> > > Offizielles Wagner-Konzert in Israel geplant
Donnerstag, 20. Juni 2019

Boykott von Richard Wagners Werken beendet?

Offizielles Wagner-Konzert in Israel geplant

Tel Aviv, . Seit fast sieben Jahrzehnten wird die Musik Richard Wagners (1813-1883) von israelischen Orchestern boykottiert. Im Juni dieses Jahres will nun ein speziell zusammengestelltes Projektorchester mit rund einhundert israelischen Musikern unter der Leitung von Dirigent Ascher Fisch die Ouvertüren des "Tannhäuser" und der "Meistersinger von Nürnberg", den Liebestod aus "Tristan und Isolde", den Walkürenritt aus dem "Ring des Nibelungen" sowie Siegfrieds Trauermarsch aus der "Götterdämmerung" aufführen. Finanziert wird das Konzert ausschließlich mit Hilfe privater Spenden und ohne öffentliche Gelder. Damit sollen mögliche Proteste im Vorfeld gemindert werden. Die Idee zu diesem Konzert hatte die israelische Wagner-Gesellschaft. Begleitet werden soll das Konzert an der Universität in Tel Aviv mit Diskussionen und weiteren Veranstaltungen.

Wegen antisemitischer Positionen und seiner großen Beliebtheit während der Zeit des NS-Regimes ist Richard Wagner in Israel sehr umstritten. Bereits 1938 wurde durch das Palestine Orchestra, dem Vorgänger des Israel Philharmonic Orchestra, ein Boykott der Musik Wagners ausgesprochen, seither aber bereits mehrfach gebrochen. In regulären Konzerten wird seine Musik jedoch so gut wie nicht gespielt.

Zuletzt hatte es Daniel Barenboim im Jahr 2001 gewagt, bei einem Konzert mit der Berliner Staatskapelle in Israel als Zugabe ein Wagner-Stück zu spielen und hatte damit heftige Proteste ausgelöst. Das Oberste Gericht Israels entschied vor einigen Jahren, dass es in Israel nicht verboten sei, Wagners Werke zur Aufführung zu bringen.

Weiterführende Informationen bei klassik.com:

Portrait Richard Wagner

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel.

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.


Weitere aktuelle Nachrichten:

Mailänder Scala: Vertrag von Intendant Pereira wird nicht verlängert
Franzose Favorit auf die Nachfolge (19.06.2019) Weiter...

Theater Lübeck: Intendant droht mit Kündigung
Christian Schwandt beklagt mangelnde Unterstützung vom Land (19.06.2019) Weiter...

Bundesverdienstkreuz für Dirigent Karl-Heinz Steffens
Würdigung der Verdienste als Musiker und Festival-Initiator (18.06.2019) Weiter...

Händel-Festspiele Halle mit hoher Besucherresonanz
Musikfestival wurde erneut von rund 58.000 Zuschauern besucht (17.06.2019) Weiter...

Architekt des Festspielhauses Baden-Baden gestorben
Wilhelm Holzbauer wurde 88 Jahre alt (17.06.2019) Weiter...

Ehrung für Regisseur David Pountney
Bregenzer Ex-Intendant wird in den Ritterstand aufgenommen (17.06.2019) Weiter...

Bach-Medaille der Stadt Leipzig für Sänger Klaus Mertens
Verleihung im Rahmen des Leipziger Bach-Festes (16.06.2019) Weiter...

Regisseur Franco Zeffirelli verstorben
Italienischer Regisseur wurde 96 Jahre alt (16.06.2019) Weiter...

Beethoven-Locke erzielt Rekordsumme bei Versteigerung
Haarsträhne des Komponisten wechselt für 35.000 Pfund den Besitzer (14.06.2019) Weiter...

Tenor Piotr Beczala wird Österreichischer Kammersänger
Wiener Staatsoper ehrt polnischen Sänger (14.06.2019) Weiter...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (6/2019) herunterladen (3061 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Josef Holbrooke: Symphony No.3 op.90 - Warships - Allegro e con fuoco

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Christian Euler im Portrait "Melancholie ist die höchste Form des Cantabile"
Bratschist Christian Euler im Gespräch mit klassik.com über seine Lehrer, seine neueste SACD und seine künstlerische Partnerschaft zum Pianisten Paul Rivinius.

weiter...
Alle Interviews...


Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich