> > > Szymanowski, Karol: Piano Music: Marek Szlezer, Piano
Donnerstag, 22. November 2018

Szymanowski, Karol: Piano Music - Marek Szlezer, Piano

Aufkeimen einer neuen Zeit


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Marek Szlezer gibt hier eine ziemlich eindrucksvolle Kostprobe der selten zu hörenden Frühwerke für Klavier von Karol Szymanowski.

Gleich zwei Platten mit Frühwerken für Klavier von Karol Szymanowski sind jüngst erschienen, und die neun sehr kurzen Präludien op. 1 finden sich sogar auf beiden. Marek Szlezer bevorzugt im Vergleich den romantischeren Klang: fülliger, mehr Pedal, größere Freiheit im Tempo. Sein Kollege (oder Konkurrent?) Matthias Roth setzt auf Transparenz und verwirklicht die dynamischen Unterschiede lebhafter, ist in der Artikulation auch klarer. Sehr attraktiv klingen beide Ansätze.

Stärker noch als in Szymanowskis op. 1 spürt man in Marek Szlezers Interpretation eines aus diesem Zyklus wieder gestrichenen Präludiums sowie in den vier Etüden op. 4 seine üppige Klanggebung und betont emotionale Herangehensweise. Das scheint der Tatsache Rechnung zu tragen, dass Karol Szymanowski all diese Stücke als Teenager komponierte und mag daher wohl angemessen sein. Nur wenig später sind ein Präludium und eine Fuge in cis-moll sowie die Variationen über ein polnisches Volksthema op. 10 entstanden, das größte Werk der neuen Platte als Finale. Der in dieser Aufnahme gut 20-minütige Zyklus ist durchaus beeindruckend und sehr kontrastreich. Marek Szlezer setzt diese zwischen äußerst zarten und mächtig aufbrausenden Klängen pendelnden Kontraste mehr als deutlich in Szene.

All diese Werke gehören noch der Zeit an, bevor Szymanowski zu seinem späteren, dissonanteren Stil fand, und abgesehen von der berühmten Etüde op. 4/3 hat man sie, wie der Komponist später auch selbst, als vermeintlich unreif wohl lange eher wenig beachtet. Dabei beweist Marek Szlezer mit seiner Platte, wie spannend und ausdrucksstark diese Musik sein kann, in der man das gerade erst vergangene 19. Jahrhundert noch ebenso spürt wie das Aufkeimen einer neuen Zeit. Der Flügel klingt auf dieser bei Dux erschienenen Platte nahezu perfekt, und interessant ist auch das Beiheft, da der Pianist Marek Szlezer selbst den Einführungstext verfasst hat. Der allerdings ist nur auf polnisch und englisch abgedruckt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Szymanowski, Karol: Piano Music: Marek Szlezer, Piano

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
DUX
1
07.09.2018
EAN:

5902547013671


Cover vergössern

Szymanowski, Karol


Cover vergössern

DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag DUX:

  • Zur Kritik... Orpheus auf dem Cembalo: Henry Purcell war auch als Meister des Cembalos eine Hausnummer. In eigensinnigen Spezialitäten wie den Hornpipes manifestieren sich musikantische Unternehmungslust und ein beweglicher Geist vielleicht am schönsten. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Manieriert, aber beeindruckend: Ewa Podles zieht noch einmal alle Register ihrer Kunst. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Solide Aufnahme: Das polnische Label DUX präsentiert eine Neuaufnahme von Alfred Schnittkes Requiem. Weiter...
    (Prof. Dr. Stefan Drees, )
blättern

Alle Kritiken von DUX...

Weitere CD-Besprechungen von Jan Kampmeier:

  • Zur Kritik... Expressive Meisterwerke: Das Boulanger Trio kann mit Paul Juons Klaviertrio „Litaniae“ stärker überzeugen als mit Tschaikowskijs berühmtem Mammut-Trio. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Teilzeit-Löwenpranke: Michael Korstick beeindruckt mit Rachmaninows zweiter Klaviersonate. Mit dem dritten Klavierkonzert und den Corelli-Variationen leider nicht in gleichem Maße. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Elegant, aber zu blass: Das Gelius Trio überzeugt in einem Werk des Armeniers Arno Babadschanjan mehr als mit Arenskij und Schostakowitsch. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
blättern

Alle Kritiken von Jan Kampmeier...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Abstrakte Schönheit: Frühwerke von John Cage und seinem Schüler Tom Johnson, kongenial vom Trio Omphalos interpretiert, legen Zeugnis ab von der abstrakten Schönheit der amerikanischen Musik zu Beginn der Aleatorik. Weiter...
    (Prof. Dr. Michael Bordt, )
  • Zur Kritik... Ein Komponist ganz bei sich: Für Wolfgang Amadé Mozart ist wie für viele Zeitgenossen der Spätaufklärung die Freimaurerei ein Thema. Dieses Album aus dem Hause BIS lässt tief und nachhaltig ins Seelenleben des Komponisten blicken. Weiter...
    (Simon Haasis, )
  • Zur Kritik... Großes Bruckner-Kino: Franz Welser Möst und Anton Bruckner – diese Chemie stimmt nicht nur geographisch. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (11/12 2018) herunterladen (4200 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Franz Lehár: Kaiserin Josephine - Ich heiße Sie alle ganz herzlich willkommen!

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Christian Euler im Portrait "Melancholie ist die höchste Form des Cantabile"
Bratschist Christian Euler im Gespräch mit klassik.com über seine Lehrer, seine neueste SACD und seine künstlerische Partnerschaft zum Pianisten Paul Rivinius.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich