> > > Elsner, Józef: Sinfonie op. 11 in C-Dur
Mittwoch, 14. April 2021

Elsner, Józef - Sinfonie op. 11 in C-Dur

Musik von Chopins Lehrer


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Gute Aufnahmen - in technischer wie interpretatorischer Sicht - mit Orchestermusik des Lehrers von Frédéric Chopin, Józef Elsner. Eingespielt wurden eine Sinfonie und vier Opernouvertüren.

Dass sich der aus Schlesien stammende Joseph Xaver (Józef) Elsner (1769-1854) durch die Gründung der Warschauer ‚Gesellschaft zur Erhaltung und Förderung der Tonkunst’, aus der auch – als prominentester Elsner-Schüler – Frédéric Chopin hervorgegangen ist, um die Entwicklung einer eigenständigen polnischen Musik sehr verdient gemacht hat, ist unbestritten. Selbst wenn man seine Bedeutung in erster Linie im pädagogischen Bereich sieht, sollen seine zahlreichen Kompositionen jedoch auch anregend gewirkt haben. Seltsam jedoch ist, dass nur relativ wenig dieses umfangreichen Œuvres in Aufnahmen verfügbar ist. Das polnische Label Dux wirkt diesem Misstand entgegen; nach einer CD mit Klaviermusik liegen nun mit der Sinfonie C-Dur op. 11 sowie den Ouvertüren zu den Opern ‚Andromeda’, ‚Sultan Vampum’, ‚Leszek the White’ sowie ‚The Echo in the Wood’ (die beiden letztgenannten wurden von fremder Hand arrangiert) einige Orchesterwerke auf Tonträger vor. Damit sind zwei wichtige Bereiche im Schaffen Elsners, das zahlreiche Opern und mehrere Sinfonien enthält, vertreten. Eingespielt wurde die Musik vom Philharmonischen Orchester Opole, die Leitung hatte Buguslaw Dawidow.

Spritzig und lustvoll

Ungeachtet seiner Rolle für das polnische Musikleben ist Elsners Musik in erster Linie der Tradition der Wiener Klassik verpflichtet; von einem wie auch immer gearteten Nationalstil kann – auch in Ansätzen – keine Rede sein. Und das, obwohl Elsner ganz bewusst Opern in polnischer Sprache über polnische Sujets komponierte – für jemanden, der sich erst mit der Sprache vertraut machen musste, ist das schon bemerkenswert genug – und in seiner C-Dur-Sinfonie die polnische Nationalhymne zitiert hat. Elsners Musik wurde später jedoch als recht ideenlos abgetan; natürlich kommt der Komponist einem Haydn, Mozart oder Beethoven nicht gleich, seine Werke enthalten jedoch ausreichend schöne Ideen und weisen sogar eine gewisse persönliche Note auf. Langeweile zumindest macht sich nicht breit. Das ist natürlich auch der engagierten und prägnanten Wiedergabe der Musik durch das polnische Orchester zu verdanken. Die technisch versierten Musiker spielen unter ihrem Künstlerischen Leiter Boguslaw Dawidow spritzig und lustvoll, frisch in Tempo und Akzentuierung, abgerundet durch feine Holzbläser. Das Engagement des 1947 gegründeten Orchesters, das seit 1969 zusätzlich auch den Namen Józef Elsners trägt, darf man angesichts dieser Tatsache fast schon voraussetzen. Auch in technischer Sicht gibt es an den im November 2006 im Konzertsaal des Orchesters entstandenen Aufnahmen nichts zu beanstanden. Das Drumherum der Produktion ist gelungen, wenn auch die in polnischer und englischer Sprache vorliegenden Texte zu Komponist und Werk ruhig etwas ausführlicher hätten ausfallen können. Eine schöne CD, die hoffentlich weitere Einspielungen mit Musik Józef Elsners nach sich zieht.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Elsner, Józef: Sinfonie op. 11 in C-Dur

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
DUX
1
27.03.2007
Medium:
EAN:

CD
5902547005683


Cover vergössern

DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...

Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag DUX:

  • Zur Kritik... Profilierter Streicherklang: Ein von der Kompositionsqualität unausgewogenes Programm bietet zwei beachtliche Kompositionen für Streichorchester aus den Jahren 1936-1943. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Wertvolle polnische Fußnote: Juliusz Wertheim und seine unbekannte Klaviermusik und Violinsonate: Salonmusik des frühen 20. Jahrhunderts aus Warschau. Weiter...
    (Manuel Stangorra, )
  • Zur Kritik... Gelungener Querschnitt: Drei Werke für Soloinstrumente und Orchester von Krzysztof Penderecki. Weiter...
    (Michael Pitz-Grewenig, )
blättern

Alle Kritiken von DUX...

Weitere CD-Besprechungen von Christian Vitalis:

  • Zur Kritik... Bretonische Legende auf der Opernbühne: Ordentliche Aufnahme aus Liège der heute recht unbekannten Oper 'Le Roi d'Ys' von Édouard Lalo. Zwar nicht Referenzklasse-Niveau, angesichts der geringen Auswahl aber dennoch empfehlenswert, sofern man sich für die Oper interessiert. Weiter...
    (Christian Vitalis, )
  • Zur Kritik... Homogener als erwartet: Eine Gegenüberstellung von Orgelwerken finnischer Komponisten und solchen von J. S. Bach und Buxtehude bietet Kari Vuola mit dieser Platte. Faktisch fallen die im Titel versprochenen Kontraste geringer aus als erwartet. Weiter...
    (Christian Vitalis, )
  • Zur Kritik... Stille und Einkehr: Es sind hier drei Konzertstücke zu hören, deren Entdeckung eine lohnende Bereicherung ist. Der Japaner Toshio Hosokawa versteht sich auf Musik an der Grenze zur Stille. Gelungene Interpretationen aus Luxemburg. Weiter...
    (Christian Vitalis, )
blättern

Alle Kritiken von Christian Vitalis...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (4/2021) herunterladen (2500 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

"Wir gehen auf eine Reise mit dem Publikum, eine Reise in ein phantastisches Land"
Das Klavierduo Silver-Garburg über Leben und Konzertieren im Hier und Heute und eine neue CD mit Werken von Johannes Brahms

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich