> > > Loewe, Carl: Lieder und Balladen Vol. 21
Sonntag, 20. September 2020

Loewe, Carl - Lieder und Balladen Vol. 21

Gelungenes Finale


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die im April dieses Jahres erschienene Aufnahme zieht nun einen Schlussstrich unter dieser von cpo initiierten Edition sämtlicher Lieder und Balladen Carl Loewes.

Mittlerweile ist die aus Anlass von Carl Loewes 200. Todestag 1996 begonnene Gesamteinspielung seiner etwa 600 Lieder und Balladen auf 21 CDs angewachsen. Die im April dieses Jahres erschienene Aufnahme zieht nun einen Schlussstrich unter dieser von cpo initiierten Edition. Die 13 Lieder der im Februar 2003 eingespielten Platte brachte Loewe zwischen 1834 und 1853 zu Papier, wobei der Schwerpunkt der Auswahl auf Kompositionen aus den 30er Jahren liegt.

Neben Legenden, wie den ‘Hebräischen Gesängen’ und den ‘Bildern des Orients’ (‘Melek in der Wüste’ und ‘Der verschmachtende Pilger’) begegnet man wieder einigen tonmalerischen Goethe-Vertonungen wie zum Beispiel ‘Der Sänger’ aus ‘Wilhelms Meisters Lehrjahren’. Diese Komposition entstand 1836, in einer für Carl Loewe überaus schaffensreichen Periode. Goethe-Spezialisten werden vielleicht die geringen Textabweichungen bemerken: Sie sind mit dem Umstand zu erklären, dass der Komponist den Text wahrscheinlich auf Reisen aus dem Gedächtnis niederschrieb. Aus dem Jahr 1844 stammt die Vertonung von Goethes ‘Klage Alpins zum Morar’. Außerdem beinhaltet die CD unter anderem noch ‘Die Überfahrt’, ‘Der König auf dem Thurme’ (beide von Ludwig Uhland), ‘Der Große Christoph’ (Friedrich Kind) und ‘Wer ist Bär?’. Wie der Inhalt dieses Gedichts von Willibald Alexis zu deuten ist, kann nur vermutet werden, vielleicht ist dabei an das ‘jus primae noctae’ zu denken, wie die graphische Gestaltung eines Titelblatts von Alexis Fabelballaden annehmen lässt.     

Mit dem skandinavischen Bariton Morten Ernst Lassen steht ein ganz vorzüglicher Liedinterpret zur Verfügung: Die männliche, mitunter etwas trocken klingende Stimme wird technisch hervorragend ausgeglichen geführt sowie differenziert eingesetzt, und vor allem bietet Lassen eine vollkommen unmanieriert wirkende, wortdeutliche Textgestaltung. So gelingt es dem Künstler auch, die verschiedenen Stimmungen und Textebenen wie narrative Passagen und direkte Rede klanglich lebendig umzusetzen. Über Entwicklungsmöglichkeiten der Stimme zu spekulieren erübrigt sich leider, da der Künstler in der Saison 2003/04 beschlossen hat, seine künstlerische Laufbahn zu beenden, wobei das Booklet die Gründe für diese Entscheidung im Dunklen lässt. Heute ist Morten Ernst Lassen Direktor der dänischen Agentur Tivoli Artists. Den versierten Begleiter Cord Garben braucht man nicht vorzustellen, er ist seit der ersten CD eine Konstante des Projekts und findet auch hier wieder einen Mittelweg zwischen sängerunterstützender Begleitung und pianistischer Selbstständigkeit.  Abgerundet wird der positive Gesamteindruck durch ein sehr natürliches, Klavier und Singstimme ideal ausbalancierendes Klangbild.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Loewe, Carl: Lieder und Balladen Vol. 21

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
cpo
1
23.04.2007
67:59
2003
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
0761203997923
CPO 999 979-2


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Loewe, Carl
 - Sanct Helena op. 126 -
 - Der Sänger op. 59,2 -
 - Der ewige Jude op. 36,3 -
 - Melek in der Wüste op. 10,H.I,3 -
 - Alpin's Klage um Morar op. 95 -
 - Der verschmachtende Pilger op. 10,H.I,2 -
 - Herodes' Klage um Mariamne op. 4,1 -
 - Sankt Mariens Ritter op. 36,2 -
 - Wer ist Bär? op. 64,4 -
 - Die Überfahrt op. 99,1 -
 - Nordisches Seelied -
 - Der König auf dem Thurme op. 9,H.I,2 -
 - Der grosse Christoph op. 34 -


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Interpret(en):Garben, Cord
Lassen, Morten Ernst


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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