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Donnerstag, 8. Dezember 2022

Das sächsische Vokalensemble singt: - Barocke Weihnachtskantaten

Fast verborgene Tradition


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Vom Rande des Repertoires: Sächsisches Vocalensemble und Batzdorfer Hofkapelle mit Advents- und Weihnachtskantaten aus dem mitteldeutschen Raum der Zeit um 1700.

Dass es in der Tradition evangelischer Kirchenmusik zwischen den alles überragenden Eckpfeilern Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach kaum nennenswerte Figuren und Kompositionen gebe, wurde zwar mit einiger Hartnäckigkeit behauptet, kann heute jedoch angesichts der Besinnung auf etliche Musiker aus der Zeit ‚dazwischen’ als widerlegt gelten. Für das Repertoire zur Advents- und Weihnachtszeit geht die vorliegende Einspielung dieser Spur nach und wurde in den Beständen der Sächsischen Landesbibliothek fündig: Hier werden die Notenbestände der Fürsten- und Landesschule aus dem mittelsächsischen Grimma aufbewahrt, die sich zu großen Teilen aus Kopien der Arbeiten sehr verschiedener Komponisten zusammensetzen. Reich ist hier die Überlieferung von Concerto-Aria-Kantaten des älteren Typs etwa aus den Jahrzehnten um 1700.

Ins Programm aufgenommen wurden Kompositionen von Johann Schelle (1648-1701), nach einem Kantorat in Eilenburg langjähriger Thomaskantor in Leipzig, von dem Dresdner Kreuzkantor Basilius Petritz (1647-1715), dem Rektor der Stadtschule in Zschopau Christian Liebe (1654-1708), dem Altenburger Organisten Johann Ernst Bessel (1654-1732), dem Rudolstädter Hofkapellmeister Philipp Heinrich Erlebach (1657-1714) sowie dem aus Grimma stammenden Kapellmeister Samuel Jacobi (1688-nach 1725).

Es sind dies gemäßigt variable, in ihrer Anlage kurze und griffige, sehr musikantische Stücke, die mit Hilfe ausgewählter kompositorischer Mittel die charakteristischen Texte ausdeuten. Die Arbeiten bewegen sich auf einem soliden, die Möglichkeiten der Zeit widerspiegelnden Niveau. Manch delikater Chorsatz ist dabei von teils ausdrucksstarken vokalsolistischen Partien umgeben. Und auch wenn es nicht durchgehend maßstabsetzende Kompositionen sind, stehen sie doch für ein interessantes Repertoire, das ins Licht der Aufmerksamkeit zu rücken eine lohnende Aufgabe ist.

Niveauvoll & frisch

 

Zumal, wenn die Kantaten wie auf der vorliegenden Platte musiziert werden: Schon mit einer Reihe von Einspielungen haben Matthias Jung und die von ihm geleiteten Ensembles ihr Potential bewiesen. Auch hier agiert das Sächsische Vocalensemble in seiner schmalen Besetzung schlagkräftig und doch gleichzeitig differenziert und durchsichtig, artikuliert hervorragend und verfolgt ein detailliert erarbeitetes Konzept.

Mit Glanz und Plastizität agieren die Instrumentalisten der Batzdorfer Hofkapelle, füllen die wenigen rein instrumentalen Abschnitte ausdrucksstark, präsentieren sich auch in der Begleitung der Vokalstimmen energisch und als erfrischendes Element. Die Vokalsolisten sind sämtlich stilsichere Akteure, agieren in glückendem Wechsel mit Chor und Instrumentalisten und etablieren die solistische Ebene als organischen Teil der jeweiligen Gesamtkomposition – was Anlage und Intention der Werke deutlich gerecht wird.

Und so liegt eine der deutlichen Vorzüge der Aufnahme neben der gelungenen programmatischen Gestaltung darin, dass alle beteiligten Ensembles und Solisten auf einem ausgeglichen hohen Niveau musizieren. Auch wenn die eingespielten Kantaten nun nicht unbedingt den Weg in das Repertoire aller Ensembles finden werden, gewährt die Platte doch einen schönen Blick auf interessante Kompositionen, deren Potentiale sehr klug und sorgfältig entfaltet werden.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Das sächsische Vokalensemble singt:: Barocke Weihnachtskantaten

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
cpo
1
20.09.2007
Medium:
EAN:

CD
761203733224


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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