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Samstag, 14. Dezember 2019

Lasso, Orlando di - Eine Marienvesper

Das Abonnement zur Gipfelbesteigung des Olymps Alter Musik


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Manfred Cordes? Weser-Renaissance Bremen auf dem Weg zum Olymp der Alten Musik: die Zusammenstellung einer Marienvesper mit Musik von Orlando di Lasso ist in ihrer interpretatorischen Perfektion die ideale Fahrkarte hierfür.

Der Titel der neuen CD des Weser-Renaissance Ensembles unter Manfred Cordes ist ein wenig irreführend: eine Marienvesper in der Kohärenz, wie sie Claudio Monteverdi im Jahr 1610 in seiner Marienvesper walten lassen sollte, hat Orlando di Lasso als Kapellmeister der Münchener Hofkantorei nicht geschrieben. Wohl aber schuf er ein breites Repertoire liturgischer Musik, die problemlos bei der musikalischen Umrahmung der diversen Heiligen- und Marienfeste einsetzbar war. Ganz im Sinne Paul McCreeshs, der mit seinem Gabrieli Consort schon einige geglückte Versuche der Rekonstruktion musikalischer Abläufe im Rahmen großer Festgottesdienste unternommen hat, ist Manfred Cordes daran gegangen, eine Marienvesper mit den dazugehörigen von Orlando di Lasso vertonten Teilen zusammenzustellen, wie sie von der Münchener Hofkapelle unter der Leitung Lassos hätte aufgeführt werden können. Dieser Versuch ist Cordes geglückt – nicht nur im Hinblick auf die historische Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses, sondern auch – und im Falle des Weser-Renaissance Ensembles möchte man fast sagen: wie immer – in interpretatorischer Hinsicht.

Diese Zusammenstellung einer Marienvesper von Lasso öffnet einmal mehr ein Fenster zur musikalischen Heimstatt des Weser-Renaissance Ensembles. In dieser Musik sind sie zuhause. Diese Musik zelebrieren sie. Punktgenaue Einsätze, phänomenal klangreine Transparenz, wunderbar fein strukturierte Phrasierung – all dies macht die vokale Perfektion des Bremer Weser-Renaissance Ensembles aus, dessen Gesangsmitglieder problemlos auch die solistischen Aufgaben stimmlich ausgesprochen konturiert und mit kernigen Timbres zu lösen wissen. Der Festtagston dieser Einspielung ist omnipräsent: Manfred Cordes lässt breit phrasieren und evoziert hierdurch eine komplexe Plastizität des Klangs im Geflecht der polyphonen Interaktionen, die das siebenköpfige Gesangsensemble in idealer Homogenität, profilierter Agogik und dynamischem Feinschliff umsetzt. Zink, Posaunen und Dulzian erklingen dazu so delikat intoniert, so rund ausgespielt und so dezidiert präsent und doch in fein abgestufter Balance zum Vokalen, wie man ausgereifter nur schwerlich anderswo zu hören bekommt. Bestnoten kann man auch der Tontechnik geben, die die vokalen und instrumentalen Schichtungen perfekt gewichtet hat. Das Booklet ist einmal mehr, wie bei cpo üblich, bestens ediert. Bevor man aber eine ideale Aufnahme totredet, sollen auf Worte nun Taten folgen, und die bestehen darin, diese herausragende Aufnahme zu empfehlen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Erik Daumann Kritik von Erik Daumann,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Lasso, Orlando di: Eine Marienvesper

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
cpo
1
20.02.2007
64:22
2005
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
761203718221
CPO 777 182-2


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Lasso, Orlando di
 - Introitus -
 - Dixit Dominus Domino meo -
 - Laudate pueri Dominum -
 - Laetatus sum -
 - Nisi Dominus -
 - Lauda Jerusalem -
 - Responsorium: Felix namque -
 - O gloriosa Domina -
 - Salve Regina -
 - Magnificat -
 - Salve Regina -
 - Benedicamus -


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Dirigent(en):Cordes, Manfred


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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