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Dienstag, 21. November 2017

Tomasini, Luigi - Baryton Trios

Zum fürstlichen Divertissement


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die editorische Betreuung ist hervorragend, der Begleittext umfassend – typisch cpo. Selbst die Künstlerbiographie geht im Umfang über den gängigen Standard hinaus.

Luigi Tomasini hat in den Annalen der Musikgeschichte seinen festen Platz – allerdings nicht als Komponist, sondern als Primgeiger der von Joseph Haydn geleiteten Hofkapelle des Fürsten Esterhazy. Mit Haydn verband Tomasini nicht nur eine intensive künstlerische Partnerschaft, sondern enge Freundschaft. Kaum bekannt sind Tomasinis kompositorische Tätigkeit und seine Werke – primär Kammermusik. Das Esterházy Ensemble unternimmt eine musikalische Entdeckungsreise in unbekanntes Terrain.

Das Baryton – eine Kuriosität

Auch das Lieblingsinstrument des Fürsten Nikolaus Esterhazy, das Baryton, ein schwer zu spielendes Streichinstrument mit zusätzlichen Resonanzsaiten und einem zarten, leisen Klang, hat Tomasini berücksichtigt. Wie Joseph Haydn komponierte Tomasini Barytontrios. Als Geiger kombiniert er das Baryton allerdings häufig mit Violine und Violoncello, während bei Haydn immer eine Bratsche und ein Cello zum Baryton treten. Tomasinis Trios sind unterhaltsame, gut geschriebene Kompositionen von unterhaltendem Charakter, fürstliche Divertissements für das private Musizieren. Diesem Anspruch wird Tomasini voll gerecht, mehr will er nicht. Ausdruckstiefe und Kunstfertigkeit überschreiten nie den Divertimento-Rahmen – und so muss man diese Musik auch hören, als elegante, galant-unkomplizierte U-Musik im Umkreis der Klassik, an Haydn innerhalb der genannten Schranken durchaus messbar. Die Musiksprache ist durchaus klassisch und damit für die Entstehungszeit modern.

Musizierfreude und Noblesse

Die Herrn und Damen des Esterházy Ensembles haben ihre Freude mit Tomasinis eleganter Musik. Mit Feuer ‚all’Ungharese‘ wird das Allegretto ma non troppo des G-Dur-Trios aufgepeppt, mancher Eröffnungssatz (e-Moll-Trio!) atmet sinfonischen Geist, insgesamt aber überwiegt ein Divertimentoton, der von den Musikerinnen und Musikern mit angemessener musikantischer Vitalität zelebriert wird. Die beschränkte dynamische Palette des Barytons legt den begleitenden Instrumenten einiges an Zurückhaltung auf, die hier tatsächlich geübt wird. Michael Brüssing spielt das fragile Instrument mit Verve und Esprit; gerne baut er auch mal eine Kadenz ein, um seine Fingerfertigkeit ins rechte Licht zu rücken. Das ist eine CD für alle, die gehobene Unterhaltung suchen und vor unspektakulärer (aber qualitätvoller) Musik nicht zurückschrecken; Freunde exotischer Instrumente werden ebenso ihre Freude damit haben wie Haydn-Freaks, die auch über das Umfeld am Hof des Fürsten Esterházy Bescheid wissen wollen.
Die editorische Betreuung ist hervorragend, der Begleittext umfassend – typisch cpo. Selbst die Künstlerbiographie geht im Umfang über den gängigen Standard hinaus.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Tomasini, Luigi: Baryton Trios

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
cpo
1
06.05.2005
EAN:

0761203997329


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Tomasini, Luigi


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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