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Samstag, 20. April 2019

Tippett, Michael - Chorwerke

Die Ultimative


Label/Verlag: signum classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Sir Michael Tippetts faszinierende Chormusik in Einspielungen der BBC Singers, das sind schlechterdings Referenzaufnahmen ohne Wenn und Aber.

‘Große Musik wird nicht geschrieben, indem mit der Tradition gebrochen, sondern indem ihr etwas hinzufügt wird’, schrieb einst Ralph Vaughan Williams in einem seiner Essays. Genauso gut hätte er diesen Satz in das Stammbuch seiner Quasi-Antipoden Benjamin Britten oder Michael Tippett schreiben können, gehörten beide doch jener Komponistengeneration an, die das Erbe englischer Musik am konsequentesten auf die Musik des 20. Jahrhunderts übertrugen. Als Student am Royal College of Music begeisterte sich Michael Tippett für die Vokalmusik der Renaissance. Später dirigierte er einen Madrigalchor in Oxted in Surrey, übernahm in den 1940er Jahren, als er zum Musikdirektor des Morley College ernannt wurde, auch die Leitung des Chors dieses Colleges, der bald durch Radioübertragungen im ganzen Land bekannt wurde. Im Repertoire: Zeitgenössisches, aber auch wichtige ‚Wiederentdeckungen’ von Musik von Henry Purcell und den Tudor-Komponisten. Das hat Spuren in den Eigenkompositionen Michael Tippetts hinterlassen. Madrigalismen beherrschen sein Chorschaffen, das eine faszinierende Synthese aus traditioneller Satztechnik, intervallisch delikater Melodik und individueller Harmonik darstellt.

Die BBC Singers pflegten eine intensive Zusammenarbeit mit dem 1998 verstorbenen Tippett. Zum ersten Mal begegnete der Komponist dem Chor im Jahr 1944, als er für das damals noch sechszehnköpfige Ensemble das Weihnachtslied ‚The Weeping Babe’ auf einen Text von Edith Sitwell schrieb, das im BBC Weihnachtsgottesdienst desselben Jahres gesendet wurde. Unter der Leitung von Stephen Cleobury, der seit 1995 Chefdirigent der BBC Singers ist, zollt das heutige Vokalensemble Tippetts Chormusik das discographisch betrachtet wahrscheinlich ultimative Tribut. Eine Referenzaufnahme durch und durch.

Dem mit Tippetts Chormusik vertrauten Hörer bieten sich hier zum einen die bekannten Werke wie das genannte ‚The Weeping Babe’, sowie ‚Dance, Clarion Air’ (anlässlich der Krönung Elisabeths II. komponiert), die relativ frühen Chorwerke ‚Plebs Angelica’, ‚The Source’ und ‚The Windflower’, die ‚Five Negor Spirituals’ aus dem Oratorium ‚A Child of Our Time’, die ‚Four Songs from the British Isles’, das ‚Lullaby’ sowie ‚Magnificat and Nunc Dimittis Collegium Sancti Johannis Cantabrigiense’. Allein diese Einspielungen der geläufigeren Chorwerke gewinnen Referenzcharakter und der Tippett-Neuling darf hier getrost zugreifen. Der einzige professionelle Vollzeit-Chor des Vereinigten Königreiches wartet mit einer klanglichen Geschlossenheit und Intensität auf, dass sich beim Hören die Nackenhaare aufstellen. In allen Höhen und Tiefen bordet das agile Stimmpotential der Profisängerinnen und –sänger niemals über. Perfektion in der Intonation ist oberstes Gebot. Auf diese Weise lassen sich harmonische Fortschreitungen der Satzanlage hörend bestens nachvollziehen. Hier dominiert nur, was auch kompositorisch dominieren soll, Haupt- und Nebenstimmen sind exzellent in Balance gehalten.

Die Solisten aus den eigenen Reihen überzeugen in ihrer klanglich wunderbar austarierten Einbettung in der Chorfaktur durch transparent abphrasierte Linienführung. Das dynamische Spektrum ist groß und Stephen Cleobury kanalisiert die Dynamik in schlüssig und musikalisch ausdifferenzierte Bahnen. Gänzlich zu einer der erfreulichsten Veröffentlichungen auf dem Plattenmarkt machen diese CD zwei Weltpremieren: Das Kuriosum ‚Unto the Hills’, Tippetts Satz einer Hymnenmelodie aus dem 19. Jahrhundert, den er 1958 für die Heilsarmee schrieb sowie ‚Over the Sea to Skye’ von 1956. Letzteres wurde erst nach Tippetts Tod entdeckt und 2002 veröffentlicht. Es sollte ursprünglich den schottischen der ‚Four Songs from the British Isles’ ersetzen.

Im Umgang mit Superlativen sollte man nie zu inflationär sein, doch angesichts dieser Veröffentlichung darf man sicherlich mit einigem Recht von einer der besten, wenn nicht sogar der ultimativen Einspielung von Chorwerken Michael Tippetts reden. Unbedingt empfehlenswert.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Erik Daumann Kritik von Erik Daumann,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Tippett, Michael: Chorwerke

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
signum classics
1
01.04.2007
EAN:

635212009222


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signum classics

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