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Donnerstag, 19. September 2019

Froberger/Couperin/Rameau: Werke für Cembalo

Tilman Skowroneck, Cembalo

Froberger/Couperin/Rameau: Werke für Cembalo: Tilman Skowroneck, Cembalo
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klassik.com / JPC
Komponist(en): Froberger, Johann Jacob
Couperin, Francois
Rameau, Jean-Philippe
Label/Verlag: TYXart
Medium: CD
Veröffentlichung: 08.06.2018
Bestellnummer: TXA15065
Spielzeit: 71:00



Aus dem Pressetext:


CD-Album "Froberger - Couperin - Rameau"
Werke für Cembalo solo

Tilman Skowroneck, Cembalo


Johann Jakob Froberger (1616–1667) ist heute vor allem für seine zum Teil virtuosen und von seinem persönlichen Stil gekennzeichneten Werke für Tasteninstrumente bekannt. In Stuttgart geboren, zog er 1737 nach Wien, ging von dort aber nach Rom um bei Girolamo Frescobaldi zu studieren. Nach 1649 unternahm er weitläufigere Reisen in andere Europäische Länder und wurde so mit den führenden Pariser Musikern bekannt. In seiner Musik lassen sich denn auch unschwer sowohl Italienische als auch Französische Züge wahrnehmen. Die hier gespielte Toccata zeugt mit ihrem Wechsel zwischen quasi-improvisatorischen und polyphonen von italienischen und deutschen Einflüssen. Die nachfolgende Suite ist dagegen stark vom zeitgenössischen französischen Stil geprägt.
1657 schrieb Froberger anlässlich des "sehr schmerzhaften Todes" seines Arbeitgebers Ferdinand III das hier eingespielte Lamento; ein Stück von unerhörter Melancholie und Tiefgründigkeit.

Louis Couperin (ca. 1626–1661) – einer der Musiker, die Froberger mit ziemlicher Sicherheit 1652 in Paris kennenlernte – war Organist an der Kirche St. Gervais und Musiker am französischen Hof. Von Couperin sind einige freie Préludes im Stil der französischen Lautenisten erhalten. In dem hier ausgewählten Prélude ist ein polyphoner Mittelteil eingefügt. Die Reihenfolge der nachfolgenden Tanzsätze geht auf den Cembalisten und Musikwissenschaftler Alan Curtis (1934–2015) zurück. Der Pariser Lautenist Blancrocher starb, der Überlieferung zufolge, nach einem Treppensturz in den Armen Frobergers. Sowohl Froberger als auch Couperin schrieben ein "Tombeau" (ein musikalisches Denkmal in der Tradition des Lamento) für den glücklosen Blancrocher. Couperins Stück ist kontemplative Illustration der Beerdigung, mit einer wiederkehrenden Imitation der Kirchenglocken als Fokus.

Jean-Philippe Rameau (1683–1764) gehörte einer jüngeren Generation an, doch zu Beginn seiner ersten Sammlung von Cembalostücken (1706) greift er doch auf das "unmensurierte" Prélude der vorangehenden Generation zurück. Die nachfolgende Suite ist dem neueren französischen Stil verschrieben, mit abwechselnden eleganten und exquisit harmonisierten Tanzsätzen und Charakterstücken.

Eine weitere Besonderheit birgt dieses Album für den Hörer: Diese Aufnahme wurde von Bengt Nässén, dem Besitzer des hier eingespielten Cembalos von Martin Skowroneck (1926–2014) - einem Pionier im Bau moderner Cembali nach historischen Prinzipien - angeregt. Für ein einmanualiges deutsches Cembalo aus dem frühen 18. Jahrhundert schwebte dem Cembalisten Tilman Skowroneck anfänglich eigentlich Musik von Bach oder Händel vor, aber nachdem er das Instrument eine Weile kennengelernt hatte, begann ihn dessen klangliche Verortung zwischen italienischer Brillanz einerseits und intimer Gesanglichkeit andererseits zu faszinieren. Auch wenn sie mit anderen baulichen Mitteln erreicht wurden, finden sich ähnliche Klangideale auch in manchen französischen Instrumenten derselben Zeit, und so entstand die Idee, mithilfe dieses Klanges die Querverbindungen zwischen italienischer und französischer Klangwelt des ausgehenden 17. Jahrhunderts nachzuzeichnen.

Tilman Skowroneck wurde 1959 in Bremen geboren. Er studierte Cembalo bei Bob van Asperen, Anneke Uittenbosch, Ton Koopman und Gustav Leonhardt in Den Haag und Amsterdam. Nach dem Studium arbeitete er zunächst freiberuflich in Deutschland und Holland, bis er 1991 eine Anstellung im schwedischen Barockensemble Corona Artis erhielt. Seit 1996 wirkte Tilman Skowroneck an diversen Seminaren über historische Klaviere an der Musikhochschule in Göteborg und dem Orgel-Center GOArt mit. Während des Herbstsemesters 1999 studierte er Aufführungspraxis und Fortepiano bei Malcolm Bilson (Cornell University). Sein Buch "Beethoven the Pianist" erschien 2010 bei Cambridge University Press. Tilman Skowroneck ist Universitätslektor für Musikalische Gestaltung an der Akademie für Musik und Drama, Universität Göteborg.

[Auszug aus dem mehrsprachigen CD-Booklet]


CD-Programm / Trackliste:

Johann Jakob Froberger (1616–1667)
Toccata VI in A minor 03:26
Suite IV in A minor
Allemande 03:03
Gigue 01:53
Courante 01:42
Sarabanda 02:50
Lamentation, faite sur la tres douloreuse Mort deSa Majeste Imperiale, Ferdinand le Troisieme, et se joüe lentement avec discretion 07:24

Louis Couperin (c. 1626–1661)
Prélude in D minor 05:26
Allemande 02:51
Courante 01:25
Courante 01:45
Sarabande 03:32
Canaries 01:06
La Pastourelle 01:20 Chaconne 02:56
Tombeau de Mr. de Blancrocher par Mr. Couperin 07:10

Jean-Philippe Rameau (1683–1764)
Suite in A minor (premier Livre de Pieces de Clavecin)
Prélude 03:20
Alemande 04:48
2e Alemande 02:07
Courante 02:08
Gigue 02:40
1ere Sarabande 01:25
2e Sarabande 01:31
Vénitienne 01:27
Gavote 01:39
Menuet 01:20

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