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Samstag, 28. Mai 2022

Pachebel, Johann - Arien & Concerti

Unbekannter Pachelbel


Label/Verlag: Cavalli Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Diese CD bietet Gelegenheit, einen weitgehend unbekannten Teilaspekt von Pachelbels Schaffen in stilsicherer Interpretation kennen zu lernen.

Diese CD stellt einen wenig bekannten Aspekt des Schaffens Johann Pachelbels vor: Im Pachelbel-Jahr 2006 widmete sich ein erlesenes Vokalensembles mit Begleitung des schon legendären Ensembles London Baroque im Rahmen eines Konzertes im Kloster Heilbronn den Arien und solistischen geistlichen Concerti des mitteldeutschen Barockkomponisten. Pachelbel ist heute primär in Organistenkreisen bekannt und beliebt – Klassikfreunden ist besonders sein populärer ‚Canon’ für Streicher ein Begriff. Pachelbels Vokalschaffen ist hingegen sehr selten zu hören. Die CD enthält sowohl geistliche als auch weltliche Arien – sicherlich durchwegs Gelegenheitsmusik, aber allemal qualitätvolle; schließlich ist Musik jener Zeit in irgendeiner Art und Weise praktisch immer Gelegenheitsmusik. Pachelbel erweist sich als Meister der Wortausdeutung und der vokalen Rhetorik. Meist besteht das Begleitensemble aus Streichern (Violinen, Gamben) und Basso continuo, in der Arie ‚Moecenas lebet noch’ tritt eine Trompete konzertierend hervor.

Das Solistenensemble wird angeführt von zwei routinierten ‚Altstars’ der Alten Musik: Emma Kirkby und Klaus Mertens. Mit 57 Jahren hat Frau Kirkby kaum an Glanz und jugendlich-naiver Frische in der Stimme eingebüßt: Freilich ist auch ihr Timbre neutral und ‚weiß’ geblieben, die Farbpalette ist beschränkt, sie ist die Verkörperung eines Stimmideals, das lange in der historischen Aufführungspraxis als Non plus ultra galt – heute singen auch (wieder) kernigere, voluminösere Stimmen Barockmusik. Aber die Stimme der Kirkby ist nach wie vor unverwechselbar und attraktiv, ihr Bemühen um Textverständlichkeit respektabel. Klaus Mertens ist in diesem Repertoire zu Hause, durch seine Flexibilität und Textdeutlichkeit eine Idealbesetzung. Kai Wessel ist ein Countertenor mit schön timbrierter, aber etwas dünner Stimme. Jan Kobows Tenor klingt jugendlich frisch, seine Diktion ist beispielgebend. Seit vielen Jahrzehnten ist das Ensemble London Baroque in der Alte Musik-Szene beheimatet; von Anfang an waren Ingrid Seifert und Charles Medlam Herz und Seele des Ensembles, das edles, stilsicheres historisierendes Musizieren bietet.

Als gelungene Würdigung Johann Pachelbels sei diese CD empfohlen, denn sie präsentiert, vielfach überhaupt zum ersten Mal, qualitätsvolle Werke eines Komponisten, der allzu häufig auf Teilaspekte seines Schaffens oder gar auf ein einziges Werk – den Canon – reduziert wird; Pachelbel gehört gehört!

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Dr. Franz Gratl Kritik von Dr. Franz Gratl,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Pachebel, Johann: Arien & Concerti

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Cavalli Records
1
01.02.2007
Medium:
EAN:

CD
4028183003324


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Cavalli Records

Das Label CAVALLI-RECORDS entwickelte seit 1990 ? dem Beginn der CD-Produktionen ? ein klares Firmenprofil: Aufnahme und Veröffentlichung von qualitätvollen Werken der Musikliteratur aller Epochen, die bisher nicht auf Tonträgern erhältlich waren. So stellte gleich eine der ersten Produktionen ? CCD 206 mit bisher unbekannten und unveröffentlichten Streichquartetten von Ludwig van Beethoven ? eine kleine Sensation dar, die in der Fachpresse entsprechend gewürdigt wurde. Durch eigene musikologische Forschungsarbeit sowie durch Zusammenarbeit mit namhaften Musikerpersönlichkeiten bereichert seither das Repertoire von CAVALLI-RECORDS die einschlägigen Kataloge immer wieder mit Komponistennamen, die man bisher vergeblich in Schallplattenkatalogen suchte. Aber auch selten oder nicht eingespielte Werke von bekannteren Komponisten finden ihren Weg in unser Repertoire, sei es dank besonderer Interpretation der jeweiligen Musikerpersönlichkeit, sei es durch besondere Berücksichtigung der entsprechenden Aufführungspraxis und des zeitgenössischen Instrumentariums. Somit stellt sich CAVALLI-RECORDS als Label für ein besonderes Repertoire aus fünf Jahrhunderten dar, immer auf Entdeckungsreise im weiten Reich der Klassischen Musik. Jedoch: die ?Kleine Nachtmusik? sucht man bei CAVALLI-RECORDS vergebens...


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