> > > Cimarosa, Domenico: Il Matrimonio Segreto
Donnerstag, 28. Oktober 2021

Cimarosa, Domenico - Il Matrimonio Segreto

Musikalisches Feuerwerk


Label/Verlag: Opus Arte
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Dieser Live-Mitschnitt einer Aufführung aus dem Jahr 1986 im Palazzo dei Congressi in Lugano überzeugt mit einer großen musikalischen Brillanz und einer stimmigen Inszenierung (Filippo Crivelli), die total im Einklang mit der Musik steht.

 ‘Il matrimonio segreto’ ist die 54ste Oper von Domenico Cimarosa, der 1801 mit nur 52 Jahren starb, was auf ein fast unvorstellbares Schaffenspensum hinweist, denn er schrieb sogar über 70 Opern, zudem noch dramatische Kantaten, Kirchenmusik, Klaviersonaten, Oratorien, Sinfonien und Solokonzerte. ‘Il matrimonio segreto’ (Die heimliche Ehe) ist sicherlich seine bekannteste Oper, sie wurde im Februar 1792 im Wiener Hoftheater uraufgeführt. Kaiser Leopold II, der sie in Auftrag gegeben hatte, war so begeistert von dem Werk, dass er am zweiten Abend alle Gäste nach der Vorstellung zu einem Dinner einlud, mit allerdings einer Bedingung, die Oper musste danach noch ein zweites Mal aufgeführt werden. Des Kaisers Vorliebe für Cimarosa - im Vergleich zu Mozart - kann man teilweise verstehen, da das Werk einem musikalischen Feuerwerk gleicht. Selbst die Rezitative werden mit Elan gesungen, dennoch zeigt die Oper nicht die dramaturgische Dichte, die zumeist die späteren Werke Mozarts prägt. Auch versah der Komponist die ziemlich naive Handlung mit einer recht harmlosen Gesellschaftskritik, was dem Kaiser sicherlich angenehm war, denn Mozarts doch oft recht beißender Spott für ‚hohe Persönlichkeiten’, gefiel dem Kaiserhaus nicht immer.

Dieser Live-Mitschnitt aus dem Jahr 1986 von einer Aufführung im Palazzo dei Congressi in Lugano überzeugt mit einer großen musikalischen Brillanz und einer stimmigen Inszenierung (Filippo Crivelli), die total im Einklang mit der Musik steht. Das Orchestra della Svizzera Italiana mit Francis Travis am Pult musiziert fast drei Stunden lang spannungsreich auf höchstem Niveau, zugleich aber auch mit einer eindrucksvollen Leichtigkeit und einem enormen Farbenreichtum. Die Melodienlinien klingen lebendig und voller Kraft und bilden so einen dichten Klangteppich für die hervorragende Sängerriege, die auch vom Äußeren her als eine perfekte Besetzung gelten kann. Die beiden Schwestern werden frech und kokett von Valeria Baiano (Elisetta) und Antonella Bandelli (Carolina) eindrucksvoll gesungen und überzeugend gespielt, die musikalischen Phrasen erklingen ideal gestaltet, beider Stimmen besitzen eine Höhe, die mühelos und strahlend klingt. Das gilt auch für die wunderbare Carmen Gonzalez in der Rolle der leicht schrulligen Tante Fidalma mit ihrer ausdrucksstarken Altstimme, ebenso für Paolo Barbacini als Paolino, der heimliche Gatte, dessen Tenorstimme klar und ungekünstelt klingt. Zudem überzeugt Roberto Coviello als Conte Robinson mit Statur und Gesang, Enrico Fissore spielt und singt den geplagten Vater der beiden koketten Töchter mit Bravour, Italianità auf höchstem Niveau ist von allen Protagonisten zu hören. Sicherlich ist diese Aufnahme der selten gespielten Oper ein Tondokument, das für das Werk spricht.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:
Features:
Regie:






Midou Grossmann Kritik von Midou Grossmann,


Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Cimarosa, Domenico: Il Matrimonio Segreto

Label:
Anzahl Medien:
Opus Arte
1
Medium:
EAN:

DVD
809478040217


Cover vergössern

Opus Arte

Opus Arte ist eines der weltweit führenden DVD-Labels. Spezialisiert auf Oper und Tanz, enthält unser Katalog eine Vielzahl musikalischer Erfahrungen. Angefangen bei der Grand Opera hin zu märchenhaften Balletten, von zeitgenössischem Tanz hin zu Künstlerporträts - und nicht zu vergessen zu einer Party im rückseitigen Garten ihrer Majestät!
Stets ist es unser Bestreben Ihnen kulturelle Ereignisse in bestmöglicher Qualität nach Hause zu bringen. Alle Neu-Veröffentlichungen werden im Widescreen-Format mit True-Surround-Sound und der zusätzlichen Option einer exzellenten Stereo-Tonspur produziert. Interessantes Zusatzmaterial füllt die DVD bis zur Kapazitätsgrenze. Midprice-Serien wie die -La Scala Box- und -Faveo- öffnen den Blick auf klassische Archivaufnahmen von den führenden Opernhäusern der Welt in außergewöhnlicher Qualität. Opus Arte ist immer auf der Höhe der stets schneller voranschreitenden technischen Entwicklung, manches Mal sind wir ihr auch einen Schritt voraus. Bereits vor sieben Jahren begannen wir mit der Produktion in High Definition und verfügen somit über einen sehr großen Katalog an Titeln, der nur darauf wartet veröffentlicht zu werden. Mit -Schwanensee- veröffentlichte Opus Arte als erstes Klassik DVD Label einen Titel im Format HD DVD. Auch ein Besuch unserer Website lohnt stets: Sie erhalten dort aktuelle Nachrichten, Besprechungen, exklusive Fotos, Trailer und zahlreiche Details zu unseren Produktionen aus erster Hand.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...



Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Opus Arte:

  • Zur Kritik... Ungebrochen modern: Wer keine historisierende Ausstattung braucht und sich von der ungebrochenen Modernität von 'Così fan tutte' überzeugen will, der kann mit der vorliegenden Veröffentlichung nichts falsch machen. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Bildgewaltiger Dauerbrenner: Diesen 'Faust' muss man einfach gesehen haben. Ob man sich allerdings diese Neuaufzeichnung von 2019 zulegt oder die Premierenbesetzung von 2004, das muss jeder selbst entscheiden. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Geschmackvolle Ästhetik: Ein sehens- und hörenswerter Puccini aus Glyndebourne. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
blättern

Alle Kritiken von Opus Arte...

Weitere CD-Besprechungen von Midou Grossmann:

  • Zur Kritik... Cinderella aus den Südstaaten: Jessye Normans Autobiographie ist eine interessante Ergänzung zu ihren Aufnahmen. Ihre Lebensschilderung bleibt aber doch eher an der Oberfläche. Weiter...
    (Midou Grossmann, )
  • Zur Kritik... Oper für Blockflöte: Das Ensemble L'Ornamento verlegt barocke Arien auf die Blockflöte. Das instrumentale Singen ist verspielt, aber ohne den Schattierungsreichtum, der einer Singstimme zur Verfügung steht. Weiter...
    (Midou Grossmann, )
  • Zur Kritik... Düstere Geschichten in neuem Gewand: Aribert Reimanns 'Lear' kam 2012 in Hamburg neu auf die Bühne. Dieser Mitschnitt aus dem Jahr 2014 lässt keine Wünsche offen, sonfern man sich darauf einlässt, einer Aufführung ohne Momente des Lichts und der Hoffnung beizuwohnen. Weiter...
    (Midou Grossmann, )
blättern

Alle Kritiken von Midou Grossmann...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Herbe Tänze: Marek Szlezer legt beim Label Dux eine der Musik Karol Szymanowskis gewidmete Platte vor, die vor allem Mazurken enthält. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Venedig da Camera: Roland Wilson und seine Musica Fiata mit einem anregend-lebendigen Bild mancher Stimme, die über Monteverdi hinausweist – und der Meister klingt mittendrin. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Auf der Suche nach der rechten Orgel: Jean-Jacques Kantorows Saint-Saëns-Edition mit einem weiteren fulminanten Höhepunkt. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (10/2021) herunterladen (3200 KByte) Class aktuell (3/2021) herunterladen (7642 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

"Wir gehen auf eine Reise mit dem Publikum, eine Reise in ein phantastisches Land"
Das Klavierduo Silver-Garburg über Leben und Konzertieren im Hier und Heute und eine neue CD mit Werken von Johannes Brahms

weiter...
Alle Interviews...


Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich