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Sonntag, 20. Oktober 2019

Schumann, Georg - Klavierwerke

Individuelle Lösungen


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Münchner Klaviertrio widmet sich Georg Schumanns Klaviertrios mit sehr engagiertem Spiel und in ausgezeichneter Balance der Stimmen.

Klaviertrios des frühen 20. Jahrhunderts von Komponisten aus der zweiten Reihe, vielleicht sogar aus der dritten – für das Label cpo langsam Standartrepertoire. Manches Mal mögen es auch Quartette sein, jedenfalls beweisen diese Platten regelmäßig, dass in der Kammermusik dieser Zeit nicht nur viel bislang Unerhörtes schlummert, sondern dass es außerdem offenbar ein heute in seiner Gesamtheit völlig vergessenes intensives Bemühen um neuartige Ausdrucksmöglichkeiten abseits der avantgardistischen Strömungen gegeben hat. Damit sind nicht einzelne Komponisten in Vergessenheit geraten, sondern eine ganze musikgeschichtliche Strömung, die zwischen den Polen Pfitzner und Schönberg verblasst ist. Ob sie nun Juon heißen, Dohnányi, Marx, Graener oder Enescu – sie alle haben, mehr oder weniger, Teil gehabt an diesen Bemühungen, mal etwas konservativer, mal innovativer. Einige dieser Vertreter gelangten dabei zu bemerkenswerten individuellen Lösungen, die bei cpo in vorbildlichen Produktionen veröffentlicht wurden. Und es gibt weitere, die das Label bislang nicht neu belebt hat.

Georg Schumann wird nun mit seinen beiden Klaviertrios in diese Folge eingereiht, wieder in einer im Grunde tadellosen Produktion. Vorgestellt werden die Werke durch das Münchner Klaviertrio; die Aufnahmen entstanden vor genau einem Jahr in Berlin. Michael Arlt, Gerhard Zank und Donald Sulzen widmen sich den Werken mit sehr engagiertem Spiel und in ausgezeichneter Balance der Stimmen. Sehr schön ziehen sie den Spannungsbogen über die beiden Trios, die mit jeweils gut 35 Minuten ziemlich umfangreich sind.

Beide Werke, komponiert 1900 und 1915, stehen in der Tonart F-Dur und haben auffälligerweise einige weitere Gemeinsamkeiten. Georg Schumann beginnt in beiden Fällen nicht mit einem griffigen Hauptthema, sondern mit verhaltenem Material, während die jeweils zweiten Themen dominanter daherkommen. Besonders griffig sind Schumanns Themen ohnehin nie; es entsteht zuweilen eher der Eindruck breiter Klangflächen. Die langsamen Sätze sind nicht besonders lyrisch oder sanglich, eher leidenschaftlich. Sie tragen die Zusätze 'con espressione' und 'con passione'. Der dritte Satz ist in beiden Fällen kein gewöhnliches Scherzo. Das sanfte 'Siciliano' des ersten Trios ist ruhiger als der eigentliche langsame Satz und alterniert mit einem wiederum sehr aufgewühlten Mittelteil. Auch im zweiten Trio herrscht ruhig fließende Melodik, die jedoch mehrfach mit einem Scherzo-typischen Formteil kontrastiert wird. Grundsätzlich scheint das spätere Werk, das die Tonalität konsequent beibehält, das spannendere und in der Inspiration frischere zu sein. Das Beiheft ist weniger ausführlich als bei vielen anderen cpo-Platten und enthält wenig biographische Informationen zu Georg Schumann, dafür aber anschauliche Beschreibungen der Werke von Gottfried Eberle.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Schumann, Georg: Klavierwerke

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
cpo
1
20.09.2011
Medium:
EAN:

CD
761203771226


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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