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Samstag, 25. November 2017

20 Elektroakustische Stücke von - Ishigami, Muenz u.a

Nicht aufhören zu singen


Label/Verlag: Cybele
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Anlässlich des vierhundertsten Geburtstags von Claudio Monteverdis Oper ?Orfeo? haben zwanzig Komponisten ihre elektroakustische Sichtweise des Mythos im Projekt Orpheus400 der Deutschen Gesellschaft für Elektroakustische Musik vereinigt.

Es begann mit Orpheus: zum ersten Mal wird Bericht erstattet von der unbeschreiblichen Kraft der Musik. Zum ersten Mal wird ein musikalisches Gebilde manifest, das fortan ‘Oper’ heißt, bei Caccini oder Monteverdi, das die Operngeschichte mit Gluck reformieren wird, das Lautsprecherklänge auf die Opernbühne bringt und Oper ‘konkret’ werden lässt, wie Pierre Schaeffer es 1953 in Donaueschingen wagte. Und noch immer wirkt der Mythos fort: im Musiktheater unserer Zeit, wie Beat Furrer es in ‘Begehren’ zeigte, und in unserer Vorstellung, die kaum fassen kann, dass etwas mittlerweile so Allgegenwärtiges und Verfügbares wie Musik das Rationale völlig überwältigen kann.

2007 jährte sich das Jubiläum der womöglich ersten umfassenden musikalischen Deutung des Orpheusstoffes zum vierhundertsten Mal. Aus diesem Anlass ist bei der Deutschen Gesellschaft für Elektroakustische Musik das Projekt Orpheus400 entstanden, zwanzig elektroakustische Kompositionen zwischen vier und vierhundert Sekunden Dauer, die den Mythos auf ganz unterschiedliche Art und Weise ausloten. Das von Stefan Fricke kuratierte Projekt ist bei Cybele als CD erschienen.

Dass Claudio Monteverdi in seinem ‘Orfeo’ ‘alle Möglichkeiten der Musik seiner Zeit für gleichberechtigt hält, gleichberechtigt behandelt und anwendet und frei miteinander verbindet, dass er also den Mut zur Vielfalt der musikalischen Erscheinungen für ein Werk hat, ja dass er diese Vielfalt zum eigentlichen Gestaltungsprinzip erhebt, das ist das Neue’, schreibt der Musikwissenschaftler Arnold Feil in einem kurzen Beihefttext. Diese Beschreibung des Revolutionären von Monteverdis Oper trifft auch die Konzeption von Orpheus400 zu. Zwanzig Kompositionen stehen disparat nebeneinander, gehen nahezu pausenlos ineinander über, so dass Vielfalt zum wesentlichen Merkmal des Programms wird. Ganz unterschiedliche Ansätze und Konzepte werden offenbar und zeigen so eine große Bandbreite elektronischer Musikauffassung, die das Gefühl eines ‘Mainstream’ gar nicht erst aufkommen lässt.

hans w. kochs orfeus@home spielt mit einer narrativen Komponente, in die er alltägliches Ambiente und musikhistorische Bruchstücke gleichermaßen integriert. Auch in Frank Niehusmanns Beitrag ‘Wer? (Monster. Mythen. Mutationen)’ lässt sich ein stringenter Verlauf erkennen, mit deutlichen Anspielungen auf Ab- und Aufstieg mit der Bergbauhymne, dem Steigerlied. Eine ganz andere Verarbeitung erfährt die Szenerie der Orpheus-Sage in Haarmanns ‘Herbert Stencil als Orpheus verkleidet in der Unterwelt’, eine Fantasie über Hirngespinste, deren musikalisches Material zum großen Teil aus Haarmanns Stimme besteht.

In einem Jubiläumsprojekt dürfen Verneigungen und Hommagen nicht fehlen: Gerald Eckert verarbeitet kreativ ein Klangfragment aus Monteverdis Orfeo, Clemens von Reusner reminisziert in seinem Stück ‘Gedehnte Zeit’ Pierre Schaeffers ‘konkrete’ Oper orphée 53 und das Künstlerduo NooK bezieht sich auf Jean Cocteaus epochalen Film Orphée.

Dass dabei durchaus in der Kürze die Würze liegen kann, zeigt Franz-Martin Olbrisch mit seinem vier Sekunden dauernden Orphée 2007.

Einen anderen Ansatz verfolgen algorithmische Kompositionen wie von Heinz-Josef Florian oder Johannes Kreidler, die sich jeder Klangmalerei und expressiver Assoziationssucht verweigern. Johannes Kreidlers ‘Kontinuum mit Melodie’ verwendet Teile aus Monteverdis Oper und verändert sich algorithmisch bis zur völligen Verzerrung. Den Effekt glaubt man schon zu kennen, weniger jedoch die Beharrlichkeit, mit der verschiedene Zeitstrukturen aufeinanderprallen und das Alte dekonstruierend neu beleuchten.

Der griechischen Mythologie nach warfen die Mänaden Orpheus’ Kopf in den Fluss Evros, der, immer noch singend, bis zur Insel Lesbos getrieben wurde. ‘Wie das wohl ist, wenn einem der Kopf abgerissen wird, und man einfach nicht aufhören kann zu singen’, fragt sich Jens Brand in seinem Beitrag ‘evros’. Orpheus singt weiter, jetzt auch elektronisch. Der Mythos treibt die Musik voran, noch immer.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Paul Hübner Kritik von Paul Hübner,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    20 Elektroakustische Stücke von: Ishigami, Muenz u.a

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Cybele
1
01.09.2013
EAN:

809548012427


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Cybele

Die Ursprünge

Die griechische Antike war der Auffassung, dass Musik den Menschen wesentlich beeinflusst: Das seelische Gleichgewicht könne sich durch Musik verändern, Musik könne Menschen sogar zum Handeln anregen.

Die Griechen erlebten bei der Musik keine scheinhaften, sondern höchst reale Gefühle. Sie ergriffen den ganzen Menschen, bis hin zu körperlichen Affektionen. Deshalb bildeten Musik wie auch Dichtung seit jeher die Grundlagen der hellenistischen ?Paideia?, der Kindeserziehung und der allgemeinen Bildung.

CYBELE, die ?große Mutter der Götter?, kam über Phrygien nach Griechenland, wo sie als Herrin der Natur und Fruchtbarkeit verehrt wurde. Mit der Krone auf dem Haupt hält sie in der einen Hand ein Tympanon (eine Handpauke) und in der anderen Ähren oder Zepter ? so zeigen sie antike Darstellungen.

Die Feste der CYBELE wurden stets mit orgiastischer, aufreizender Musik gefeiert ? mit Flöte, Klapper und Tympanon ? und erfreuten sich besonders bei den einfachen Bevölkerungsgruppen großer Beliebtheit. Darin aber sahen die antiken Moralisten große Gefahren. Die neue CYBELE-Musik, die in Mode kommende phrygische Tonart, bedeutete für sie die ?Tonart der wilden Leidenschaft und der Ekstase?. Und wie noch heute, begegnete schon in der Antike so mancher dem Fremden ? dem Unbekannten und dessen nicht absehbaren Auswirkungen ? mit Misstrauen oder mit brüsker Ablehnung. Das Neue galt als gefährlich, gerade auch in den Künsten. Letztlich aber hat sich damals die nach vorne blickende Musik und Dichtung durchgesetzt.

Heutzutage gehören sie zu den wichtigsten Säulen unserer Kulturgeschichte. Doch wie umstritten, unverstanden oder befremdlich die damaligen Gegenwartskünste waren, zeigt der Blick in unsere Zeit. Auch heutzutage hat es die aktuelle Musik, Kunst und Literatur schwer, in dem Maße akzeptiert zu werden, wie sie es zweifellos verdient.

Hier setzt die Tätigkeit von CYBELE ein:

Wir entdecken neue Musik und Literatur und machen das so genannte Nischenrepertoire einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich.

Wir entdecken Klassiker neu und entstauben sie durch frische Neueinspielungen auf höchstem künstlerischen und technischen Niveau.

Wir entdecken herausragende Komponisten und Autoren ? teils vergessene, teils noch unbekannte Künstler. Dadurch entstehen ungewöhnliche Ersteinspielungen.

Wir arbeiten mit der neuesten Technik und entdecken die Qualitäten alter Techniken neu.

Das entdeckerfreudige Label

Das 1994 gegründete Label CYBELE hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Klassik der Zukunft mitzugestalten: das Profil des Repertoires ebenso wie die Aufnahmetechnik.

Seit 2004 spielt bei CYBELE das innovative und erstklassige Super Audio CD Format (SACD) eine entscheidende Rolle:

Die einzigartige Surround Sound-Technologie ermöglicht bisher nicht gekannte Klangdimensionen und einen neuartigen Hörgenuss.

2012 werden die technischen Möglichkeiten auf der CYBELE-Website um ein Angebot, das in dieser Form einmalig ist auf dem Musikmarkt, erweitert: Ab sofort bieten wir Ihnen unsere Produktionen ebenfalls als hochauflösende, verlustlose Downloads im FLAC- bzw. DSD-Format an - die Verbindung von höchster Qualität, schnellster Verfügbarkeit und anspruchsvollster Präsentation in Form und Inhalt.

Unsere Bereiche

- Zeitgenössische Musik

Als ?entdeckerfreudiges Label? (Der Spiegel) arbeiten wir im Bereich der zeitgenössischen Musik mit vielversprechenden KomponistInnen, InterpretInnen und AutorInnen unserer Zeit. Ihr Schaffen und Oeuvre einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen, das Bewusstsein für die Klänge unserer Zeit zu sensibilisieren, ist eines der wichtigsten CYBELE-Ziele. Schließlich werden schon heute die Grundsteine für die Zukunft gelegt.

- Klassische Musik

Damit das, was wir gegenwärtig Klassik nennen, nicht zum künftigen Staubfänger wird, muss sie immer wieder neu interpretiert und präsentiert werden, auch mit den Möglichkeiten der hochwertigsten, feinsten Tonträgertechnik. Hier haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, bedeutende klassische Werke durch brillante InterpretInnen und auf ?technisch höchstem Niveau? (FonoForum) neu erklingen zu lassen.

- Hörbücher

Die Hörbuchreihe Wort&Musik ist 2004, zum 10-jährigen Jubiläum von Cybele Records, als neuer Bereich des Labels entstanden.

Im Mittelpunkt unserer Hörbuchreihe steht vor allem Literatur, deren Thematik selbst schon musikalische Elemente berührt. Der Hörer erlebt die Musik, von der im jeweiligen Werk gesprochen wird, direkt in Kombination mit dem gesprochenen Wort. Die so entstehende Synthese eröffnet die Möglichkeit eines tieferen Verständnisses sowohl der Musik durch den Text als auch des Textes durch die Musik.

Die Musikaufnahmen und -konzepte für unsere Hörbuchreihe entstehen in Eigenregie und enger Zusammenarbeit mit den jeweils beteiligten Musikern.

Wir entwickeln auch musikalisch-literarische Gesamtkonzepte aus eigens für unsere Projekte realisierten Geschichten und Kompositionen. Oder aus historischen und neuen Sprach- und Musikaufnahmen. Durch die unkonventionelle Kombination musikalischer und sprachlicher Elemente entstehen neue Sichtweisen, die dem Hörer erweiterte Perspektiven auf die jeweiligen Inhalte eröffnen.

Auch der jungen Generation möchten wir im Rahmen unserer Kinder- und Jugendreihe inspirierende Hörerlebnisse bieten, die neugierig machen und den Entdeckergeist wecken.

Beispielsweise durch die Auseinandersetzung mit Arnold Schönberg und der Zwölftonmusik in dem Hörbuch Die Prinzessin, das für die Umsetzung dieses Anliegens mit dem ECHO Klassik 2009 und dem Medienpreis LEOPOLD 2009/10 ausgezeichnet wurde.

Oder durch Eigenkompositionen von Kindern und Jugendlichen der Kompositionsklasse David Graham in der Produktion Vom Mädchen das nicht schlafen wollte, einer sensibel und spannend erzählten Geschichte über Leben und Tod, geschrieben von von Martin Baltscheit. Dieses Hörbuch wurde für den Deutschen Hörbuchpreis 2007 nominiert.

Unsere neueste Kinder-und Jugendproduktion Auf Flügeln in die Tiefe - Geschichten vom Aufwachsen erweitert das seltene Angebot für Kinder im Pubertätsalter. Hier versammelt Mirjam Wiesemann selbstgeschriebene Geschichten, die packend und psychologisch auslotend vom Aufwachsen erzählen. Eine Reise durch Gedanken, Geräusche und Musik, auf die sich sowohl Kinder als auch Erwachsene gern mitnehmen lassen. Diese Produktion wurde zum Hörbuch des Monats 2/2011 der Fachzeitschrift HörBücher gewählt.

Wir freuen uns, dass unsere im Jahr 2009 neu gegründete Doku-Edition Künstler im Gespräch ebenfalls viel positive Resonanz erhält. So wurde die Auftaktveröffentlichung über den Komponisten Karl Amadeus Hartmann für den Deutschen Hörbuchpreis 2010 in der Kategorie ?Beste Information? nominiert und die gesamte Reihe erhielt 2011 den Deutschen Hörbuchpreis in der Kategorie ?Beste verlegerische Leistung?.

Als erstes Label weltweit produzieren wir unsere Hörbücher auf Hybrid-SACDs (Super Audio CD) in 5.0-kanaligem Surround Sound, die auch auf allen handelsüblichen CD-Playern in Stereo abspielbar sind. Hierdurch hat der Hörer das Gefühl, live dabei zu sein, mitten ins Geschehen einzutauchen. Das unsichtbare Kino, der Film nur für die Ohren, kann sich so bestmöglich entfalten.

Neue Möglichkeiten auf unserer Website seit Februar 2012:

Auf dem neuen Portal wir der gesamte Labelkatalog nun auch in Form von hochauflösenden Downloads angeboten, mit dem Ziel, das Label-Programm von Cybele weltweit in noch größerem Umfang zu verbreiten.

Getreu dem Labelmotto Klassik der Zukunft verbindet Cybele durch das neue Online-Konzept Wertbeständigkeit, schnelle Verfügbarkeit, hohes künstlerisch-klangliches Niveau sowie technischen Fortschritt miteinander.

Die Besucher das Cybele-Portals haben ab sofort die Möglichkeit, einzelne Tracks oder ganze Alben mit einem Mausklick komfortabel herunterzuladen und diese in gewohnt hochklassigem Cybele-Klang zu genießen.

Dabei wurde darauf geachtet, allen Besuchern des Portals eine leicht verständliche und gleichzeitig spannende Download-Reise durch das Cybele-Repertoire zu ermöglichen.

- Die Besucher der Website können 20 Sekunden in jeden Track hereinhören (sofern verfügbar, sogar bis hin zu 5.0/5.1-kanaligem Surround Sound), anhand der von uns neu entworfenen Künstler-Profile mehr über die beteiligten Interpreten erfahren und vieles mehr.

- Auf unserer Website werden ausschließlich hochwertige Audio-Formate angeboten (FLAC und DSD - verlustlose Audio-Qualität bis hin zu 5.0/5.1-kanaligem Surround Sound). Datenreduzierte Download-Formate wie MP3 werden nicht angeboten.

- Wenn ein Besucher zunächst als ?Kostprobe? einen Download-Track erworben hat, um die Produktion kennen lernen zu können, bekommt er die Möglichkeit, im Nachhinein über das Kundenkonto-Untermenü ?Album vervollständigen? mit einem Mausklick bequem und schnell das gesamte Album zum reduzierten Album-Preis zu erwerben

- Kunden, die ein ganzes Album herunterladen (oder einen Track nachträglich zu einem Album vervollständigen) bekommen als Bonus kostenlos ein PDF-Booklet zur Verfügung gestellt


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