> > > Sibelius, Jean: Sinfonie Nr. 2
Montag, 19. August 2019

Sibelius, Jean - Sinfonie Nr. 2

Gediegene Schwermut


Label/Verlag: LSO Live
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Wer eine (auch tontechnisch) hervorragende Aufnahme der zweiten Symphonie sucht, ist mit dieser CD gut beraten, ein hierzulande kaum bekanntes Werk liefert sie außerdem!

Dass sich Jean Sibelius’ Todestag heuer zum 50. Mal jährt ging am deutschsprachigen Raum nicht ganz so spurlos vorüber wie Edward Elgars 150. Geburtstag. Besonders Sibelius’ zweite Symphonie findet sich regelmäßig auf Konzertprogrammen, außerdem liegt sie auch in zahlreichen Einspielungen vor, weshalb das weitaus interessantere Stück der Neuerscheinung die etwa viertelstündige sinfonische Fantasie ‘Pohjolas Tochter’ ist. Die Geschichte erzählt wie der Zauberer des finnischen Nationalepos Välnämöinen Kalevala die Tochter des Mondgottes Pohjola beobachtet wie sie auf einem Regenbogen an einem Spinnrad sitzt. Välnämöinen verliebt sich in das Mädchen und bittet sie, ihm zu folgen. Sie willigt ein, allerdings muss es Välnämöinen vorher gelingen, aus ihrer Spindel ein Boot hervorzuzaubern. Trotz aller Anstrengungen will es dem Magier nicht gelingen, worauf er mit seinem Schlitten wütend davon rast. Sibelius’ Musik suggeriert die Vorgänge des Märchens sehr eindrücklich, weshalb es verwundert, dass sich der Komponist offenbar erst nach Fertigstellung der Partitur für dieses Programm entschied. Die Anregung zu diesem Stück erhielt der Komponist angeblich von dem alten finnischen Schöpfungsmythos, den er später in der sinfonischen Dichtung Luonnotar verarbeitete. Auch dachte Sibelius kurz daran, sein Werk nur ‘Ein Heldenleben’ zu bezeichnen. Das London Symphonie Orchestra setzt die farbenprächtig instrumentierte Musik unter Sir Colin Davis’ Leitung wie nicht anders zu erwarten packend und differenziert um.

Sibelius’ symphonisches Oeuvre hat Colin Davis bereits vor Jahren mit dem Boston Symphonie Orchestra komplett eingespielt, die schwermütige zweite Symphonie dirigiert er auch häufig in seinen Konzerten. Das Werk entstand 1901 in einer für den Komponisten schwierigen Zeit: Im Jahr davor war seine erst 16 Monate alte Tochter gestorben und trotz des Erfolgs der ersten Symphonie hegte Sibelius Zweifel über seine Zukunft als Musiker. So entstanden vorerst diverse Skizzen, aus denen sich die zweite Symphonie erst nach und nach herausschälte. Bei dem vor rund einem Jahr entstandenen Mitschnitt präsentiert sich das London Symphonie Orchestra als dynamisch flexibler, rund klingender Klangkörper, der in allen Instrumentengruppen in exzellentes Niveau aufweist. Colin Davis straffe Interpretation baut auf einen satten Klang (ohne dass aber dieser wie bei Karajans Einspielung Selbstzweck wäre) und spielt gekonnt mit agogischen Elementen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Sibelius, Jean: Sinfonie Nr. 2

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
LSO Live
1
01.04.2007
Medium:
EAN:

SACD
822231160526


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LSO Live

Einspielungen des Labels LSO Live vermitteln die Energie und Emotion der großartigsten Aufführungen mit höchster technischer Qualität und Finesse.

Liveaufzeichnungen bedeuteten früher gewöhnlich Kompromisse, aber heutzutage kann mit Hilfe der besten Aufnahmetechnik im Konzertsaal die Vitalität festgehalten werden, die im Studio so schwer nachzustellen ist.
Durch das Zusammenschneiden mehrerer Aufführungen können wir eine Vorlage schaffen, die die Spannung einer Konzertaufführung ohne unerwünschte Nebengeräusche bewahrt.

Seit 2000 veröffentlichte das LSO Live über 80 Alben und nahm zahlreiche Preise entgegen. Das London Symphony Orchestra war schon früher das am meisten aufgenommene Orchester der Welt, hatte es doch für zahlreiche Plattenfirmen gearbeitet und viele der berühmtesten Filmmusiken eingespielt. Die Investition in unsere eigenen Aufnahmen ermöglicht dem Orchester jedoch abzusichern, dass jede Veröffentlichung den höchsten Qualitätsansprüchen genügt und das Hören der besten Musik allen Menschen zugänglich ist.

Das LSO Live war eines der ersten klassischen Plattenfirmen, die Downloads anboten, um ein breiteres Publikum anzusprechen. Wir geben auch unsere Einspielungen im SACD Format (Super Audio Compact Disc) heraus. SACDs lassen sich auf allen CD-Spielern abspielen, ermöglichen aber den Hörern mit speziellen SACD-Spielern den Genuss eines hochaufgelösten, mehrkanaligen Klangs.

London Symphony Orchestra
Das London Symphony Orchestra wurde 1904 von einer Gruppe von Musikern gegründet, die für den Dirigenten Henry Wood spielten. Sie wollten ihr eigenes Orchester leiten und die Wahl haben, mit welchen Dirigenten sie zusammenarbeiteten. Sie beschrieben das LSO als eine musikalische Republik, und das Orchester war über Nacht ein Erfolg.

Heute gibt das LSO ungefähr 70 Konzerte pro Jahr in London und bis zu 90 auf Tournee. Es ist regelmäßig auf Konzertreise durch Europa, Nordamerika und im Fernen Osten. Waleri Gergijew ist seit 2007 Chefdirigent des LSO und Sir Colin Davis sein Präsident.

Das LSO organisiert auch das in der Welt am längsten laufende und umfangreichste Bildungsprogramm eines Orchesters: LSO Discovery. Mit seinem Sitz im Londoner Musikbildungszentrum LSO St Lukes schafft Discovery die Möglichkeit für Menschen aller Altersgruppen und Veranlagungen, mit Musikern des LSO zusammenzuarbeiten, etwas über Musik zu lernen und ihre Fertigkeiten zu entwickeln.


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