes nearly 600 recordings of artists and ensembles such as conductor and pianist Christoph Eschenbach, conductors Vladimir Ashkenazy, Vasily Petrenko, Mikhail Pletnev, Esa-Pekka Salonen, Hannu Lintu, Jukka-Pekka Saraste, Sakari Oramo, Leif Segerstam and John Storgårds, orchestras such as The Philadelphia Orchestra, Orchestre de Paris, London Sinfonietta, Bavarian Radio Symphony Orchestra, BBC Symphony Orchestra, Los Angeles Philharmonic, Russian National Orchestra, Czech Philharmonic, Finnish Radio Symphony Orchestra, Helsinki Philharmonic and Tampere Philharmonic, sopranos Soile Isokoski and Karita Mattila, baritone Dmitri Hvorostovsky and Gerald Finley, violinist Christian Tetzlaff, violist David Aaron Carpenter, cellist Truls Mørk and pianist Olli Mustonen.

The label has also had a long and fruitful association with Finnish composers Einojuhani Rautavaara, Magnus Lindberg and Kaija Saariaho, having recorded the premieres of many of their works and garnering many awards along the way.


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